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Dem eigenen Rhythmus auf der Spur
Kreuzfahrten

"Norwegian Epic" Dem eigenen Rhythmus auf der Spur

Mit der „Norwegian Epic“ geht es zu Traumzielen im westlichen Mittelmeer.

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Sieht aus wie eine Denkerstirn: Im „The Haven“, zwei aufgesetzten Decks der „Norwegian Epic“, sind wohlhabende Reisende vor neugierigen Blicken geschützt und genießen Rund-um-die-Uhr-Butlerservice.

Quelle: NCL

„Mit mehr als 6700 Menschen auf einem Schiff?“ , fragt mich meine Frau ungläubig. „Wir müssen doch nicht fliehen …“ Nein, müssen wir zum Glück nicht. Ein guter Grund, dankbar zu sein. Und auch ein guter Grund, sich zu fragen, welchen Platz man auf der Welt hat, wenn man wohlbehütet und allerbestens versorgt mit der „Norwegian Epic“ zu Traumzielen im westlichen Mittelmeer reisen kann. Barcelona, Neapel, Rom, Toskana, Côte d’Azur, Mallorca - nur zum Vergnügen.

Wirklich nur zum Vergnügen? Macht einen nicht jede Reise auch ein wenig schlauer, welterfahrener? Natürlich. So wird es auch bei dieser sein. Wir starten in Barcelona, gehen zusammen mit Spaniern, Italienern, Nordamerikanern, In-dern, einigen Arabern und einer Handvoll Deutscher an Bord und staunen über dieses gigantische, auf den ersten Blick seltsam unharmonisch wirkende Schiff. Ganz oben im vorderen Bereich gibt es zwei Decks, die irgendwie aufgesetzt wirken. „Sieht ein wenig aus, als hätte die ‚Epic‘ eine Denkerstirn“ , meint meine Frau wohlwollend. „Ja, aber dahinter verbergen sich keine grauen Zellen, sondern perfekt ausgestattete Suiten“ , entgegne ich. Die beiden Decks, „The Haven“ genannt, sind eine Art Schiff-im-Schiff mit einem vor neugierigen Blicken geschützten Courtyard, einem Innenhof mit privatem Pool. Zudem gibt es für „The Haven“-Bewohner ein privates Restaurant, eine Bar - und selbstverständlich einen Rund-um-die-Uhr-Butlerservice.

Die Norwegian Cruise Line (NCL) ist mit dem „The Haven“-Konzept erfolgreich auf sieben Schiffen unterwegs, das achte geht in wenigen Wochen auf Jungfernfahrt. Uns bleibt der Zutritt zu „The Haven“ verwehrt, wir reisen in einer komfortablen Balkonkabine auf Deck 12.

Während unserer Reise treffen wir jedoch manchmal „The Haven“-Bewohner, die sich unters Volk mischen. Immerzu Champagner und Hummer-Häppchen im blickdichten Courtyard - das ist anscheinend nicht jedes Millionärs Sache. Jedenfalls sagt das Tyler, der Seifenfabrikant aus Pennsylvania. Wir lernen ihn im Spiegel Tent der „Epic“ kennen, wo uns eine wirklich ausgezeichnete Dinner-Show begeistert - übrigens einst die erste dieser Art auf einem Kreuzfahrtschiff, als die „Epic“ 2010 in Dienst gestellt wurde. Wir teilen mit Tyler einen Tisch und die Ansicht, dass wir auf einem bemerkenswerten Schiff sind: Auf ihm schippert keine homogene Touristentruppe durchs Mittelmeer, sie ist viel internationaler, vielschichtiger, bunter - ja, weltoffener, als man es von einem schwimmenden Wolkenkuckucksheim erwarten würde. Ich plaudere sonst auch selten mit Millionären.

Nun ist ein Schiff ja nicht per se weltoffen, es kann aber die Voraussetzungen dafür schaffen. Die NCL erfand das Motto „Freestyle Cruising“ , das nicht nur den Verzicht auf feste Essenszeiten und einen formalen Dress-Code umfasst, sondern die Gäste auch ermuntern soll, ihrem eigenen Rhythmus zu folgen. Das funktioniert bestens. Es ist nicht nur eine logistische Meisterleistung, sondern schafft mit dem Raum für Individualität auch eine Atmosphäre der Toleranz, von der beispielsweise Familien mit kleinen Kindern profitieren.

Was wir erst gegen Ende unserer Reise entdecken: Die schwimmende Kleinstadt mit ihrer unglaublichen Bevölkerungsdichte hat auch ausgesprochen ruhige Plätze. An einem von ihnen lese ich zur Vorbereitung unserer Rückkehr nach Barcelona in Tucholskys „Pyrenäenbuch“. Er beschreibt einen Ausflug zu reichen Leuten und ihre „weltversöhnliche Stimmung“ nach einem üppigen Mahl, sodass sie nichts von Problemen hören wollen: „Nicht, nicht … die Welt ist doch so schön …!“ Das war es mit der „Epic“ auch - aber es ist auch gut, wieder von Bord gehen zu können und die „weltversöhnliche Stimmung“ zu verschieben, bis es der Welt wieder besser geht.

Wussten Sie's?

Am liebsten unternahmen die Deutschen Hochseekreuzfahrten im Mittelmeer/Schwarzen Meer, im Vereinigten Königreich/Westeuropa, zu den Kanarischen Inseln und im Atlantik. Bei den Flüssen lagen auch 2014 wieder Donau und Rhein voll im Trend.

Quelle: DRV-Kreuzfahrtenmarktstudie

Christian Richard Gülde

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