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Wenn der Sommer wiederkommt

Richtig wässern Wenn der Sommer wiederkommt

Derzeit ist es regnerisch – doch für den August machen die Meteorologen Hoffnung. Damit die Pflanzen dann nicht unter der Sonne leiden, gilt es ein paar Regeln beim Gießen zu beachten.

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Wasser marsch: Wenn es heiß wird, brauchen Blumen und Gemüse eine Extra-Dusche.

Quelle: iStock

Auch wenn das Wetter derzeit wechselhaft ist: In diesem Sommer wird es noch heiße Tage in Deutschland geben – mit blauem Himmel und einer Sonne, die gnadenlos brennt, vor allem vor weißen Häuserwänden. Das ist anstrengend für die Pflanzen – bei richtiger Pflege kommen sie aber sehr gut durch diese Phasen.

Viel Wasser für Topfpflanzen

Grundsätzlich sind Topfpflanzen in Südlage gar nicht so einfach zu pflegen. An heißen Tagen brauchen sie viel – lauwarmes – Wasser, weil auch viel verdunstet. Fällt die Temperatur um ein paar Grad, bekommen sie dann schnell nasse Wurzeln und drohen zu faulen. Ein Zeichen dafür sind braune oder gelbe Blattspitzen. Junge Pflanzen stelle ich erst einmal in den Halbschatten, bis sie genügend Wurzeln gebildet haben.

Tonscherben schützen vorm Ertrinken

Eine Schicht Tonscherben oder ein Loch im Topf mit Untersetzer hilft bei Wasserintensiven Pflanzen vor dem Ertrinken. Aber keine Sorge: Pflanzen halten mehr aus, als man anfangs denkt. Viele klassische Balkonpflanzen und vor allem unser Gemüse stammen aus deutlich heißeren Regionen als Deutschland. Sie dürfen auch mal einen Tag lang die Blätter hängen lassen.

Gießen zur richtigen Zeit

Foto: Pflanzen benötigen an heißen Tagen viel Wasser. Am besten werden sie am frühen Morgen oder am Abend gegossen, damit durch die Sonne nicht zu viel Wasser verdunstet.

Pflanzen benötigen an heißen Tagen viel Wasser. Am besten werden sie am frühen Morgen oder am Abend gegossen, damit durch die Sonne nicht zu viel Wasser verdunstet.

Quelle: dpa

Tagsüber sollten Hobbygärtner mit dem Wasser übrigens vorsichtig sein: Tropfen auf Blättern wirken wie kleine Brenngläser und können der Pflanze schaden. Als Schattenspender empfiehlt der Gärtnermeister Burkhard Bohne grobmaschige Jutetücher oder Säcke. „Dann bleibt verdunstetes Wasser als Kühlung an der Pflanze.” Das funktioniert ganz ähnlich wie beim Frostschutz im Winter.

Blumen
Die Klassiker der Südbalkone sind natürlich Pelargonien und Petunien in Rot, Lila, Weiß. Pelargonien kennen wir im Volksmund als Geranien, sie brauchen viel Sonne, aber auch viel Wasser und Dünger. Das danken sie den ganzen Sommer über mit Blüten. Im Gegensatz zu den meisten Pflanzen brauchen Geranien übrigens keinen Urlaubsbabysitter: Einfach zurückschneiden und kräftig gießen, dann halten die Pflanzen auch mal zwei Wochen Trockenheit aus – im höchsten Hochsommer aber vielleicht lieber im Halbschatten.

Auch Oleander steht gern in der Sonne, lässt sich widerspruchslos in Form schneiden und wächst schon in wenigen Jahren zu einem kleinen Baum heran. Kleine Warnung als Faustregel: Wer gern in der Sonne steht, der sollte den Winter lieber im Haus verbringen. Mein Oleander hat selbst den milden Berliner Winter nicht überstanden.

Foto: Unkompliziert: Geranien können während eines kurzen Urlaubs auch eine Zeitlang ohne Wasser auskommen.

Unkompliziert: Geranien können während eines kurzen Urlaubs auch eine Zeitlang ohne Wasser auskommen.

Quelle: iStock

Kräuter
Wer seine Heimat in der Sonne hat, der erträgt sie meist auch in Deutschland gut, sagt Gärtnermeister Bohne. Mediterrane Pflanzen wie Rosmarin und Lavendel stehen gern in der Sonne und duften an heißen Tagen besonders aromatisch. Bohnenkraut, Oregano und Thymian seien ebenfalls gut geeignet.

Bohne bloggt unter kraeutergaertnern.de, schreibt Kräuterbücher und veranstaltet regelmäßig eine Kräuterschule für Hobbygärtner. An den heißesten Tagen des Jahres durchnässt er einen Blumentopf schon mal vollständig, „überschüssiges Wasser sollte man dann aber wieder auskippen”, rät er.

Foto: Hitze ist kein Problem: Lavendel steht gern in der Sonne und ist auch mit wenig Wasser zufrieden.

Hitze ist kein Problem: Lavendel steht gern in der Sonne und ist auch mit wenig Wasser zufrieden.

Quelle: dpa

Für sonnige Balkone eher ungeeignet seien Bärlauch und Waldmeister. „Das sind Pflanzen, die zum Beispiel in unseren Wäldern vorkommen.” Überhaupt lohnt sich ein wenig Recherche: Am besten stehen auch Balkonpflanzen unter Bedingungen, wie sie in ihrer Heimat vorkommen. Auf Sardinien stehen schließlich ganze Rosmarin-Hecken in der prallen Sonne. Allerorts angebotene Supermarkt-Kräuter sind eine Sache für sich. Sie sind bestenfalls im Gewächshaus aufgewachsen und haben dann einige Zeit in künstlichem Licht oder sogar Dunkelheit verbracht. Zuhause brauchen sie deshalb einige Zeit, um sich an die neuen Bedingungen zu gewöhnen – und auch das klappt nicht immer. Bohne rät, neue Pflanzen in der ersten Woche noch im Schatten stehen zu lassen. „Wie unsere Haut bilden auch die Blattoberflächen dann einen Sonnenschutz.”

Beeren & Gemüse
Tomate, Paprika und Himbeere dürfen schon mal die Blätter hängen lassen, das kennen sie aus ihrer heißen Heimat. Chilis profitieren sogar von dem Stress – die Beeren werden dann schärfer. In langen Dürrezeiten stelle ich kompaktere Exemplare schon mal in die Badewanne und brause sie von der Seite ab. Tomaten freuen sich auch mal über eine kleine Wasserflasche; auf den Kopf gestellt und mit Löchern im Deckel gibt sie langsam Wasser ab, das hält die Tomaten etwa drei Tage zufrieden.

Foto: Maßvoll: Tomaten dürfen auch mal die Blätter hängen lassen. Alle drei Tage aber sollte gegossen werden.

Maßvoll: Tomaten dürfen auch mal die Blätter hängen lassen. Alle drei Tage aber sollte gegossen werden.

Quelle: dpa

Bin ich zwischen zwei und sieben Tagen abwesend, stelle ich die empfindlichen Pflanzen ins Wohnzimmer, eher in die Mitte des Raumes als direkt vor das heiße Fenster. Bei längerer Abwesenheit müssen die Nachbarn ran.

Meine Paprika und Chilis stehen seit Neuestem übrigens in weißen Töpfen – die schicken schwarzen, habe ich mir kürzlich in der Gärtnerei verraten lassen, werden viel zu heiß. Eine dünne Schicht Kiesel oder Tongranulat hilft ebenfalls.

Von Isabell Prophet

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