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Australien

Lasst mich hier rein!

Von Michael Pohl

Urlaub machen, wo sich Prominente vor Kameras einsperren lassen: Während die aktuelle Staffel der RTL-Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ für Schlagzeilen sorgt, können Reisende das ganze Jahr über im australischen Dschungel übernachten – ohne jegliche Ekelprüfung, ohne Schatzsuche und auch noch ohne, dass sie von Fernsehzuschauern per Telefonabstimmung frühzeitig nach Hause geschickt werden.
Wer hoch über dem Regenwald spazieren möchte, kann dies auch nahe O‘Reillys im Lamington Nationalpark tun.

Wer hoch über dem Regenwald spazieren möchte, kann dies auch nahe O‘Reillys im Lamington Nationalpark tun.

© O‘Reillys

North Tamborine. Im Bundesstaat New South Wales und vor allem nördlich davon in Queensland gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Ein Überblick über Australiens schönste Dschungelcamps.

Pethers Rainforest Retreat

Die bequeme Variante: Pethers Rainforest Retreat liegt in North Tamborine unweit von Surfers Paradise und rund 80 Kilometer vom TV-Camp entfernt. Es besteht aus einzelnen, überaus komfortablen Hütten, jeweils mit großem Balkon, Badewanne und Fernsehgerät. Zum Frühstück schaut schon mal ein Wallaby vorbei, ansonsten hört und sieht man vor allem Vögel und andere Tiere der Subtropen. Natur ist reichlich vorhanden: Umgeben ist die Anlage von gut 20.000 Quadratmetern Regenwald.

Ab 260 Euro pro Hütte. www.pethers.com.au

O’Reillys

Eine große Anlage hoch über dem Lamington National Park, die ebenfalls aus einzelnen Hütten besteht – im Freien wie im Fernsehcamp braucht hier niemand zu übernachten. Von einigen Stellen aus hat man einen wundervollen Ausblick auf den Sonnenuntergang. Außerdem gibt es allerlei Luxus wie ein Spa, Pools, WLAN und – nicht ganz selbstverständlich in den ländlichen Gebieten Australiens – Handyempfang. Vor allem aber gibt es meilenweit nichts als Regenwald – ideal für Erkundungstouren. Rund 75 Kilometer vom TV-Camp.

Doppelzimmer ab 130 Euro. www.oreillys.com.au

Silky Oaks Lodge

Traumhaft gelegen am Mossman River nahe Port Douglas im Norden Queenslands – mit 2000 Kilometern ein ganzes Stück vom Fernsehcamp entfernt, aber unter Kennern eine der schönsten Regenwaldübernachtungsmöglichkeiten Australiens. Untergebracht sind Gäste in einer von insgesamt 43 schicken Naturholzhütten im ältesten Regenwald der Welt, dem Daintree National Park. Statt Dschungelprüfungen gibt es einen Pool, Tennisplatz und Yogakurse.

Ab 260 Euro pro Hütte. www.silkyoakslodge.com.au

Ferntree Rainforest Lodge

Regenwaldlodge hoch oben im Norden Queenslands auf dem Weg nach Cape York. Die Anlage befindet sich im Cape Tribulation Rainforest, unweit der Küste, und fügt sich mit ihren Holzhäusern sehr schön in die Umgebung ein. Es gibt keinen Luxus, aber einen gewissen Komfort.

Ab 100 Euro pro Doppelzimmer. www.ferntreerainforestlodge.com.au

Mission Beach Treehouse YHA

Eine ungewöhnliche Jugendherberge südlich von Cairns nicht weit von der Küste. Das Holzgebäude liegt unmittelbar am Regenwald und verfügt über einen Pool und eine Bar. Es gibt zudem eine kleine Bibliothek – wenn auch sonst nicht viel mehr; nicht mal einen Fernseher. Dafür sind die Übernachtungspreise nahezu konkurrenzlos günstig. Das TV-Camp liegt rund 2000 Kilometer entfernt. Dafür befinden sich Sehenswürdigkeiten wie das Great Barrier Reef quasi vor der Tür.

Pro Person und Nacht ab 20 Euro. www.treehousehostel.com.au

Binna Burra Campsite

Für Reisende, die dem Fernsehvorbild noch näher kommen möchten: Binna Burra im Lamington Nationalpark bietet fertig eingerichtete Zelte für zwei bis sechs Personen und auch schlichte Parzellen für das eigene Zelt – alles inmitten der Natur und mit sagenhaftem Ausblick auf das Numinbah Valley. Die Anlage befindet sich nur rund 40 Kilometer Luftlinie vom TV-Camp entfernt – ist aber mit dem Auto nur über große Umwege zu erreichen.

Ab 20 Euro pro Zelt. www.binnaburralodge.com.au

Rainforest Skywalk

Einmal durch den Dschungel wandern wie die RTL-Moderatoren Sonja Zietlow und Dirk Bach: Der Rainforest Skywalk im Tamborine Mointain Eco Centre besteht aus mehreren Hundert Meter langen Laufstegen hoch über dem Regenwald des wunderschönen Gold-Coast-Hinterlands. In bis zu 30 Meter Höhe blickt man hinaus auf rund 120 000 Quadratmeter Regenwald, kann Tier- und Pflanzenarten in einer einmalig reichhaltigen Vielfalt erkunden. 80 Kilometer vom TV-Camp entfernt.

Eintritt 18,50 Dollar (rund 15 Euro). www.rainforestskywalk.com.au



STATIONEN EINER FERNSEHSHOW

Der Drehort

Murwillumbah an der Grenze zwischen New South Wales und Queensland ist eine dieser unaufgeregten australischen Kleinstädte, von denen wohl nie ein Mensch erfahren hätte – wenn hier nicht die britische Fernsehproduktionsfirma ITV große Mengen Land erworben hätte. Die frühere Farm Dungay, zehn Kilometer nördlich, soll der Ort sein, an dem ITV die Dschungelshow unter anderem für den britischen und deutschen Markt produziert.

Offiziell wird dies nicht bestätigt, doch ist das Gelände während der Produktionen mit Wachleuten abgesperrt, und die wenigen Hotels im Umkreis sind dann durch Fernsehmitarbeiter ausgebucht.

Das Prominentenhotel

Zu Beginn und Ende einer jeden Staffel steigen die Teilnehmer der Dschungeshow im „Palazzo Versace“ ab. Das Fünf-Sterne-Haus in Main Beach am Rande des beliebten Ferienortes Surfers Paradise ist das erste einer geplanten Reihe von Versace-Hotels. Sie sollen das Erbe des 1997 ermordeten Designers bewahren.

Der australische „Palazzo Versace“ hält sich bis ins Detail an den Stil des Namensgebers und liegt an einem kleinen Jachthafen überaus idyllisch. Prunkvoll ist die Eingangshalle, traumhaft sind die einzelnen Pools, die den Gebäudekomplex einfassen.
Ab 320 Euro pro Doppelzimmer.
 www.palazzoversace.com

Der Mediziner

Keine Dschungelprüfung ohne Dr. Bob: Der vermeintliche Arzt heißt im wirklichen Leben Bob McCarron und ist eigentlich Rettungssanitäter und Make-up-Künstler. Unter anderem bei den „Mad Max“-Filmen und „Matrix“ wirkte er als Maskenbildner mit. Für andere Produktionen wie „Mission Impossible 2“ und „Superman“ zeichnete McCarron medizinisch verantwortlich.

Wer in den Dschungel geht, sollte sich Dr. Bobs Standardfloskel „Die können beißen“ stets vor Augen führen: Schlangen, Moskitos und andere Tiere und Insekten sind im australischen Regenwald überall zu finden – man tut gut daran, ihnen nicht so nah zu kommen wie die Teilnehmer des TV-Camps. Australien gilt als Land mit den gefährlichsten Tieren der Welt.

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