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Eine Blüte aus dem Glas

Zimmerpflanzen Eine Blüte aus dem Glas

Diese Pflanze ist eine Diva: Die Orchidee der Gattung Vanda wächst in der freien Natur auf Baumwurzeln und anderen Pflanzen, in der Erde oder in einem Topfsubstrat würde sie eingehen. Dafür blüht sie besonders schön.

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Ohne Erde und ohne Topf: Die Vanda-Orchidee kommt mit wenig aus und blüht bei richtiger Haltung zwei- bis dreimal im Jahr.

Quelle: dpa

Blaue Blüten sind ist etwas ganz Besonderes. Und wenn die Farbe dann noch mit der Eleganz einer Orchidee kombiniert ist, fasziniert das den Hobby-gärtner. Die Gattung Vanda vereint beides – in bis zu handtellergroßen Blüten. Man kennt die Pflanze aus Südostasien, vor allem in Thailand findet sich eine große Artenvielfalt, erklärt die Orchideengärtnerin Sylvia Hinchrichsen-Röhl aus Soest (Nordrhein-Westfalen).

Eine Blume namens Vanda

Wie viele Orchideen wächst auch Vanda nicht in der Erde. Als sogenannter Epiphyt lässt sie sich auf anderen Pflanzen, etwa hohen Bäumen, nieder.
Der Vorteil: In Wäldern kommen die kleinen Orchideen so zu mehr Licht. „Die Topfkultur ist bei Vanda aus diesem Grund schier unmöglich“, sagt Sylvia Hinrichsen-Röhl.

Leben im Glas-Gewächshaus

Foto: Die Orchidee Vanda wächst nicht in einem klassischen Topf mit Erde, sondern in einem Glaszylinder, der die Wurzeln vor trockener Luft schützt.

Die Orchidee Vanda wächst nicht in einem klassischen Topf mit Erde, sondern in einem Glaszylinder, der die Wurzeln vor trockener Luft schützt.

Quelle: Blumenbüro, dpa

Aber es gibt die Pflanze doch bei uns im Handel zu kaufen? Hobbygärtner müssen dann einiges beachten: Wer die Vanda haltenmöchte, braucht kein Substrat und üblicherweise keinen gewöhnlichen Topf. Darin würde sie verfaulen. Die Wurzeln der Vanda werden aber in einen hohen Glaszylinder gegeben, der die empfindlichen Wurzeln vor der trockenen Luft schützt, erklärt Martin Nickol, Kustos des Botanischen Gartens der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. „Das Glas hält feuchte Luft wie ein kleines Gewächshaus.“

Badetag für Vanda

Zweimal wöchentlich muss die Pflanze gewässert werden – am besten wird sie für eine halbe Stunde in handwarmes Wasser getaucht. „Das Herz der Blätter sollte aber unbedingt trocken bleiben“, betont Nickol. Anschließend lässt man die Pflanze abtropfen und hängt sie wieder in den Glaszylinder. „Ein Raum mit einer Temperatur, bei der auch wir uns wohlfühlen, genügt der Vanda“, ergänzt die Orchideengärtnerin Hinrichsen-Röhl. Am besten steht die Orchidee direkt am Fenster, damit sie ausreichend Licht bekommt. Gut ist auch viel Frischluft, wobei Nickol darauf hinweist, dass Zugluft zugleich nicht gut ist. „Während der Sommermonate kann die Vanda auch im Freien untergebracht werden“, erklärt Hinrichsen-Röhl. Etwa im lichten Schatten eines Baumes. „So wird die Sonne gefiltert und ist nicht zu stark.“ Der Botaniker Nickol warnt jedoch: „Zu dunkel sollte es aber auch nicht sein, denn Licht ist für die Blütenbildung von großer Bedeutung.“ Auch wenn die Luftfeuchtigkeit im Freien durch Regen und Morgentau meist etwas höher ist als im Haus, braucht die Vanda auch während ihrer Sommerpause im Garten regelmäßig Wasse rüber das Tauchbad.

Das Wohlfühlklima ist wichtig

Vanda mag sommerliche Temperaturen zwischen 24 und 30 Grad. Wenn es im Spätsommer kühler wird und die Temperaturen nachts unter 10 Grad sinken, holt man die Orchidee wieder an ihren Platz in der Wohnung.

Pflegeintensiver Blütentraum

Sie ist pflegeintensiv – aber wer den Dreh erst einmal raus hat, wird viel Freude mit Vanda haben. Bei richtiger Haltung erblüht die Pflanze zwei- bis dreimal im Jahr. Das kann natürlich Dünger noch fördern. Aber wie alle Orchideen sollte die Nährstoffzusammensetzung auf die Bedürfnisse abgestimmt sein. Ein Produkt, das für Orchideen ausgewiesen ist, wird empfohlen. „Man gibt denDünger einmal im Monat mit in das Tauchwasser“, rät Hinrichsen-Röhl. Sie empfiehlt auch, zunächst die Wurzeln in Wasser ohne Dünger zu tauchen, damit sie feucht werden. „Man darf Orchideen – wie im Grunde alle Pflanzen– niemals trocken düngen, da sonst Verbrennungsschäden drohen.“

Rispen mit bis zu 15 Blüten

Foto: Dekorative Zimmerpflanze: An einen Faden gbunden, kann die Vanda-Orchidee einfach in den Raum gehängt werden.

Dekorative Zimmerpflanze: An einen Faden gbunden, kann die Vanda-Orchidee einfach in den Raum gehängt werden.

Quelle: dpa

Die Blätter von Vanda verteilen sich gleichmäßig um einen Sprosstrieb. Der Botaniker Nickol nennt diesen Wuchs monopodial. Ihr Stamm ist sehr kurz und die Wurzeln wachsen locker nach unten. „Aus den Blattachseln entwickeln sich die Blütenrispen“, beschreibt der Kustos. An diesen sitzen dann je nach Art und Sorte bis zu 15 Blüten, die sehr groß werden können. „Meist duften sie auch gut“,sagt Nickol.

Und die Blüten halten sich im Zimmer sehr lange, denn in unseren Häusern fliegen ja keine ihrer natürlichen Bestäuber umher. Nach der Blüte sollte der Hobbygärtner den Trieb abschneiden.

Bunte Schönheiten

Die blaue Blütenfarbe geht vor allem auf die Art Vanda coerulea zurück. „Schon im 19. Jahrhundert entstanden viele Hybriden“, erläutert Nickol. Vor allem in der Sammlung von Baron Nathaniel Mayer Anselm Freiherr von Rothschild entstanden erste Kreuzungen von Vanda tricolor. In Kultur sind nur selten die reinen Arten, sondern vor allem Hybriden aus verschiedenen Arten.

Gut überlegt kaufen

Bei aller Schönheit und der Begeisterung für die Vanda: Die Experten raten, den Kauf gut zu überlegen und nicht die erstbeste blaue oder pinkfarbene Orchidee zu nehmen, die man im Baumarkt sieht. „Es handelt sich bei der Vanda um eine sehr langwierige und empfindliche Kultur“, betont Sylvia Hinrichsen-Röhl. Es dauere zwischen sechs und zwölf Jahre nach der Aussaat, bis die Pflanzen das erste Mal blühen. Es wäre schade, wenn durch Pflegefehler oder Transportschäden eine solche Kostbarkeit vernichtet wird.

Von Dorothée Waechter

Vanda und das Wasser

Foto: Schön und pflegeintensiv: Die Vanda wird nicht gegossen – stattdessen erwartet sie ein Bad.

Schön und pflegeintensiv: Die Vanda wird nicht gegossen – stattdessen erwartet sie ein Bad.

Quelle: Blumenbüro

Wird die Vanda nicht angemessen gegossen, reagiert diePflanze schnell mit Fäulnis. Besonders wichtig ist ein angemessenesVerhältnis von Feuchtigkeit und Frischluft. Am bestenwerden die Wurzeln der Vanda, neben dem wöchentlichenBad, täglich mit etwas Wasser besprüht. Die Pflanze in einerGlasvase zu kultivieren, bietet den Vorteil, dass sich die Flüssigkeitnicht so schnell verflüchtigt.

Hobbygärtner müssen beim Baden der Pflanze vorsichtig sein: Das Herz und die Blattachseln sollten keine Flüssigkeitabbekommen, da die Nässe Fäulnis verursachen könnte. DasWasser sollte möglichst keinen Kalk enthalten. Daher empfiehltsich, die Vanda mit Regenwasser zu besprühen und auch darinzu baden.

Wird statt einer richtigen Wurzel Orchideensubstrat verwendet, sollte dieses möglichst klobig sein. Für die empfindlichePflanze sollte man nicht zum günstigsten Substrat greifen,da dieses meist viele Kleinteile enthält. Die umschließen die Orchideenwurzelzu fest und behindern die Atmung. Größere Stückesorgen dafür, dass ausreichend Luft an die Wurzel der Vandagelangt. Alternativ können auch größere Steine in die Vasegegeben werden. Grundsätzlich gilt: Je größer der Pflanzentopf,desto gröber sollte das verwendete Granulat sein.

Wann die Vanda wieder ein Bad benötigt, erkennt der Hobbygärtner am Substrat: Sobald die Rindenstückchen trocken sind, wird es Zeit, die Pflanze ins Wasser zu stellen. Vorsicht: Sämtliches Wasser muss danach aus der Vase entfernt werden.

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