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Sarstedt

Banden liefern sich blutigen Kampf in der Straßenbahn


Mit Baseballschlägern, Schlagringen und Messern bewaffnet hat eine Bande von 20 bis 30 Personen am zweiten Weihnachtstag eine Stadtbahn der Üstra gestürmt und eine Gruppe Jugendlicher offenbar gezielt angegriffen.

Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ informierte die Polizei erst am Montag über den brutalen Überfall, der sich bereits am zweiten Weihnachtstag in Sarstedt ereignet hat. Den Angaben zufolge wurden zwei Personen verletzt, darunter ein 18-jähriger Hannoveraner. Er kam mit Stichverletzungen im Hals- und Schulterbereich in ein Krankenhaus. Ein 25 Jahre alter Sarstedter erlitt leichte Verletzungen. Die Polizei schließt nicht aus, dass zwei rivalisierende Banden oder Familien südländischer Herkunft aufeinander losgingen. Möglicherweise seien Drogengeschäfte im Spiel. „Wir kennen die Hintergründe schlicht nicht und ermitteln in alle Richtungen“, sagte Polizeisprecher Frank Müller.

Die Stadtbahn der Linie 1 stand am zweiten Weihnachtstag gegen 17.30 Uhr in der Wendeschleife der Endhaltestelle Sarstedt. Mehrere Fahrgäste hielten sich bereits in der Bahn auf, wenige Minuten später sollte der Zug in Richtung Hannover abfahren. Dazu kam es jedoch nicht mehr: 20 bis 30 Männer stürmten den hinteren Wagen und griffen gezielt – so berichten es Zeugen – etwa zehn Jugendliche und junge Erwachsenen an. Mehrere Minuten lang schlugen, stachen und traten die Angreifer auf die Gruppe ein. Auch ein Schuss, womöglich aus einer Schreckschusspistole, soll gefallen sein. Dann verschwanden die Schläger. Der Fahrer der Stadtbahn rief die Polizei. Als die Beamten am Tatort eintrafen, fehlte von den Angreifern jede Spur. Sie sollen zu Fuß und mit Autos in unterschiedliche Richtungen geflüchtet sein. Die Polizei Sarstedt leitete eine Großfahndung ein, forderte Unterstützung aus Hannover und Hildesheim an.

„Im Zuge dieser Maßnahme haben wir mehrere Personen überprüft“, sagte Polizeisprecher Müller. Einige seien den Beamten bereits wegen Körperverletzungsdelikten bekannt. Sie hätten zum Teil Verletzungen gehabt, die durchaus auf eine Tatbeteiligung schließen lassen könnten. Beweisen konnten die Ermittler das allerdings nicht. Alle überprüften Personen befinden sich auf freiem Fuß. Bei den Tätern soll es sich vor allem um Türken und Afghanen handeln. Zeugen gaben an, dass auch Asiaten an dem Überfall beteiligt gewesen seien. Die Ermittler hoffen nun, dass die Aufnahmen zweier Überwachungskameras entscheidende Details liefern. Die Bilder werden derzeit ausgewertet.

Seit dem Vorfall hat die Polizei die Haltestelle verschärft im Blick. Die Üstra wird ihre Sicherheitsmaßnahmen in den Bahnen nicht verschärfen. „Nach unserer Einschätzung handelt es sich um einen drastischen Einzelfall“, sagte ein Üstra-Sprecher. Die Polizei sucht nach weiteren Verletzten. „Wir vermuten, dass einige Betroffene aus Angst noch vor Eintreffen der Polizei geflüchtet sind“, sagte Müller. Hinweise nehmen die Ermittler unter der Nummer (0 50 66) 98 50 entgegen.

vmd/tm

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