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Wo Till Eulenspiegel zuhause ist

Tourismus Wo Till Eulenspiegel zuhause ist

Unberührte Natur und sehenswerte Kleinstädte: Das Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein ist ein ideales Ausflugsziel. Was es zu bieten hat, lesen Sie hier ...

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Die Eulenspiegelstadt: Das malerisch gelegene Mölln ist die zweitgrößte Stadt im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Quelle: Faber

Die Menschen winken ihm zu, rufen seinen Namen: „Hallo Till. Bist du es wirklich? Dürfen wir dich fotografieren?“ lauten die meisten spontanen Ausrufe, wenn Till Eulenspiegel durch Mölln streift. Der Narr ist in der Kleinstadt im Kreis Herzogtum Lauenburg allgegenwärtig. Nicht nur dargestellt vom Schauspieler Mario Schäfer, sondern auch als Denkmal, Brunnen, an Türgriffen als Abbildung und natürlich in sämtlichen Variationen von der Historie bis zur Gegenwart in dem modernen Eulenspiegelmuseum.

In der Heimat des Till Eulenspiegel

Die meisten Museumsbesucher kennen die Geschichten von Till Eulenspiegel noch aus ihrer Kindheit. Der lustige Spaßmacher, der im Jahr 1300 in Kneitlingen bei Braunschweig geboren und 1350 in Mölln gestorben sein soll, hat allerlei Schabernack getrieben. Zu den bekanntesten Geschichten gehören die des Seiltanzes und von Till Eulenspiegel als Bäcker.
Als hauptamtlicher Eulenspiegel der Stadt Mölln weiß Mario Schäfer bestens über alle Überlieferungen Bescheid, kann jeden Text zitieren, redet bei Festen sowie Empfängen und hält den Menschen dabei gern einen Spiegel vor die Nase. Besonders gern nimmt er die lokale Politik aufs Korn. Alle drei Jahre tritt er bei den Möllner Eulenspiegel-Festspielen als Hauptdarsteller auf. „Als ich vor mehr als 20 Jahren aus Thüringen von dem Job hier erfuhr, wusste ich noch nicht einmal, wo Mölln liegt. Heute empfinde ich das Kreis Herzogtum Lauenburg mit seinen wunderschönen Dörfern, Kleinstädten und einer grandiosen Natur als meine neue Heimat“, erklärt Mario Schäfer.

Foto: Schauspieler Mario Schäfer schlüpft immer wieder in die Rolle des Till Eulenspiegel.

Schauspieler Mario Schäfer schlüpft immer wieder in die Rolle des Till Eulenspiegel.

Quelle: Faber

Die Stadt zwischen den Seen

Zu den malerischen Orten im Land der 40 Seen gehört auch Ratzeburg, dessen mächtiger Backsteindom die Silhouette der Stadt dominiert. Auf den ausgedehnten Wasserflächen ziehen Segler, Ruderer, Kanuten und Ausflugsschiffe ihre Bahnen. Bei einem Spaziergang mit dem gelb-schwarz gekleideten Landsknecht ist viel über die kleine Inselstadt zu erfahren. Er erklärt nicht nur den Katzenbalger – ein Kurzschwert aus dem 16. Jahrhundert, das zur Bewaffnung eines Söldners gehörte –, er drückt seinen Zuhörern zwischendurch sogar ein großes Zweihandschwert in die Hand. „Die Straußenfedern an meiner Kopfbedeckung sind ein Zeichen für den Adel“, berichtet er. Der Landsknecht, verkörpert von Florian Baier, gibt Einblicke in die Stadtgeschichte von der Renaissance bis zu aktuellen Geschehnissen. „Ratzeburg kommt nicht von Ratten, wie man meinen könnte, auch nicht von Ratzefummel, sondern so hieß ein slawischer Fürst aus Ratibor“, berichtet er.

Ratzeburg – das Mekka für Ruderer

Heutzutage gelte Ratzeburg als Mekka für Ruderer. Mit dem Ratzeburger Achter ist die kleine Kreisstadt des Kreis Herzogtums Lauenburg deutschlandweit bekannt geworden. Vater dieses Sportwunders war der Mathematik- und Sportlehrer Karl Adam. Er übernahm die Ruderriege der Lauenburgischen Gelehrtenschule, formte mit System eine Leistungsmannschaft, revolutionierte mit seinen Trainingsmethoden den Rudersport und sammelte viele Titel bei den Olympischen Spielen sowie bei Welt- und Europameisterschaften.

Eine Rundtour durch die abwechslungsreiche Natur

Die unberührten Landschaften des Kreis Herzogtums Lauenburg mit ihren zahlreichen Seen, kleinen Buchten, Mooren und Wäldern haben auch für weniger Sportliche viel zu bieten. Besonders lohnenswert ist eine Wanderung durch das Hellbachtal. „Durch die Schmelzwasserströme der letzten Eiszeit entstand der Hellbach, das Endstück der Mölln-Gudower-Seenkette. Eine Rundtour durch das Tal gehört zu meinen Lieblingsausflügen. Hier gibt es so vielfältige Gewässertypen, wie man sie sonst auf so kleinem Raum wohl kaum antrifft. Zwischen den naturnahen Wäldern in der hügeligen Landschaft gibt es herrliche Ausblicke über das Wiesental mit verschiedenen Gräsern, Orchideenflächen, Knabenkraut, Sumpfdotterblume und natürlich Wiesenschaumkraut“, erklärt Naturparkleiter Frank Hadulla. Die Gewässer mit Namen wie Lotssee, Krebssee und Schwarzsee wirken geradezu mystisch. Während sich in den Bäumen am Lotssee die Grau- und Silberreiher treffen, zieht der Seeadler seine Kreise über dem Schwarzsee. Das Schilf am Ufer wird sanft vom Wind hin und her gewogen. Vogelschwärme fliegen über die Wasserfläche.

Willkommen auf dem Gutshof Groß Zecher

Nicht weit entfernt liegt der Schaalsee. Seit 1681 befinden sich der Gutshof Groß Zecher und die dazugehörigen Ländereien im Besitz der Familie von Witzendorff. Dass die landschaftlich reizvollen See-, Forst- und Ackerflächen fast in ihrer ursprünglichen Gesamtheit erhalten sind, verdankt das Gut Hieronymus von Witzendorff, der vor mehr als 300 Jahren den Fideikommiß – eine gesetzlich vorgeschriebene Unteilbarkeit des Besitzes – einführte. Schon damals sah er als braunschweigisch-lüneburgischer Geheimer Rat und Kammerpräsident in der großen Politik die Tragik der Landesteilung und zog seine Lehren daraus. Er wollte seine Familie vor dem Schicksal bewahren, das Familienvermögen zu verlieren.

Foto: Liebt ihre Heimat: Hannelore von Witzendorff leitet seit 1994 den Gutshof Groß Zecher am Schaalsee.

Liebt ihre Heimat: Hannelore von Witzendorff leitet seit 1994 den Gutshof Groß Zecher am Schaalsee.

Quelle: Faber

Zum Gut gehören heute rund 1000 Hektar Fläche, die sich in etwa 250 Hektar Weiden, Forstwirtschaft und eine 600 Hektar große Seefläche aufteilen. Diplomlandwirtin Hannelore von Witzendorff leitet seit 1994 das Gut. „Fast alle Ländereien und der See sind verpachtet. So kann ich mich ganz auf die Ferienwohnungen und die Kutscherscheune konzentrieren“, erklärt die Gutsherrin. Außer dem Café-Restaurant Zur Kutscherscheune widmet sich von Witzendorff der Landwirtschaft. Zu ihrer kleinen Herde gehören ein Esel, zwei Maultiere, ein Haflinger, ein Shetlandpony, zwei Kühe, drei Katzen, ein  Hund und drei Hängebauchschweine. „Auch das Handwerk macht mir viel Spaß. Demnächst werde ich eine weitere Wohnung in dem Gutshaus von 1789 renovieren“, berichtet Hannelore von Witzendorff während einer kurzen Pause, bei der sie ein Stück ihrer Lieblingstorte aus der Kutscherscheune genießt. Gutsbäckerin Claudia Hardekopf-Daene backt hier täglich bis zu neun Torten. „Unser Renner ist die Kutschertorte. Für diesen Kuchen kommen Gäste sogar extra aus Hamburg“, verrät die Bäckerin stolz.

Ein See voller Fische

Foto: Fischwirtschaftsmeister Rüdiger Jobmann, der die einzige Fischerei am Ratzeburger See betreibt, nutzt seinen Kutter „Erasmus II“ zum Fischfang.

Fischwirtschaftsmeister Rüdiger Jobmann, der die einzige Fischerei am Ratzeburger See betreibt, nutzt seinen Kutter „Erasmus II“ zum Fischfang.

Quelle: Faber

Während des Gesprächs zwischen der Gutsherrin und den Mitarbeitern in der Scheune taucht Fischwirt Jan Schmieder auf. Zusammen mit seinem Vater Michael Bothstede hat er den See gepachtet. Im Gepäck hat er den neuesten Fang aus dem Schaalsee: Maränen. Wie die Maränen einst in den Schalsee gelangten, darüber gibt eine Sage der Gegend Auskunft: Eine Äbtissin in der Nähe des Schaalsees, die aber ursprünglich vom Bodensee stammte, soll sich nach ihrer Lieblingsspeise, den leckeren Maränen ihrer Heimat, gesehnt haben. Von ihrer Gier angetrieben, versprach sie dem Teufel ihre Seele, wenn er ihr dafür bis nachts um zwölf Uhr ein paar Maränen bringen würde. Kaum hatte die Äbtissin den Entschluss gefasst, bereute sie aber das Abkommen. Also stellte sie die Uhr im Kloster um ein paar Minuten vor, so dass es gerade zwölfmal läutete, als der Teufel mit den Maränen über den Schaalsee flog. Vor lauter Wut über diese verlorene Seele warf der Teufel die Fische in den See, wo sie seitdem zu den beliebten Fängen der Fischer zählen.

Von Carola Faber

Hin und Weg

Kreis Herzogtum Lauenburg
Das Kreis Herzogtum Lauenburg befindet sich vor den Toren Hamburgs zwischen der Elbe im Süden und Lübeck im Norden. Charakteristisch für die Region sind die Seen, Wälder, historischen Kleinstädte und Dörfer.

Anreise
Mit dem Auto kommt man von Hamburg aus auf der A 25 und der B 5 nach Lauenburg, aus Richtung Lüneburg auf der B 209. Lauenburg ist ans Schienennetz der Deutschen Bahn angebunden. Das Herzogtum liegt außerdem am Radfernweg Elberadweg.

Übernachten
Der Seehof in Ratzeburg liegt direkt am Küchensee und verfügt sogar über einen eigenen Bootssteg. Das Hotel und Restaurant Waldhalle befindet sich im Naturpark Lauenburgische Seen, an der Nordseite des Schmalsees. Der Gutshof Groß Zecher mit dem Café-Restaurant Kutscherscheune liegt am Schaalsee.
www.der-seehof.de
www.waldhalle.info
www.kutscherscheune.de
 
Weitere Informationen
www.herzogtum-lauenburg.de

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