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Jugendliche richten Millionenschaden im Kröpcke-Center an

Spur der Verwüstung Jugendliche richten Millionenschaden im Kröpcke-Center an

Vier junge Männer haben in der Nacht zu Sonntag im Kröpcke-Center in Hannover eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Durch zerstörte Sanitäranlagen entstand ein massiver Wasserschaden, der Gesamtschaden geht vermutlich in die Millionen.

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Wegen des Wasserschadens blieb die Filliale von Peek & Cloppenburg am Montag geschlossen.

Quelle: Florian Wallenwein

Vier Heranwachsende haben am Wochenende in den leer stehenden Obergeschossen des Kröpcke-Centers randaliert. Sie traten unter anderem Toiletten und Waschbecken kaputt – und verursachten dabei einen Wasserschaden, der sich bis in die Verkaufsräume von Peek & Cloppenburg fortsetzte. Das große Bekleidungshaus musste am Montag ganztägig geschlossen bleiben, der Schaden wird von der Polizei auf einen Millionenbetrag geschätzt. Alle Täter sind geständig. Zwei der Randalierer sind zwar noch minderjährig, mit 17 Jahren aber bereits strafmündig. „Strafrechtlich wird das vielleicht nicht so schlimm“, sagte eine Polizeisprecherin, „aber in Bezug auf den Schaden werden die wohl ihres Lebens nicht mehr froh.“

Etliche Kunden standen am Montag vor verschlossenen Türen. Mit Infozetteln bat die Peek-Geschäftsführung um Verständnis für die „ungeplanten Reparaturen“. Wie groß die Einbußen bei Peek sind, wollte Sprecherin Katja Hünnekens nicht sagen: „Wir kommunizieren unsere Tagesumsätze nicht.“ Die Beschädigung an der ausgestellten Kleidung selbst hält sich offenbar in Grenzen. „Das Wasser ist glücklicherweise im Bereich der zentralen Rolltreppen eingedrungen, dort hängt relativ wenig Kleidung“, sagt Hünnekens. Wegen der durchnässten Rolltreppen sei ein Öffnen des Geschäfts aber unzumutbar gewesen. Mitarbeiter wurden nach Hause geschickt, Technikertrupps überprüften die Elektrik, um Folgeschäden auszuschließen. Am Montagabend kam die erlösende Nachricht: Am Dienstag kann das Modegeschäft wieder öffnen.

Aufgefallen war der Schaden nach Polizeiangaben einem aufmerksamen Mitarbeiter von Peek & Cloppenburg, der sich in der Nacht zu Sonntag auf dem Heimweg von einer Betriebsfeier befand. Er hörte Wassergeräusche, dachte aber zunächst an tauenden Schnee. Sonntagfrüh ging er nachschauen und alarmierte um 10 Uhr die Feuerwehr. Die rückte mit der Polizei an. Im Obergeschoss muss sich den Einsatzkräften ein Bild der Verwüstung geboten haben. In den verlassenen Büroetagen waren Rigipswände und Spiegel eingetreten, Keramikwaschbecken und -toilettenschüsseln von den Wänden gerissen und demoliert.

Die beiden 17-Jährigen sowie ein 18- und ein 19-Jähriger hatten sich über das Nottreppenhaus den Weg ins Obergeschoss gesucht und dort eine Glastür eingeschlagen. Der Wachdienst hatte sie bei seinen Runden nicht bemerkt. Sonntagnachmittag gegen 16.30 Uhr kamen mehrere Jugendliche aber offenbar noch einmal wieder, darunter auch die beiden 17-Jährigen. Die alarmierte Polizei griff sie auf und nahm sie mit. In Verhören waren erst die beiden Jüngeren, später auch die Älteren geständig. Alle waren der Polizei zuvor nicht bekannt. Auf sie warten Anzeigen wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs.

Großbaustelle bleibt: Das Kröpcke-Center wird für 200 Millionen Euro umgebaut und erweitert. Der Großauftrag für den Rohbau ist weiterhin nicht vergeben. Dem Vernehmen nach laufen noch Umplanungen. Zu den Gründen gibt es keine Auskunft. Die Arbeiten gehen aber schrittweise mit Einzelaufträgen voran, nach Angaben des Investors gibt es keine Probleme.

Conrad von Meding

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Stellungnahme
Eine Wunde im Herzen der Stadt: Das Kröpcke-Center ist für den Ausbau der Geschäftsetagen vorbereitet.

Der Investor, der das Kröpcke-Center zum modernen Geschäfts- und Bürocenter umbaut, hat am Freitag bekannt gegeben, dass es keine Probleme gibt. Damit dementierte er Berichte über nicht bezahlte Rechnungen.

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