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Reise Schwedisch für Anfänger

Südschweden ist schön. Und weit und wild. Und im Grunde ganz leicht zu verstehen.

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Die Küste bei Ales Stenar: Unten gibt es frischen Fisch, oben haben Wikinger Steine aufgestellt.

Quelle: Meyer-Arlt

Hannover. Schwedisch ist eigentlich ganz einfach. "Guten Tag" heißt "Hej", "Hallo" heißt "Hej", "Auf Wiedersehen" heißt auch "Hej". Und "Danke" heißt "Tack". Weil es zur Höflichkeit des Reisenden gehört, in der Sprache des Landes zu grüßen, sagte ich "Hej" zur Kassiererin im Supermarkt, die mir ihrerseits ein fröhliches "Hej" zuwarf. Sie schob Milch ("mjölk"), Brot ("bröd") und Fischmus aus der Tube ("Kaviar") vor den Scanner, ich gab ihr ein paar Scheine. Sie sagte "Tack".

In Schweden sind die Leute ein bisschen heikel mit dem Kleingeld. Mit Münzen beschäftigt sich hier nicht die Kassiererin, sondern ein Automat. Der retournierte mir das Wechselgeld. Ich nahm es mit einem "Tack" entgegen, was die Kassiererin ihrerseits mit einem "Tack" quittierte. Weil sie dabei so nett lächelte, sagte ich wieder "Tack", was wiederum ein "Tack" von ihr zur Folge hatte. Wir redeten miteinander wie zwei Diesel-Spezialisten oder halbherzige Uhrmacher.
Derartige Dialoge hört man oft in Schweden. Schweden danken halt gern. Und sie sind auch Meister im Grüßen. "Hej", "Hej" – "Tack", "Tack", so geht’s den ganzen Tag.

"Die Provence Schwedens"

Dabei waren wir gar nicht in der Weite des schwedischen Nordens unterwegs (wo das Auftauchen eines anderen Menschen etwas so Besonderes ist, dass es meist einer entsprechenden Würdigung bedarf), sondern in Südschweden. In Schonen. Oder, wie die Schweden schreiben: Skåne, dort, wo Schweden ein bisschen dänisch wirkt (und früher auch mal dänisch war).

"Die Provence Schwedens" nennen die Nordschweden diese Ecke. Und sie machen dort gern Urlaub. Aber Schonen ist auch ein ausgezeichnetes Reiseziel für Besucher aus Deutschland. Denn es gibt zwischen Helsingborg und Ystad viel zu entdecken: Sandstrände, Felsküste, mutige neue Architektur, idyllische Naturparks und junge, quirlige, immer irgendwie in Veränderung begriffene Städte wie Malmö und Lund.

Der richtige Dreh: Das 190 Meter hohe Büro- und Wohnhaus Turning Torso ist das Wahrzeichen von Malmös neuem Stadtteil Västra Hamnen.

Quelle: Meyer-Arlt

Schnell erreichbar

Ein weiterer Vorteil: Schonen schont den Kilometerzähler, denn man ist relativ schnell da. Zeitsparend etwa ist die Nachtfahrt mit der Fähre von Lübeck-Travemünde nach Trelleborg. Bis gegen 21 Uhr kann man abends einchecken, morgens um 7 Uhr kommt man in Trelleborg an. In der Regel ist das eine recht langsame und ruhige Fahrt. Bei wenig Wind und schwachem Seegang kann es schon mal sein, dass man nachts in der Kabine aufwacht und davon überzeugt ist, dass das Schiff längst schon im Hafen angelegt haben muss. Ist aber nicht so. Es fährt. Es schwebt geradezu über die See.

Ein paar Kilometer östlich von Trelleborg liegt das beschauliche Küstenstädchen Ystad, das durch die Kriminalromane von Henning Mankell berühmt wurde. Hier können sich Krimifans auf die Spuren von Kommissar Wallander begeben.
Aber es gibt auch noch ganz andere Spuren zu entdecken. Knapp zwanzig Kilometer weiter östlich am Rande des kleinen Dorfes Käseberga liegt die kulturgeschichtlich bedeutsame Steinanlage Ales stenar. Wikinger haben hier 59 Findlinge so aufgestellt, dass sie die Form eines Bootes nachzeichnen. Spektakulär ist der Platz, auf dem sie das taten: ein Hügel, der weit ins Meer hineinragt. Die Anlage wirkt ein bisschen wie Stonehenge in klein, aber der Ausblick auf die Ostsee und die Küste ist atemberaubend.

Fisch essen in Lund

Es gibt zwar Zäune in der Nähe der Anlage, aber die haben nur etwas mit Viehhaltung und nichts mit der Kanalisierung von Touristenströmen zu tun. Man kann sich hier frei bewegen und den abenteuerlichen, aber nicht wirklich gefährlichen Abstieg zum Strand wagen. Dort stößt man nach einem kleinen Spaziergang auf einen kleinen Hafen mit einer lauschigen Alrökeri, die zum Fischimbiss einlädt.

Der Fisch dort ist in Ordnung, den besten Fisch aber hatten wir bei Malmstens Fisk, dem Fischmann in der Markthalle von Lund. Denn der hat dort einen sensationellen süß eingelegten Hering im Angebot. Dazu dunkles Brot ... alter Schwede, ist das gut.

Heizpilze gegen die Kälte

Das gemütliche Uni-Städtchen Lund eignet sich gut für einen Tagesausflug. Im Freilichtmuseum Kulturen kann man erleben, wie die Bauern der Gegend vor einigen hundert Jahren gelebt haben: vorzugsweise in Holzhäusern mit kleinen Kammern, niedrigen Türen und gigantischen Öfen. Lebensbestimmend – das wird dem Besucher eindrücklich vorgeführt – war der Kampf gegen die Kälte.

Heutzutage führen die Schweden den Kampf gegen die Kälte mit Heizpilzen. Ganze Batterien davon warten vor den Cafés. Sobald im Frühjahr auch nur ein bisschen blauer Himmel zu sehen ist, werden sie angeworfen und die Schweden nehmen ihren Kaffee im Freien zu sich. Meist liegen auch Decken aus. Sie lieben es, im Freien zu sitzen. Nach dem langen Winter muss man dafür auch jede Gelegenheit nutzen, die sich bietet. Auch, was das angeht, kann man die Schweden gut verstehen.

Hin & Weg

Anreise
Von Lübeck-Travemünde mit der Fähre nach Trelleborg: Hin- und Rückfahrt inklusive Auto und bis zu 5 Personen auf einer Nachtfahrtverbindung der  „TT Line“ ab 309 Euro.
Beste Reisezeit
Das Klima Südschwedens ähnelt dem Norddeutschlands. Die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sind relativ gering. Die Sommer sind recht feucht und kühl. Der meiste Regen fällt im Spätsommer und im frühen Herbst.
Kurzreisen
Minikreuzfahrt für zwei Erwachsene und zwei Kinder von Lübeck-Travemünde bis Trelleborg und zurück ab 82,- Euro. Malmö-Städtereise mit Fähre der TT-Line von Lübeck-Travemünde für zwei Personen mit zwei Hotelübernachtungen ab 165 Euro.
Weitere Informationen
www.visitsweden.com www.malmotown.com/de/

Von Ronald Meyer-Arlt

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