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Die Gurkenzeit beginnt

Sommergemüse Die Gurkenzeit beginnt

Selbst bekennende Rohkostmuffel greifen im Sommer freiwillig zu diesem Gemüse: Denn in der heißen Erntezeit ist die Gurke mit ihrem Wassergehalt von 95 Prozent ein perfekt verpackter Durstlöscher für die Picknicktasche.

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Von wegen Saure-Gurken-Zeit: Im Juli und August wachsen die Früchte schnell und können geerntet werden.

Quelle: Fotolia

Rund sechs Kilogramm Gurken isst jeder Deutsche pro Jahr im Durchschnitt. Das ist zwar nur ein Viertel des jährlichen Tomatenverbrauchs, aber trotzdem der unumstrittene zweite Platz auf der Liste der beliebtesten Gemüse. Die meisten gekauften Gurken sind zwar Gewächshauskinder, doch zu Hause können sie bei richtiger Sortenwahl auch im Kübel auf dem Balkon gezogen werden. Die aus Asien stammende Pflanze, botanisch ,Cucumis sativa’, ist eine nahe Verwandte der Kürbisse und Melonen und wird ähnlich wie diese angebaut.

Regelmäßige Besuchszeit

Wer Gurken zieht, sollte im Juli und August rund zweimal pro Woche nachsehen, ob erntereife Früchte an den Ranken hängen. Gerade bei warmem Wetter entwickeln sich Gurken schnell und die regelmäßige Ernte führt dazu, dass die Pflanze fleißig weitere Früchte bildet. Je nach Sorte werden Gurken meist zwischen zehn und 30 cm lang. Es macht aber nichts, eine Gurke zu ernten, bevor sie ihre maximale Größe erreicht hat. Je kleiner Sie die Früchte abschneiden, desto mehr davon bilden sich neu. In jedem Fall sollten Sie zum Messer greifen, bevor sich die Farbe der Schale von Grün zu Gelb wandelt. Wenn es mal nichts zu ernten gibt, lohnt sich der Gang zu den Gurken trotzdem, und zwar zum Gießen. Die Pflanzen brauchen viel Wasser. Das ist auch für das spätere Aroma wichtig: Gurken, die unter Trockenheit leiden, produzieren manchmal bitter schmeckende Früchte. Damit der Boden die Feuchtigkeit länger hält, können Sie ihn mulchen, also abdecken – zum Beispiel mit Rasenschnitt.

Fotos: Gurken sind kalorienarm, enthalten aber viele Mineralien und Vitamine.

Gurken sind kalorienarm, enthalten aber viele Mineralien und Vitamine. 

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Auf die Sorte kommt es an

Zugegeben, die geschmacklichen Unterschiede bei Gurken sind nicht so groß, wie man das von Tomaten kennt. Trotzdem lohnt es sich, die Sorten sorgfältig zu wählen. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass die Gurke gut zum jeweiligen Standort passt. Warm und windgeschützt sollte er in jedem Fall sein, auch eine optimale Nährstoffversorgung ist für alle Sorten wichtig. Gurken sind sogenannte Starkzehrer, die von Anfang an viel „Futter“ brauchen. Eine Grunddüngung im Pflanzloch aus Hornspänen, verrottetem Stallmist oder Kompost tut allen Gurken gut.

Gurken unter Glas

So weit, so gleich – die Unterschiede beginnen bei der Frage nach einem Dach über dem Kopf: Wer Gurken unter Glas pflanzt, kann jene sehr wärmebedürftigen Sorten anbauen, die besonders lange Salatgurken bilden: ,Dominica’, ,Saladin’ und ,Flamingo’ sind typische Vertreter für das Gewächshaus und können an Schnüren bis unter den Giebel hochgeleitet werden. Diese drei Sorten sind Hybriden, ihre Samen sind nicht zur Weitervermehrung geeignet.

Wer eigenes Saatgut gewinnen möchte, greift auf samenechte Sorten zurück: Für Gewächshaus und Freiland geeignet ist beispielsweise die Salatgurke ,Tanja’. Die ebenfalls samenechten Freilandsorten ,Marketmore’, ,Persika’, ,Bono’ oder ,Johanna’ bilden etwas kleinere Früchte und schmecken gut als frischer Snack oder Salat. Falls die Gurken später in Gläser eingelegt werden sollen, empfehlen sich bewährte Freiland-Klassiker wie ,Delikateß’ oder die Sorte ,Vorgebirgstrauben’. Sie werden gepflückt, wenn sie rund zwölf Zentimeter groß sind.

Foto: Gute Nachbarn: Gurken und Dill passen gut zusammen in ein Beet.

Gute Nachbarn: Gurken und Dill passen gut zusammen in ein Beet.

Quelle: Fotolia

Die Ernte rechnet den Preis

Für Balkon-Gärtner wurde die Hybrid-Sorte ,Iznik’ gezüchtet. Bei dieser Mini-Salatgurke bleiben nicht nur die Früchte mit zehn bis zwölf Zentimeter klein: Die ganze Pflanze wächst so kompakt, dass sie sich gut im Kübel halten lässt. Wer lieber zur Pflanzzeit ab Mitte Mai Setzlinge kauft, statt im April zu säen, sollte darauf achten, ob die Pflanzen veredelt sind. In diesen Fällen wurde die Gurke auf eine Wurzelunterlage, meist ist es ein Feigenblattkürbis, gepfropft. Veredelte Gurken sind an ihrer meist kurz über der Erdoberfläche sitzenden Verdickung erkennbar – und am Preis. Den rechtfertigen sie durch eine höhere Widerstandskraft gegen Wurzelkrankheiten, ihre Wuchskraft und die  Ernte, die bei veredelten Pflanzen meistens höher ausfällt .

Egal, für welche Sorte Sie sich entscheiden und wo Sie die Gurken anbauen: Als Pflanzpartner eignen sich Kräuter wie Dill und Borretsch zu Füßen der Gurken sehr gut. Diese beiden Gewächse passen übrigens nicht nur im Beet, sondern auch in der Salatschüssel bestens zu Gurken und runden das Dressing ab.

Von Stefanie Syren

Stefanie Syren

Die Salatgurke steht symbolisch für die Regelungswut der EU: Bis 2009 legte eine strenge Norm fest, dass die Früchte gerade gewachsen sein müssten. Obwohl diese Vorgabe abgeschafft ist, staunt man als Verbraucher im Supermarkt nicht schlecht, wenn man in Plastikfolie verpackte Exemplare sieht – in der Regel handelt es sich d abei um Bio-Gurken. Wie passt das zusammen?

Auch hier ist Brüssel nicht ganz unschuldig, denn eine weitere Verordnung der EU besagt, dass Kunden beim Einkauf Bio-Ware von konventionellen Produkten unterscheiden können müssen. Dass dies in Form von Plastikfolie passieren muss, steht zwar nirgendwo geschrieben, allerdings ist Folie für Hersteller  eine preiswerte Möglichkeit, um dies kenntlich zu machen. „Für Verbraucher muss sichergestellt sein, dass sie konventionelle Ware, die zum Beispiel fälschlicherweise im Bio-Bereich abgelegt wurde, nicht für ein Bio-Produkt halten“, teilt etwa das Unternehmen Rewe mit. Dass Bio und Plastik nur leidlich zusammenpassen, hat das Unternehmen erkannt. Zitronen sollen in Zukunft in Netzen verpackt werden. Auch für die Gurke wird sich mal wieder eine neue Regel finden.

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