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Auch Hunde haben Rücken: Wann eine Physiotherapie Sinn macht
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Tiere Auch Hunde haben Rücken: Wann eine Physiotherapie Sinn macht

Es kneift, zieht oder fühlt sich total verspannt an: Rückenschmerzen treffen nicht nur den Bürohengst, sondern auch den Hund. Dann kann dem Vierbeiner eine Physiotherapie helfen.

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Verkürzte Muskeln dehnen: Die Hundephysiotherapeutin Nicole Stübner behandelt in ihrer Praxis «Pfötchenfit» in Berlin einen vierbeinigen Patienten. Foto: Franziska Koark

Leipzig. Und wie der Mensch muss auch das Tier dazu auf der Liege Platz nehmen.

Der Patient liegt auf der Liege. Mit den Fingern massiert die Therapeutin behutsam den Rücken. Die Massage soll helfen, die verspannten Muskelgruppen zu lockern und so die Schmerzen zu lindern. Bei dieser Behandlung handelt es sich um Physiotherapie - allerdings nicht für Menschen, sondern für Hunde.

Die Tier-Physiologie gibt es seit etwa 15 Jahren, sagt Michael Maaßen von der Deutschen Gesellschaft für Tierheilpraktiker und Tierphysiotherapeuten (DGT) in Gelsenkirchen.

Physiotherapie kann bei Hunden aus verschiedenen Gründen Sinn machen, erklärt Mima Hohmann, Tierärztin und Physiotherapeutin in Leipzig. "Wenn ein Tier wegen einer Erkrankung, einem Unfall oder nach einer Operation Schmerzen oder Bewegungsprobleme hat, kann die Therapie helfen."

Die Tierphysiotherapie bietet nicht nur Massagen an. "Man kann drei Therapieformen unterscheiden", sagt Hohmann. Das eine seien manuelle Methoden wie passive und aktive Bewegungstherapie, Massage und Lymphdrainage. "Außerdem gibt es die physikalischen Techniken wie Elektro-, Laser-, Magnetfeld- oder Ultraschalltherapien." Zwischen den beiden Gruppen könne man die Schwimm- und Unterwassertherapie ansiedeln, die manuelle und physikalische Elemente enthält.

Zuerst muss der Therapeut jedoch entscheiden, welche Behandlung im Einzelfall die richtige ist. "Kommen der Hund und sein Halter das erste Mal zu mir, mache ich eine Befundaufnahme", sagt Nicole Stübner, die in Berlin Physiotherapie für Hunde anbietet. Sie schaut dann, wie das Tier läuft, was am Körper auffällt und ob es Röntgenbilder gibt. Ist das alles geklärt, bespricht Stübner mit dem Hundehalter, welche Therapieform genau geplant ist.

Bei der Anwendung mit einem Unterwasserlaufband beispielsweise kommt der Hund in ein Becken, in dem sich ein Laufband befindet. "Das Tier läuft dann im Wasser auf dem Band", sagt Stübner. "Im Wasser werden der Bewegungsapparat entlastet und die Gelenke weniger belastet, während gleichzeitig die Muskeln durch den Wasserwiderstand aufgebaut werden." Das könne nach einer Kreuzbandriss-Operation helfen.

Hat ein Hund wiederum eine Hüftdysplasie - eine Hüftfehlstellung - belastet er ein Bein häufig nicht richtig, sondern schont es eher. "Das kann dazu führen, dass sich die Muskulatur in diesem Bein verkürzt", sagt Expertin Stübner. Dann könnten Dehnübungen dazu beitragen, dass das Tier wieder besser läuft.

Wie viele Stunden notwendig sind, ist von Tier zu Tier verschieden. Auch die Kosten für eine Behandlung variieren. "Die erste Besprechung mit ausführlicher Untersuchung kostet zwischen 80 und 120 Euro", so Hohmann. Eine Therapiestunde kostet je nach eingesetzten Techniken zwischen 20 und 100 Euro. In den meisten Fällen zahlen Hundebesitzer die Physiotherapie ihrer Tiere selbst.

Die Sache hat einen weiteren Haken: Einen guten Therapeuten finden, ist nicht immer einfach. "Es gibt keine staatlich geregelte Berufsausbildung, das ist ein großes Problem", sagt Maaßen vom DGT. Es werden zahlreiche Ausbildungen angeboten, jedoch keine staatliche Prüfung. "Dadurch tauchen immer mal wieder schwarze Schafe auf." Der DGT nimmt daher bundesweit Prüfungen ab. "Das ist die einzige unabhängige Qualitätsprüfung." Nicht jeder, der keine DGT-Prüfung habe, sei allerdings ein schwarzes Schaf. "Man sollte sich genau erkundigen, welche Ausbildung und Erfahrung jemand hat."

dpa

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