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Der zauberhafte Duft des Orients

Marokkos Norden entdecken Der zauberhafte Duft des Orients

In Casablanca und Tanger verschmelzen afrikanische, europäische und arabische Einflüsse – ein abenteuerlicher Städtetrip durch den faszinierenden Norden Marokkos.

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Morgendämmerung über der nordafrikanischen Hafenstadt Tanger. Von der nördlichsten Spitze Marokkos ist es nicht mehr weit nach Europa.

Quelle: afp

Schon der Weg ist abenteuerlich. Im Hotel war ich noch ganz sicher, mir die Straßenführung genau gemerkt zu haben. Aber schon an der ersten Kreuzung kommen Zweifel auf. Ich frage drei Frauen nach dem Hamam in Casablanca. Ungläubiges Kopfschütteln und Schulterzucken auf meine Fragen nach der marokkanischen Badeanstalt.

Durch das Straßengewirr von Casablanca

Imposantes Bauwerk - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Nächste Station ist ein Kiosk. Zwei junge Männer scheinen mich zu verstehen. In einem Kauderwelsch aus Englisch und Französisch kommt der Hinweis: immer geradeaus, dann die vierte Straße rechts oder links. Ein Herr im Anzug kommt mir entgegen. Er kennt den Hamam meiner Wahl. „Ich führe Sie gern dorthin“, sagt er. Ein paar Schritte weiter bleibt er stehen, „hier wohnen meine Schwester und mein Bruder. Die können weiterhelfen“, erklärt der Geschäftsmann aus Tanger. Es folgen ein paar Telefonate und tatsächlich kommt der Bruder aus dem Haus. Flink eilen die beiden Männer mit mir durch das Straßengewirr von Casablanca. Nur zehn Minuten später bleiben sie vor dem Hamam stehen. An der Kasse erklären die hilfsbereiten Marokkaner der Mitarbeiterin noch mein Anliegen und überlassen mich der Obhut der Frauen in dem neuen Badehaus.

Entspannen auf Marokkanisch

Kinderlachen mischt sich in dem gefliesten Hauptraum mit dem Plätschern des Wassers. Eine englischsprechende Frau namens Imane erklärt mir die Prozedur: „Erst mit der Olivenölmasse im Dampfbad die Haut einseifen, dann etwas ausruhen. Masseurin Laila reibt bei der Gommage mit einem Handschuh den Körper von den Zehen bis zum Hals ab. Nach der Reinigung gibt es zur Entspannung eine schöne Massage.“

Casablanca beeindruckt

Als Traumbilder erscheinen mir die eindrucksvollen Erlebnisse des Vormittags in Casablanca: Die Besichtigung der eindrucksvollen Hassan-II.-Moschee, deren Minarett mit 210 Metern eines der höchsten religiösen Bauwerke der Welt ist, der Besuch der neuen Medina im Habous-Viertel mit dem Souk der Messinghändler und – natürlich – ein Stopp in Rick’s Café, wo die Gäste in die Welt des Hollywoodklassikers Casablanca aus dem Jahr 1942 entführt werden.

Langsam nähert sich die Massage von Laila dem Ende. Imane wartet schon. „Hier treffen sich viele Frauen“, erzählt sie, „wir tauschen uns aus, schließen Freundschaften. Der Hamam ist gut für meine Haut und meine Seele“, sagt sie lächelnd.

Ein Hauch von Orient

Magisches Tanger - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Am nächsten Tag in Tanger. Ein Fischer rudert mit seinem blauen Holzboot, das mit der Farbe des Himmels und des Meeres zu verschmelzen scheint, auf die andere Seite des Hafenbeckens. Blühende Bougainvillea ranken sich an den weißen Mauern der verschachtelt gebauten Häuser der Altstadt empor. Wer nicht im Straßencafé sitzt oder am Strand entspannt, bummelt durch die sauber geputzten Gassen der farbenprächtigen Medina von Tanger mit ihren quirligen Märkten, Geschäften und Cafés. Teppich- und Souvenirhändler bieten ihre Waren an, eine Straße weiter reihen sich die Ateliers der Schneider aneinander. Zwei Männer mit Turban diskutieren in einem Geschäft, in dem sich bis unter die Decke die Bücher stapeln. Und über allem schwebt der Duft der aromatischen Gewürze. „Die orientalische Seele braucht Fülle, deshalb sind die Läden so voll und die Portionen auf den Tellern auch so groß“, erklärt Reiseleiter Mohamed Naciri. In den Caféhäusern am Petit Socco genießen Einheimische und Touristen die Atmosphäre, die schon Maler und Schriftsteller wie Henri Matisse, Truman Capote und Tennessee Williams inspirierte.

„Die Marokkaner haben ein sehr feines Gespür"

Auch den Frankfurter Hans Joachim Tischleder zog es einst hierher. „Wer diesen Ort nicht kennt, kennt die Welt nicht,“ sagt der Geschäftsführer der deutsch-marokkanischen Gesellschaft Tangers. „Die Marokkaner haben ein sehr feines Gespür. Sie sind erst verschlossen und man braucht Zeit, ihr Vertrauen zu erwerben“, sagt der Deutsche, der Tanger 1990 zu seiner Wahlheimat machte. „Immer wenn ich in ein anderes Land komme, setze ich mich erst einmal in ein Café. Dort erfahre ich viel über das Land und seine Menschen. Noch heute besuche ich das Gran Café de Paris oder das traditionsreiche Hotel El Minzah, trinke dort einen Mokka, genieße und beobachte“, erzählt der Deutsche. In Tanger leben rund 1,2 Millionen Menschen. In den Sommermonaten sogar zwei Millionen. „Jeder in Marokko möchte nach Tanger“, sagt unser Reiseleiter Mohamed Naciri solz. Seine Heimatstadt liege „voll im Trend“.

Von Carola Faber

Zahlreiche Direktflüge von Deutschland nach Tanger

Anreise: Zahlreiche Fluggesellschaften bieten Direktflüge nach Tanger an. Royal Air Maroc fliegt nach Casablanca.

Beste Reisezeit: Von April bis November sind die Witterungsbedingungen im Norden des Landes besonders angenehm.

Unterkunft: Das Mövenpick Hotel Casablanca steht in der Stadtmitte unweit der meisten beliebten Touristenattraktionen. Die Bar auf der Dachterrasse im 16. Stock mit Außenpool und Spa gilt als neuer Geheimtipp der Metropole. Das Hotel La Tangerina befindet sich im Herzen der Kasbah auf dem höchsten Gipfel der Medina von Tanger mit einem beeindruckenden Panoramablick über die Meerenge von Gibraltar.
www.movenpick.com

www.latangerina.com

Weitere Informationen
www.visitmorocco.com
www.kasbah-online.de
www.gulliver-voyages.com

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