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Freizeitvergnügen an Flüssen Stadt, Hessen, Fluss

Hessens Flüsse bieten Tieren einen Lebensraum, Wohnraum für Menschen in Bestlage und viele Möglichkeiten für Freizeitvergnügen. Da kann es an den Ufern eng werden.

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Blick auf die Lahn in Marburg mit Tretboot fahrenden jungen Leuten. Überall in Hessen plätschert, fließt und strömt es. Flüsse und Flüsschen mäandern auf mehreren tausend Kilometern durchs Land.

Quelle: dpa

Frankfurt am Main. Überall in Hessen plätschert, fließt und strömt es. Flüsse und Flüsschen mäandern auf mehreren tausend Kilometern durchs Land. Im Norden Weser, Werra und Eder, im Osten die Fulda, in der Mitte die Lahn, im südlicheren Hessen Kinzig und Main, an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz auch der Rhein.

So unterschiedlich die Gewässer sind - mal breit, mal schmal, mit Auenlandschaft oder im sterilen Bett: Sie ziehen die Menschen an. Die Wirkung, die Landschaften und damit auch Flüsse haben, hängt nach Einschätzung von Experten von der jeweiligen Zeit und Kultur ab. "In unserer Zeit dominieren die funktionalen Aspekte", sagt Rudolf Günther, der Sprecher des Bereichs Umweltpsychologie beim Berufsverband deutscher Psychologen (BDP). Die Menschen nehmen die Gewässer demnach auch so wahr, wie sie diese nutzen können: zum Baden, Paddeln oder für eine Abkühlung. Zudem werde die meist ruhige, aber auch starke Bewegung des Gewässers als entspannend erlebt. "Nicht von ungefähr ist die Vorstellung eines langsam dahinfließenden Flusses ein Entspannungsmittel", sagt Günther.

So zieht es auch Touristen und Ausflügler an Bäche und Flüsse. Genaue Zahlen zu Urlaubern auf oder am Wasser hat die zuständige Hessen Agentur zwar nicht. Aber: "Unsere Flusstäler sind beliebt, insbesondere bei Radwanderern und Kanufahrern", sagt Folke Mühlhölzer, der Vorsitzende der Geschäftsführung. "Der Aktivurlaub ist eines unserer wichtigsten Angebotssegmente und dabei spielen Flüsse eine wichtige Rolle." Den Blick aufs Wasser wollen viele Hessen auch im Alltag nicht missen. Sie suchen Strandbars auf, rudern, joggen am Ufer - oder ziehen dorthin. Dass etwa aus brachliegenden Industriezonen Wohnviertel werden, ist kein neuer Trend, wie Eckhard Horwedel sagt, der Geschäftsführer der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) mit Sitz in Wiesbaden. In Großstädten gebe es das schon seit wenigstens 20 Jahren. Neu sei, dass auch mittlere und kleine Städte ihre Flussufer in den Blick nähmen. "Die Entwicklung braucht aber eine kritische Begleitung", betont Horwedel. "Leben am Fluss ist in vielen Fällen sehr teuer." Leisten könnten sich das oft nur Besserverdienende. Außerdem: "Wohnen am Fluss ist Fluch und Segen zugleich." Fluch wegen der Hochwassergefahr; Segen, weil Wasser viel Lebensqualität biete.

Die DSK betreut nach eigenen Angaben mehrere hundert Bauprojekte in 450 deutschen Kommunen, darunter auch ein Vorhaben in der Nähe des Mains in Frankfurt. Von einem Spannungsverhältnis zwischen Kommunen und Flüssen berichtet auch der hessische Städte- und Gemeindebund. "Auf der einen Seite sind Flüsse attraktiv", sagt der geschäftsführende Direktor Karl-Christian Schelzke. Auf der anderen Seite müssten sich die Kommunen um den Hochwasserschutz kümmern - und das koste viel Geld. Es gebe zwar Zuschüsse, doch die deckten die Ausgaben nicht zu hundert Prozent. Kommunen sollten daher auch darüber nachdenken, in Sachen Hochwasserschutz zusammenzuarbeiten. In den wurden in Hessen nach Angaben des Umweltministeriums in den vergangenen zehn Jahren rund 230 Millionen Euro an staatlichen Mitteln investiert.

Außerdem gibt das Land einiges für den Schutz der Gewässer aus: In den letzten fünf Jahren waren es demnach rund 315 Millionen Euro. Auch Naturschützer behalten die Entwicklung am und im Wasser im Auge. Erfreulich sei, dass sich die Wasserqualität in den vergangenen Jahren deutlich verbessert habe, sagt der Biologe Mark Harthun, Referent beim hessischen Naturschutzbund (Nabu). "Allerdings fehlen naturnahe Strukturen wie Strudel, Steilufer, Sand- und Kiesbänke. Das ist für viele Arten schlecht, die auf diese Lebensräume angewiesen sind." Und: Die Flüsse seien in ihren Betten wie in einem Korsett eingezwängt. Der Nabu fordert daher, dass die Gewässer an ihren Ufern wieder mehr Platz bekommen, um sich natürlich ihr Bett zu graben. Das sei auch ein guter Hochwasserschutz.

dpa

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