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Endlich Kleingärtner

Der Garten ruft Endlich Kleingärtner

Warum der Hopfen raus muss, wie muss ich Beete anlegen, wo ist der Kompost am betsen anzulegen und wo der Nachbar helfen kann: Ein kleiner Knigge für frisch gekürte Parzellenbesitzer.

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Endlich Gartenbesitzer! Doch an was ist alles zu denken und was zu beachten für ein gutes Miteinander mit den Parzellennachbarn?

Quelle: iStock, Fotolia, dpa

In vielen Großstädten muss manchmal jahrelang auf einen Kleingarten gewartet werden. Wenn es dann endlich so weit ist, fühlen sich Garteneinsteiger manchmal überfordert. Oft sieht die zugeteilte Parzelle ganz anders aus als erwartet. Oder es gibt so viel zu tun, dass es schwer fällt, einen Anfang zu finden. Keine Sorge, auch Kleingärtner wachsen mit ihren Aufgaben. Und die oftmals als Schikane empfundenen Regeln der Anlage entpuppen sich bei näherer Betrachtung meist als sinnvolle Hilfe, die den Start ins Gärtnern sogar erleichtern.

Auf gute Nachbarschaft

Kommunikation ist wichtig, auch im Kleingarten. Im Frühling lassen sich nicht nur die Pflanzen wieder blicken und treiben aus – es „menschelt“ auch wieder. Vor allem an schönen Wochenenden wird in fast jeder Parzelle gegärtnert und geredet. Neupächter sollten auf die Menschen zugehen und das Gespräch suchen. Langjährige Gärtner kennen sich gut aus und geben ihre Erfahrungen meist gerne weiter. Oft unterstützt man sich später auch ganz praktisch und übernimmt das Gießen der Parzelle im Urlaub füreinander.

Hilfe und Ansprechpartner suchen

Ein Kleingartenverein lebt vom verständnisvollen Miteinander. Alles andere, auch das Wissen über Pflanzen, lässt sich lernen oder erfragen. Zum Beispiel bei einem Fachberater. In den meisten Anlagen können die Vereinsvorstände Ansprechpartner zu den unterschiedlichsten Themen nennen. Gerade für Einsteiger ist der Rundgang mit dem Fachberater durch die Parzelle hilfreich. Vor allem wenn der Garten verwildert ist, gilt es ganz konkrete Fragen zu klären: Welche Bäume und Sträucher wachsen auf der Parzelle? Sind sie gesund oder sollten sie entfernt werden? Welche Gehölze brauchen nur einen Rückschnitt? Wie ist der Boden beschaffen? In vielen Fällen sind Städte und Gemeinden Eigentümer der Flächen und haben Bodengutachten in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse können über den Verein eingesehen werden. Auch die Nachbarn der eigenen Parzelle können eventuell weiterhelfen und haben oft jahrelange Erfahrung mit der Bearbeitung des Bodens. Wurde eine Parzelle längere Zeit nicht genutzt, sind die Nachbarn ohnehin meist froh, dass sich wieder jemand um den Garten kümmert, und geben gerne Tipps.

Pflegeleichte Stauden für Kleingärtner

Storchschnabel (Geranium): besonders empfehlenswert ist die Sorte „Rozanne’“, blüht vom Frühsommer bis zum Frost.

Frauenmantel (Alchemilla): hält als Bodendecker Unkraut in Schach und blüht in frischem Gelbgrün, schöne Schnittblume für Sträuße

Katzenminze (Nepeta): blüht in Blauviolett. Wird sie gleich nach der Blüte, zurückgeschnitten, blüht sie im Spätsommer ein zweites Mal.

Je nach Vereinsregeln und Pachtvertrag kann es nach Übernahme eines Gartens vorgeschrieben sein, alte Tannen oder zu groß gewachsene Koniferen zu fällen und zu entsorgen. Das macht Arbeit und kostet im Zweifelsfall sogar Geld. Dennoch sollte diese Vorschrift dringend eingehalten werden – im eigenen Interesse. Denn hohe Nadelbäume werfen Schatten auf Teile des Gartens, in denen zahlreiche Pflanzen darum nicht gedeihen können. Auch Laube, Geräteschuppen und Zaun sollten gründlich in Augenschein genommen und gegebenenfalls ausgebessert und neu gestrichen werden.

Im Übrigen können Hobbygärtner bei der Gartengestaltung aber ruhig ihrem eigenen Geschmack vertrauen. Diesbezügliche Ratschläge kann man sich gelassen anhören. Befolgen muss man sie, sofern sie nicht in der Gartenordnung so festgeschrieben sind, nicht.

Unkraut vergeht doch

Neben der Bestimmung der Gehölze gehört das Unkrautjäten zu den ersten Beschäftigungen, die auf Neupächter zukommen. Auch hier gilt: Im Zweifelsfall den Nachbarn oder Fachberater fragen, ob es sich um ein Unkraut oder eine Zierpflanze handelt, die Freude machen könnte. Besonders lästig sind Pflanzen, die auch aus Teilstücken ihrer Wurzeln fleißig austreiben: Die Acker-Winde gehört zu diesen besonders gefürchteten Unkräutern, die manche Gärtner im Hausmüll entsorgen, da diese Art selbst auf dem Kompost noch Ausläufer treibt.

Foto: Es hilft nichts: Das Unkraut muss raus, der Boden gelockert werden.

Es hilft nichts: Das Unkraut muss raus, der Boden gelockert werden.

Quelle:

Ausbreitungsfreudige Pflanzen stoppen

Auch Hopfen muss immer und immer wieder samt Wurzelwerk ausgezogen werden, wenn verhindert werden soll, dass er den halben Garten überwuchert. Bei Kleingärten, die in einem schlechten Zustand sind, kann es schon mal zwei, drei Jahre dauern, bis der Garten hopfenfrei ist. Der Giersch ist ebenfalls ausbreitungsfreudig, hat aber den Vorteil, dass er ähnlich wie Spinat zubereitet werden kann. Wem Giersch schmeckt, kann das Jäten in diesem Fall etwas gelassener und als Ernte sehen. Auch Brennnesseln können noch einen guten Dienst leisten und als Jauche zu Pflanzendünger verarbeitet werden.

Routine ist alles

Keine Sorge, mit der Zeit wird das Jäten zunehmend routinierter und schneller von der Hand gehen. Wird das Unkraut regelmäßig entfernt, wird es den Garten nicht mehr zuwuchern und der Hobbygärtner kann sich von den übrigen Pflanzen in der ersten Saison überraschen lassen. Einige Stauden des Vorpächters werden erblühen, und der Neubesitzer kann entscheiden, welche er behalten möchte.

Wohin mit dem Abfall?

Eigentlich gibt es im Garten keinen Pflanzenmüll. Selbst wenn der Verein einen zentralen Platz für Grünabfälle eingerichtet hat, sollte nicht auf einen eigenen Kompost verzichtet werden. Dieser Komposthaufen kann vom ersten Tag an genutzt werden – und bietet nach einiger Zeit hochwertige Erde zum Nulltarif. Falls der Vorgänger keinen gut organisierten Platz hinterlassen hat, sollte der Kompost an einem halbschattigen und windgeschützten Standort gelagert werden. Für den Anfang reicht ein einfacher und günstiger Lattenkomposter aus Holz. Darin verrotten die Grünabfälle gut und sie bleiben dort, wo sie hingehören. Das ist gut für den Garten und wird auch dem Nachbarn gefallen.

Buchtipp

„Hurra! Ich habe einen Kleingarten“. Informationen für Neu-Kleingärtner und solche, die es werden wollen (inklusive Bundeskleingartengesetz, Verlag W. Wächter, 9,90 Euro).

Von Stefanie Syren

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