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Eine Decke fürs Beet

Was Mulch kann Eine Decke fürs Beet

Gehäckselte Baumrinde, Herbstlaub, Stroh oder Rasenschnitt: Mulch ist ein Schutz für die Pflanzen – vor Frost oder Austrocknung.

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Schutz für die Pflanzen: Stroh eignet sich gut zum Mulchen von Erdbeeren.

Quelle: Marion Nickig/dpa

Viele Hobbygärtner decken ihre Beete rund um die Pflanzen mit Mulch ab. Dahinter steckt ein echter Nutzen: Die Decke unterdrückt zum Beispiel Unkraut und schützt den Boden vor dem Austrocknen. „Das hat man sich bei der Natur abgeschaut“, sagt der Fachbuchautor Dettmer Grünefeld. Dort gibt es im Grunde keine unbedeckten Böden, Wüsten mal ausgenommen. Doch was ist beim Mulchen zu beachten? Wie gehen Hobbygärtner am besten vor?

Was ist Mulch?

Verwendet werden können geschredderte Gartenabfälle und Rückstände einer Ernte, auch Rasenschnitt eignet sich gut. „Man muss aber darauf achten, dass die Bedeckung nicht zu hoch ist“, erklärt Thomas Wagner, Fachberater beim Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin. Rasenreste kleben zusammen und verrotten nur schlecht. Gartenabfall zersetzt sich nach und nach und verwandelt sich in seine Grundbestandteile. „So werden die Pflanzen wieder mit Nährstoffen versorgt“, erklärt der Gartenbau-Ingenieur. „Bei organischem, das heißt vorwiegend pflanzlichem, Mulchmaterial muss man darauf achten, dass es nicht toxisch belastet ist.“

Was ist mit Herbstlaub, das häufig noch vorhanden ist?

Das Herbstlaub kann eigentlich als Decke auf den Beeten landen. „Es gibt ein Sprichwort, das besagt: Laub macht taub“, sagt Buchautor Grünefeld. Damit ist gemeint, dass die Pflanzen mit einer Mulchdecke aus Laub nicht so gut wachsen. „Das liegt an dem weiten Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis“, erklärt Grünefeld. „Laub enthält viel Kohlenstoff (C) und wenig Stickstoff (N).“ Allerdings benötigen Mikroorganismen für die Umsetzungsprozesse Stickstoff und ziehen diesen daher hier aus dem Boden. „Die Stickstoff-Reserve im Boden nimmt ab, und die Pflanzen hungern.“

Daher sollten Hobbygärtner neben einer Laubdecke den Pflanzen auch organischen Stickstoffdünger, etwa Hornspäne oder -mehl, gönnen, damit für Mikroorganismen und Pflanzen ausreichend von dem Hauptnährstoff zur Verfügung steht.  

Welches Mulch bietet ein gutes Verhältnis dieser Stoffe?

Ideal ist ein Verhältnis von 30:1. Das ist etwa der Fall bei Rasenschnitt oder Frischmist, also der Mischung von Mist und Stroh im Verhältnis 1:2. Noch besser sind die Reste von Leguminosen wie Erbsen und Bohnen. Dagegen hat Mischlaub ein C/N-Verhältnis von 50:1, und bei Stroh liegt es je nach Art bei 65:1 bis 100:1. 

Was kann Mulch?

Das Mulchen bietet viele Vorteile. „Man kann diese Schicht mit einer Bettdecke vergleichen“, sagt Wagner. Sie schützt vor der Erosion durch Wind und Wasser. „Gerade an Hanglagen bilden sich bei Regen Rinnen, die das Erdreich abschwemmen“, erläutert Grünefeld. Außerdem kann Mulch den Aufprall von Regentropfen abfedern und so verhindern, dass sich die Bodenoberfläche verdichtet. Der Hobbygärtner kann sich dann das Hacken sparen, was gerade im Gemüsebau für ein optimales Wachstum der Pflanzen wichtig ist.

Ebenso stellt Mulch für eine gewisse Zeit einen Frostschutz dar.  „Es werden nicht nur die Bodenstrukturen bewahrt, sondern auch Unkräuter unterdrückt“, zählt Wagner außerdem auf. Und Mulch verhindert das Austrocknen der Böden. Gold wert sei Mulch etwa bei Sandböden, findet Grünefeld. Darüber hinaus wird das Bodenleben gefördert, so dass der Boden länger warm bleibt.

Wie bringe ich Mulch aus?

Die Mulchdecke darf nicht höher als fünf Zentimeter sein. „Lieber dünn verteilen und nachmulchen“, rät Wagner. Die Schicht sollte einfach auf der Erde liegen und nicht eingearbeitet werden. Häufig wird dem Mulch nachgesagt, dass er Schnecken anlockt. „Meist sind die Schnecken aber schon vorher da“, sagt der Gartenberater.

Er empfiehlt daher, im Radius von etwa zehn Zentimetern um eine gefährdete Pflanze den Boden freizulassen. Auch auf Rasen kann Mulch kommen – die abgeschnittenen Halme bleiben dann einfach auf dem Rasen liegen und zersetzen sich. Wichtig ist, dass regelmäßig in kurzen Abständen gemäht wird, damit sich das Schnittgut fein verteilt. So arbeiten in der Regel Mähroboter, bei denen das Schnittgut nicht aufgefangen werden kann.

Gibt es auch Nachteile?

„Wühlmäuse halten sich sehr gerne unter der lockeren Mulchdecke auf, und für die Direktsaat von Gemüse muss man seine Praktiken etwas verändern“, erklärt Grünefeld. So muss der Gärtner den Mulch abnehmen, dann die Saatrille ziehen, säen und die Erde andrücken. Grobes und pilliertes Saatgut kann aber direkt in den Mulch kommen.   

Und nicht jedes Material eignet sich für alle Beete. „Rinde verwendet man beispielsweise nicht für das Gemüsebeet“, erläutert Wagner. Besser ist hier Rasenschnitt. Stroh tut laut Grünefeld Erdbeeren gut. Die Früchte, die leicht von Schimmelpilzen befallen werden, bleiben damit eher trocken. Und Erdpartikel, die beim Gießen oder durch Regen hochspringen, verschmutzen die Erdbeeren nicht. Auf der Baumscheibe von Gehölzen und unter Hecken kann man gut gehäckselten Staudenschnitt und Laub verteilen.  

Von Dorothée Wächter

Winterwetter fordert den Gärtner

Im Sommer ist das Gärtnern eher unkompliziert: Man muss regelmäßig gießen und das reicht fast schon, damit die meisten Pflanzen gut drauf sind. Im Winter aber schwanken die Temperaturen oft zwischen Plus und Minus, dazu gibt es noch Schnee und Eis. Und manchmal aber auch Sonnenschein und fast schon vorfrühlingshafte Bedingungen. Der Hobbygärtner muss seine Pflege darauf einstellen.
Frostfreie Tage: Immergrüne Kübelpflanzen verdursten im Winter eher, als dass sie erfrieren. Denn sie verdunsten auch im Winter bei Sonnenschein Feuchtigkeit über ihre Blätter. Ist aber die Erde um ihre Wurzeln gefroren, können sie keinen Nachschub aufnehmen. Daher sollten Hobbygärtner an frostfreien Tagen immer mal wieder gießen. Außerdem rät die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, anfällige Gehölze mit Strohmatten oder Schattenleine gegen Wind und vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Denn stehen die Gehölze an exponierter Stelle, kann sich der Austrocknungseffekt noch verstärken.
Sonnenschein und Plusgrade am Tag, Frost bei Nacht: Viele Pflanzen vertragen Minusgrade. Sie kommen aber nicht damit klar, wenn tagsüber ihr ruhender Stoffwechsel von Sonnenschein und warmen Temperaturen angeregt wird und darauf dann direkt wieder eine bitterkalte Nacht folgt. Dann kommt es zu Frostschäden. Eine Mulchschicht kann hier helfen.
Deutliche Plusgrade: Ist es über eine längere Zeit schon fast frühlingshaft warm, kann das einigen Pflanzen schaden. Sie haben den Eindruck, es wäre bereits Frühling, und treiben aus. Dann bilden sich sogar Knospen. Kommt aber wieder Frost, haben die Knopsen keine Chance zu überleben, erklärt der Bund deutscher Baumschulen. Gehölze erleiden teils Kälteschäden. Daher muss der Hobbygärtner bei so einer Wetterlage dick eingepackte Pflanzen auch von ihrem Schutzkleid befreien – damit ihnen nicht zu warm ist.
Schnee und Frost: Die Pflanzen sind auf diese Witterung eingestellt. Und Schnee ist etwas Gutes: Er legt sich als isolierende Decke über sie. Nur ist es jetzt wichtig, sehr dicke, vor allem nasse und damit schwere Schichten Schnee von den Ästen zu schütteln, sonst brechen diese ab. Richtig gefährlich werden den Pflanzen nur Kahlfröste – es liegt kein Schnee, ist aber bitterkalt. Nun müssen empfindliche Pflanzen einen Frostschutz bekommen, etwa eine Reisigdecke oder ein Jutekleid.

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