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Eltern kritisieren Turbo-Abi an IGS

Schulsystem Eltern kritisieren Turbo-Abi an IGS

Eltern und Lehrer haben am Mittwoch verärgert auf die Ankündigung der Landesregierung reagiert, auch an den Integrierten Gesamtschulen (IGS) das Abitur nach zwölf Jahren einzuführen.

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Eltern kritisieren Turbo-Abi an IGS

Quelle: Michael Thomas

„Ich kann mir vorstellen, dass es politisches Kalkül ist, uns so auf kaltem Wege abzuschaffen. Wenn wir einen gymnasialen Zweig einführen müssten, wäre die Integration beendet“, sagt Bernd Steinkamp, Leiter der IGS Roderbruch. Denn bisher werden Schüler aller Leistungsniveaus in der IGS gemeinsam unterrichtet. Für das Abitur nach zwölf Jahren müssten die gymnasialfähigen Kinder aber bereits von der fünften Klasse an getrennt von den anderen lernen. Sonst könnten sie den verdichteten Stoff bis zum Ende der neunten Klasse nicht schaffen.

Mit der zehnten Klasse beginnt am Gymnasium – und in Zukunft dann auch an der IGS – bereits die Oberstufe.

„Die potenziellen Gymnasialschüler hätten einen anderen Stundenplan. Damit würde das gegliederte Schulsystem in der IGS Einzug halten“, sagt Christoph Walther, Leiter der IGS Linden. Die IGS würde sich bis zur Unkenntlichkeit verändern. Walther verweist darauf, dass Integrierte Gesamtschulen mit ihren pädagogischen Konzepten, Förderung und Ganztagsunterricht benachteiligten Schülern gezielt mehr Zeit einräumen. „Wenn wir aber frühzeitig die Weichen stellten müssten, ginge eine Vielzahl von diesen Angeboten verloren. Das träfe uns ins Mark.“

Die Eltern teilen die Sorgen. „An der IGS machen viele Kinder mit Realschulempfehlung und viele mit Migrationshintergrund Abitur. Das ist für mich Chancengleichheit“, sagt Bettina Isbanner, Elternvertreterin im Vorstand der IGS Roderbruch. Sie verstehe nicht, dass die Schwierigkeiten, die das verkürzte Abitur an den Gymnasien bereite, nun auf die IGS übertragen werden sollen. „Das reduziert die Bildungschancen noch weiter, vor allem für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund und ärmeren Familien, die sich keine teuren Nachhilfestunden leisten können“, sagt auch Diakoniepastor Hans-Martin Joost.

„Wir schaffen Chancen für Schüler, die im gegliederten Schulsystem keine haben“, sagt Bernd Steinkamp. Die Frage sei auch, was mit IGS-Schülern geschehe, die nach der zehnten Klasse im künftigen Haupt- und Realschulzweig in die Oberstufe wechseln wollen. „Sollen sie dann die zehnte Klasse des Gymnasialzweigs wiederholen?“

„Der gemeinsame Unterricht, also das, was die Gesamtschule ausmacht, ginge bei den Plänen der Landesregierung völlig flöten“, sagt Alexander Brandenburg, Elternvertreter im Vorstand der IGS Linden. Anneli Keßler, Leiterin der IGS Kronsberg, wünscht sich einen Dialog der Landesregierung mit den Eltern. „Wir spüren ja die Nachfrage bei den Eltern, die eine Schule ohne Sitzenbleiben wollen. Und beim Zentralabitur haben die Gesamtschulen ihre Stärken gezeigt.“

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