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Scheiben sausen durch die Luft

Discgolf Scheiben sausen durch die Luft

Discgolfen macht sehr viel Spaß, wird draußen gespielt, aktiviert den Kreislauf und ist noch dazu äußerst kostengünstig.

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Die Discgolf-Scheibe ähnelt einer Frisbee-Scheibe. Der Korb muss in möglichst wenig Würfen erreicht werden.

Quelle: Stephan Mesel

Ilsede. Hm. Und jetzt? Mein Sohn Tobias und ich sind ein wenig ratlos. Nun sind wir extra von Hannover bis nach Ilsede bei Peine gefahren, um auf einer besonders schönen Anlage das erste Mal das Discgolfen auszuprobieren. Entspannend soll das sein, nicht zu schwierig und vor allem ganz viel Spaß machen. Doch wir finden erst einmal: nichts. Die Anlage befinde sich auf einer riesigen Industriebrache an der Straße „Am Wasserturm“ , so war es auf der Internetseite www.tee-timers.de beschrieben. Dort sind alle Discgolf-Anlagen der Region Braunschweig-Wolfenbüttel aufgelistet.

Wo sind die Bahnen?

So weit, so gut. Auf der Brache stehen wir, dem ehemaligen Hochofenplateau der Ilseder Hütte. Sieht ziemlich verlassen und heruntergekommen aus, das Gras wuchert hoch. Aber wo ist die Anlage, wo sind die Bahnen, wo ist der Eingang, wo der Anfang und das Ende? Wir haben erwartet, irgendetwas zwischen idyllischer Minigolf-Anlage und schön gepflegtem Golfplatz vorzufinden ...

Da entdecke ich einen schlanken Mann mit Rucksack, der gerade sein Fahrrad an einem verrosteten Holm angelehnt hat. „Komm, den fragen wir mal, vielleicht kann er uns weiterhelfen“ , sage ich zu meinem 13-jährigen Sprössling. Gesagt, getan. „Wissen Sie eventuell, wo hier die Discgolf-Anlage ist?“ , wende ich mich an den Fremden. „Ja, klar, ihr seid hier genau richtig. Hallo, ich bin Alex“ , antwortet er freundlich, stellt seinen Rucksack ab und streckt uns die Hand zur Begrüßung entgegen. Im Rucksack stecken wohlgeordnet mindestens zehn verschiedenfarbige Scheiben. Sie sehen aus wie Frisbee-Scheiben, sind nur etwas kleiner und wirken massiver. Er warte hier auf seine beiden Neffen, denen er ein bisschen was beibringen wolle, erzählt Alex Liersch munter heraus. Gerne könnten wir uns dazugesellen und mitmachen. So ein Glücksfall, denke ich. Natürlich sind wir dabei, wir haben ja keine Ahnung, wie das Ganze funktioniert!

Und Wurf! Daneben.

Aus der Ferne rennen zwei Jungs herüber, ihre Mutter im Schlepptau. Alex’ Neffen sind da, und schon geht es los. An Ort und Stelle, auf unebenem Gras, zwischen etlichen hohen Bäumen und beeindruckenden Überresten der Großindustrie. „Schaut mal, das ist ein Fangkorb“ , sagt unser sympathischer Trainer, der selbst in seiner Freizeit so oft wie möglich Discgolf spielt und auch an Turnieren teilnimmt. Er zeigt auf eine etwa zwei Meter hohe Stahlstange, an der sich auf mittlerer Höhe eine Art flexibler Korb befindet: zwei Metallringe, die durch dicke, dicht nebeneinander hängende Metallketten miteinander verbunden sind. Ach ja, denke ich, so etwas habe ich schon gesehen - und mich gefragt, was das wohl sein könne. Ein Futterkorb für Tiere? Nun weiß ich es besser. Dort hinein sollen unsere Scheiben fallen. „Das üben wir jetzt erst einmal“ , fordert uns Alex auf. In Schrittstellung gehen, Scheibe richtig in die Hand legen und Wurf! Daneben. Noch einmal von vorne, so lange, bis es endlich bei allen klappt.

Wir versammeln uns am Startpunkt einer kürzeren Bahn. Ziel des Spiels sei es, seine eigene Scheibe mit möglichst wenig Würfen vom Startpunkt - in Ilsede im Boden verankerte Schilder in Rost-Optik - bis in den Korb zu bringen, erklärt Alex weiter. Also ganz ähnlich wie beim Minigolf oder Golf, nur ohne Schläger. Start sei jeweils am sogenannten „Tee“ , Ziel sei der entsprechend nummerierte Korb. Wir legen nacheinander los. Die bunten Scheiben sausen lustig durch die Luft, Meter für Meter arbeiten wir uns vor, den Korb immer im Blick. Schließlich, nach zahlreichen Würfen und unter großem Hallo, landet die Scheibe im Korb. Geschafft! Fröhlich klatschen wir uns ab, unsere Wege trennen sich nach zwei intensiven Stunden wieder, andere Termine stehen an. Für Tobias und mich steht fest, dass wir möglichst bald wieder Discgolfen gehen werden. Ein noch relativ unbekannter Sport, der richtig Spaß macht, den Kreislauf in Wallung bringt und noch dazu extrem kostengünstig ist.

Das ist Discgolf

Discgolf ist in Deutschland noch nicht sehr bekannt, wird aber immer beliebter. Inzwischen hat fast jede Stadt eine Anlage, man kann es in manchen Vereinen spielen und an Turnieren teilnehmen. Gespielt wird Discgolf in der Regel mit drei verschiedenen Scheiben, die sich im Gewicht unterscheiden. Auch einfache Frisbee-Scheiben sind geeignet. Discgolf-Parcours sind häu g in öffentliche Grünanlagen integriert und haben zwischen neun und 18 Bahnen von unterschiedlicher Länge. Ziel des Spiels ist es, die Scheibe mit möglichst wenig Würfen vom Start bis in den Korb zu bringen. Gewonnen hat derjenige, der am Schluss insgesamt die wenigsten Würfe benötigt hat.

Discgolf-Anlagen in Deutschland

Rund 70 Discgolf-Anlagen gibt es derzeit in Deutschland. Zu finden sind sie über das Internet auf www.discgolf.de, unter der stets neu entstandene Anlagen aufgenommen werden. Allein 13 vielfältige Parcours liegen im Braunschweiger Land. Eine gute Übersicht und genaue Beschreibung dieser Anlagen ndet sich im Internet unter Die Discgolf-Scheibe ähnelt einer Frisbee- Scheibe. Der Korb muss in möglichst wenig Würfen erreicht werden.

www.tee-timers.de

Stephan Mesel

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