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Edel schreiten beim höfischen Tanz

Tannenburg bei Nentershausen entdecken Edel schreiten beim höfischen Tanz

Auf der Tannenburg bei Nentershausen ist’s spannend und lustig – fast zugleich.

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AUF ENTDECKERTOUR: Eine muntere kleine Reisegruppe erkundet die vielen Möglichkeiten auf der Tannenburg. Und versucht sich auch im Bogenschießen.

Quelle: Privat

Nentershausen. Seid gegrüßt, holde Gäste“, sagt Burgvogt Stefan und verneigt sich leicht. „Seid Ihr bereit, mit mir zu kommen?“ Klar sind wir das! Wir, eine muntere kleine Reisegruppe, möchten die Tannenburg bei Nentershausen in Nordhessen kennenlernen und lassen uns von Burgvogt Stefan sehr gerne führen. Stefan Ley ist eigentlich Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft der Burg. Doch für möglichst lebendige Führungen durch die Anlage schlüpft er in seiner Freizeit häufig in das einfache Gewand eines Vogts und damit auch in dessen Rolle. „Folgt mir“, weist er uns an und drückt jedem Zweiten eine mit Kerzenlicht erhellte Laterne in die Hand. Hinunter geht’s, und zwar in die absolute Finsternis.

Der Kapellenerker: Er war im Mittelalter ein Zeichen absoluten Wohlstands.

Der Kapellenerker: Er war im Mittelalter ein Zeichen absoluten Wohlstands.

Quelle: Sigrid Krings

„Seht, dies war früher der Bierkeller der Burg“, erklärt er. Seht? Nichts können wir erkennen, gar nichts. Stolpern wir gleich über das nächste Bierfass? Oder ist hier vielleicht sogar eine Falltür in den bedrohlichen Kerker? Brrr! Die tiefe Dunkelheit verschluckt selbst das flackernde Kerzenlicht. Wie gut ist es da, dass es moderne Laternen gibt und ein jeder sie heutzutage in der Jackentasche trägt: Die ersten Handytaschenlampen leuchten auf. „Ah“, hört man da und „oh ja“ - und trotzdem sind wir alle froh, das finstere Gewölbe nach kurzem Aufenthalt, vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzend, wieder zu verlassen.

Heilkräuter im Küchengarten

Wir wenden uns lieber freundlicheren Orten zu: dem hübschen Küchengarten mit Heilkräutern und Blick auf den tiefen, in den Fels gehauenen Burggraben, dem Backhaus, der Burgschmiede, der hübsch ausgemalten Kapelle, die als Erker aus der hohen Burgmauer herausgebaut wurde. „Das war damals ein Zeichen absoluten Wohlstands“, weiß der Vogt. Die Kapelle, in der Hochzeiten stattfinden können, ist heute Teil des großen Saals, der für Feierlichkeiten auch vermietet wird.

Stimmiges Ambiente: Heute werden in der Kapelle Hochzeitspaare getraut.

Stimmiges Ambiente: Heute werden in der Kapelle Hochzeitspaare getraut.

Quelle: Sigrid Krings

Deswegen dürfen wir uns dort, nach kurzem stärkendem Aufenthalt in der Gaststube der Burg, auch gleich selbst bewegen - und zwar edel schreitend. Wir probieren uns in einer kurzen Sequenz im höfischen Tanz. Die vier Spielleute von Musica vulgaris spielen auf historischen Instrumenten dazu auf. Was für ein Spaß! Fast ein bisschen wehmütig müssen wir anschließend Abschied nehmen von der Tannenburg, denn übernachten können wir hier - noch - nicht. „Lebt wohl und bleibt uns wohlgesonnen!“, winkt Burgvogt Stefan zum Abschied. Auf bald!

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Von Redakteur Sigrid Krings

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