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Italien entdecken Immer der Nase nach

Das italienische Piemont ist eine Gegend für Genießer – vor allem wegen der kostbaren weißen Trüffel.

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Weinberge, so weit das Auge reicht: In der Langhe im Piemont reifen die Trauben für die edelsten Tropfen des Landes (oben). Als König der Weine gilt der Barolo, ein kräftiger roter. Unter den Eichen, Pappeln, Weiden und Haselnüssen in der Region gedeihen die wertvollen Trüffel.

Quelle: Jungke

Lila und Lady sind schon ganz aus dem Häuschen. Kaum hat ihr Herrchen die Heckklappe des Geländewagens geöffnet, springen sie aus dem Auto und rennen in Richtung des kleinen Wäldchens. Vor allem die gerade dem Welpenalter entwachsene Lady kann kaum noch an sich halten. Die weiß-braun gefleckte Mischlingshündin wuselt im Laub herum und tänzelt wie wild im Kreis. Sie wittert die Verlockung: Gleich geht es auf Trüffelsuche.

Foto: Mit den Experten auf Trüffelsuche: Monchiero Giovanni und Hündin Lady sind ein eingespieltes Team. Wenn der junge Mischling auf der Suche nach der begehrten Knolle fündig geworden ist, muss der Professor der Trüffelhundeuniversität allerdings schnell sein – denn auch Lady weiß, was schmeckt.

Mit den Experten auf Trüffelsuche: Monchiero Giovanni und Hündin Lady sind ein eingespieltes Team. Wenn der junge Mischling auf der Suche nach der begehrten Knolle fündig geworden ist, muss der Professor der Trüffelhundeuniversität allerdings schnell sein – denn auch Lady weiß, was schmeckt.

Quelle: Jungke

„Allora“: Giovanni Monchiero gibt das ersehnte Signal. Sofort stieben die Hunde auseinander, schnüffeln hier, scharren dort. Die kleine Lady wird als Erste fündig: Unter einem Haselnussbaum vergräbt sie ihre Schnauze gierig in der Erde. Sofort fängt sie mit den Pfoten an zu buddeln. Flugs eilt ihr Herrchen dabei, um sie am Halsband zurückzuhalten. Nicht, dass Lady die Beute gleich verspeist!

Unscheinbare Delikatesse

Für Außenstehende ist das ein faszinierendes Spektakel – denn unter dem Haselbusch ist nichts Besonderes auszumachen. Giovanni wischt die Blätter beiseite und lockert mit einer Spitzhacke im Miniaturformat vorsichtig den Boden. Behutsam gräbt er mit bloßen Händen einen kleinen, lehmigen Klumpen aus, kaum größer als eine Murmel. „Riechen Sie mal“, sagt der Trifolao und reicht die unscheinbare Knolle durch die Reihen der Reisegruppe, die gerade Anschauungsunterricht in Sachen Trüffelsuche nimmt. Wie das duftet! Nach Wald und Erde, ein wenig nussig und leicht nach Moschus. Schon hat Lady die nächste Beute im Visier. Jetzt darf jeder Teilnehmer einmal die Hacke zur Hand nehmen. Gar nicht so einfach, die kostbaren Pilze von Erdbrocken zu unterscheiden. Trüffelsucher brauchen außer gut ausgebildeten Hunden eben auch viel Fingerspitzengefühl.

Trüffelhunde-Universität

Giovanni Monchiero verfügt über beides: Seit 47 Jahren ist der 59-Jährige auf der Suche nach der Knolle, für die manche ein Vermögen ausgeben. In Roddi, seinem beschaulichen Heimatdorf in der Nähe von Alba, ist er längst eine Berühmtheit: Schließlich ist er Professor der hiesigen, seit 1880 bestehenden Trüffelhunde-Universität. Hier werden die vierbeinigen Studenten auf ihren Job vorbereitet. Die Ausbildung beginnt, wenn die Tiere drei bis vier Monate alt sind. Trainiert wird mit Tennisbällen, die in Trüffelöl getaucht sind. Ideal sind die frühen Morgenstunden, dann steigt der Duft der Pilze mit der Feuchtigkeit an die Erdoberfläche.

Foto: Der Experte: Giovanni Monchiero geht seit 47 Jahren auf Trüffelsuche und ist Professor der Trüffelhunde-Universität.

Der Experte: Giovanni Monchiero geht seit 47 Jahren auf Trüffelsuche und ist Professor der Trüffelhunde-Universität.

Quelle: Jungke
Rund um die edle Erdknolle

Es ist ein einträgliches Geschäft, denn mit den edlen Pilzen lässt sich eine Menge Geld verdienen. Die weißen Trüffel – der lateinische Name lautet Tuber magnatum pico – sind besonders begehrt. Anders als die schwarzen Trüffel lassen sie sich nicht züchten. Natürlicherweise wachsen sie unter Eichen, Pappeln, Weiden und vor allem Haselnüssen. „Mindestens 200 Euro müssen Gourmets für 100 Gramm der weißen Trüffel bezahlen. Je nach Form und Beschaffenheit können es aber auch bis zu 500 Euro sein“, sagt Rosaangela Corino von Tartuffi Morra. Der kleine Feinkostladen im Zentrum von Alba bietet alles rund um die teure Knolle: Trüffelöl und -pesto, diverse Soßen und Cremes, Trüffelpasta – und natürlich die Trüffel selbst. Bereits seit 1930 gibt es Tartuffi Morra – und ihrem Gründer Giacomo Morra hat die Stadt viel zu verdanken. Denn Morra sorgte mit einer genialen Marketingstrategie dafür, dass die ganze Welt den weißen Edelpilz mit Alba in Verbindung bringt. Der Erfinder der herbstlichen Trüffelmesse schenkte einst Promis wie Marilyn Monroe oder Winston Churchill den größten Trüffel der Saison. Noch heute ziert sein Konterfei die Hauswand des Unternehmens an der Piazza.

Foto: Wichtiger Termin: Zur Trüffelmesse im Oktober und November kommen Besucher aus aller Welt nach Alba.

Wichtiger Termin: Zur Trüffelmesse im Oktober und November kommen Besucher aus aller Welt nach Alba.

Quelle: Jungke

Eine Stadt voller Trüffel

Ein betörender Duft liegt im Herbst über der Via maestra, der Haupteinkaufsstraße von Alba. Es riecht nach feuchter Erde, nach Moschus und einem Hauch Knoblauch – nach Trüffel eben. An vier Wochenenden findet die Fiera Internazionale del Tartufo Bianco d’Alba statt. Trüffelsucher aus der Umgebung präsentieren in einem riesigen Zelt den aus aller Welt angereisten Gourmets ihre runzligen Schätze, aufgebaut unter einer Glasabdeckung wie edler Schmuck. So mancher Kunde zückt eine Lupe – jede Fehleinschätzung muss schließlich teuer bezahlt werden. Zur Sicherheit kann man den Trüffel nach dem Kauf aber noch einmal von einer Jury begutachten lassen – und im Zweifelsfall zurückgeben.

Wer kein Vermögen ausgeben will, kann auf Getrüffeltes zurückgreifen. Viele der rund 80 Aussteller preisen Pasta, Risottoreis, Öl und Salami an – alles mit Trüffeln verfeinert. Überhaupt ist in diesem Teil Italiens der gute Geschmack zu Hause, behaupten nicht nur die Piemonteser selbst. In der Langhe gedeihen die Trauben für weltberühmte Tropfen: den als König der Weine geltenden kräftigen Barolo, den Barbaresco und den lieblichen Moscato. Viele Winzer bieten Verkostungen an.

Foto: Treffpunkt für Gourmets: In der Burg Grinzane Cavour findet zum Abschluss der Messe die Weltauktion der Trüffel statt.

Treffpunkt für Gourmets: In der Burg Grinzane Cavour findet zum Abschluss der Messe die Weltauktion der Trüffel statt.

Quelle: Jungke

Wunderbar schlemmen lässt sich in den zahllosen Restaurants und Trattorien. Die Küche ist eher bodenständig, aber trotzdem raffiniert. Das Piemont ist ein Landstrich für Genießer. Und für Kulturinteressierte: Ob Asti oder Alba, Cuneo oder Saluzzo – die mittelalterlichen kleinen Städtchen mit ihren Burgen und Schlössern, Kirchen und verschlungenen Gassen, die Hauptstadt Turin mit ihren Barockpalästen und eleganten Arkadengängen wollen entdeckt werden. Und wo sich in der ländlichen Umgebung Weinberg an Weinberg reiht, lässt es sich auch gut wandern. Die schönste Jahreszeit dafür ist der Herbst, wenn sich frühmorgens die Nebelbänke über die Weinberge legen und es tagsüber noch angenehm warm ist. Dann ist auch Saison für den Tuber magnatum pico, das weiße Gold von Alba.

Von Birgit Jungke

Hin und Weg

Die Region
„Al pie dei monti“ (Am Fuß der Berge) heißt das Piemont, die westlichste Region Italiens. Es grenzt im Norden an die Schweiz, im Westen an Frankreich, im Süden an Ligurien und im Osten an die Lombardei. Elegante Hauptstadt des Piemont ist Turin.

Anreise
Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind in Turin und Mailand. Von dort aus geht es weiter mit dem Mietwagen.

Trüffelmesse
Im Oktober und November findet an vier Wochenenden in Alba die berühmte Trüffelmesse statt, die Gourmets aus aller Welt anzieht.

Reisebeispiel
Eine fünf- beziehungsweise siebentägige Rundreise mit Besichtigungsprogramm hat der Busreiseveranstalter AK-Touristik im Angebot. Mit jeweils einer Übernachtung auf dem Hin- und Rückweg in Süddeutschland geht es mit dem großzügigen und bequemen Panoramabus ab Norddeutschland ins Piemont. Ein Haus-zu-Haus-Abholservice macht die Anreise komfortabel. Übernachtet wird auf der Hin- und Rückfahrt sowie während des Piemont-Aufenthalts im Zentrum von Cuneo in namhaften Vier-Sterne-Hotels. Inklusive Reiseleitung, Halbpension, aller Stadtführungen, Eintrittsgelder, begleiteter Trüffelsuche mit Degustation, Besuch eines Weingutes mit Verkostung kostet die Busreise vom 20.  bis 26. Oktober 1115 Euro. Als fünftägige Flugreise bietet der Veranstalter die Tour ab 1425 Euro pro Person an.

Weitere Informationen
AK Touristik,  Marie-Curie-Straße 14, 24145 Kiel,  E-Mail: info@ak-touristik.de
www.ak-touristik.de

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