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Totalsperrung auf wichtiger ICE-Strecke kurzfristig möglich

Tourismus Totalsperrung auf wichtiger ICE-Strecke kurzfristig möglich

Es ist einer der am stärksten befahrenen Streckenabschnitte Deutschlands: Wer Ende April und Anfang Mai zwischen Hannover und Kassel unterwegs ist, muss womöglich viel Geduld mitbringen.

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Die Bahn plant, die Verbindung Hannover-Kassel vom 23. April bis zum 8. Mai komplett zu sperren.

Quelle: Julian Stratenschulte

Berlin. Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich wegen einer zweiwöchigen Sperrung der wichtigen ICE-Strecke zwischen Göttingen und Hannover auf Zugausfälle, Umleitungen und längere Fahrzeiten einstellen.

Die vielbefahrene Schnellstrecke werde zwischen dem 23. April und dem 8. Mai gesperrt, bestätigte die Bahn. Auf mehreren Abschnitten müsse Schotter erneuert werden. Die Auswirkungen für die Kunden sollten so gering wie möglich gehalten werden. Im Fernverkehr würden während der zweiwöchigen Sperrung über 90 Prozent der Züge fahren. Auch der Messehalt in Hannover werde bedient. Allerdings werde es wegen der notwendigen Umleitungen zu längeren Fahrzeiten von bis zu einer Stunde kommen. Auch könnten nicht alle Bahnhöfe bedient werden. Für die Fahrgäste gebe es Kulanzregelungen.

Zuvor hatte es Irritationen gegeben, weil das das Eisenbahn-Bundesamt über die bevorstehenden Arbeiten berichtet hatte, die Bahn sich aber zu Details nicht äußerte. Fahrgastvertreter zeigten sich überrascht und kritisierten den kurzen Vorlauf für die Bahnkunden.

Im Fernverkehrs sind folgende ICE-Verbindungen betroffen:

Berlin-Kassel-Frankfurt-Stuttgart-München, Berlin-Kassel-Frankfurt-Karlsruhe-Schweiz, Hamburg-Hannover-Kassel-Frankfurt-Karlsruhe-Schweiz/Stuttgart, Hamburg/Bremen-Hannover-Würzburg-Nürnberg/Augsburg-München sowie Hamburg-Hannover-Kassel-Gießen-Frankfurt-Karlsruhe. Auch im Nahverkehr werden einzelne Linien von Ausfällen betroffen sein.

Die vielbefahrene Strecke ist in die Jahre gekommen. Von 2019 an soll sie ohnehin grundlegend erneuert werden. Damit die Strecke bis dahin durchhält, hatte die Bahn schon im Februar für die Zeit vom 18. Juli bis 2. September Gleis- und Weichenwechsel zwischen Hannover und Göttingen angekündigt. Hinzu kommen nun die Probleme mit dem Schotter. Er erlaube für Hochgeschwindigkeitszüge bei Temperaturen über 25 Grad Celsius keine sichere Fahrt mehr, berichtete hr-iNFO unter Berufung auf Verantwortliche.

"Die DB Netz AG hat auf festgestellten Instandhaltungsbedarf bislang mit betrieblichen Sofortmaßnahmen und punktuellen Ausbesserungen reagiert", hieß es beim Eisenbahn-Bundesamt. Nun sei eine umfangreiche Sanierung geplant, um den Oberbau zu verbessern.

Die Trasse gehört zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen des Landes. Wer zwischen München und Hamburg oder Frankfurt und Berlin unterwegs ist, nutzt oftmals die Verbindung zwischen Hannover und Kassel. Betroffen von der Sperrung sind auch Gäste der Industrieschau Hannover Messe (25. bis 29. April). "Gerade die Nord-Süd-Verbindung ist für unsere Besucher extrem wichtig", sagte ein Messesprecher.

Die Bahn hatte Anfang Februar angekündigt, die Zahl ihrer Bauprojekte in diesem Jahr deutlich zu erhöhen. Geplant sind nach Angaben des Unternehmens rund 850 Vorhaben, im vergangenen Jahr waren es 500.

Die wichtigsten Projekte:  

Hamburg - Hannover

Von Mai bis Mitte Juli Weichen- und Gleiserneuerung. Umleitungen im Fernverkehr mit bis zu 30 Minuten längerer Fahrzeit, im Nahverkehr 15 Minuten.

Hannover - Göttingen

Von Mitte Juli bis Anfang September teilweise Totalsperrung und Umleitungen. 40 Minuten mehr Fahrzeit im Fernverkehr. Auch Nahverkehr betroffen.

Hannover-Kassel

Möglicherweise kurzfristig Austausch von Schotter. Zeitplan und Umfang möglicher Sperrungen will die Bahn "in Kürze" bekannt geben.

Münster - Osnabrück

Von Anfang August bis Anfang November teilweise Sperrungen und Umleitungen einzelner Fernzüge, 22 Minuten längere Fahrzeit.

Mannheim - Karlsruhe/Stuttgart

Längere Fahrtzeiten von fünf Minuten wegen eines Stellwerksbaus von Ende April bis Anfang September und Mitte November bis Dezember.

Berlin - Elsterwerda - Dresden

Ab Anfang August sind Fernzüge wegen einer Umleitung 20 Minuten länger unterwegs. 75 Regionalzüge zwischen Flughafen Schönefeld und dem Süden Brandenburgs fallen pro Tag aus.

München - Salzburg/Kufstein

Teilausfälle Ende April und Anfang Mai sowie von August bis Oktober.

Köln - Hagen

Längere Fahrzeiten im Fernverkehr wegen Umleitung über Düsseldorf ab Juli. Grund sind Gleiserneuerungen zwischen Solingen und Opladen.

Ulm - Augsburg

Von Ende Juli bis Mitte September Teilausfälle und längere Fahrtzeiten von 20 Minuten wegen Gleis- und Brückenarbeiten, im Nahverkehr 30 Minuten.

dpa

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Die Deutsche Bahn ist bereits vor mehreren Jahren zu einer kompletten Sanierung der verschlissenen ICE-Strecke Hannover-Kassel aufgefordert worden, dem aber nicht nachgekommen. Das geht aus einem Fragenkatalog hervor, den das Eisenbahnbundesamt (EBA) als Aufsichtsbehörde der Bahn vorgelegt hat und der der HAZ exklusiv vorliegt.

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