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Tägliche Gewalt: Schule schlägt Alarm

Johannes-Kepler-Realschule Tägliche Gewalt: Schule schlägt Alarm

Zu viele Kinder mit wenig Deutschkenntnissen, hohe Gewaltbereitschaft: Auch Eltern der Johannes-Kepler-Realschule in Ricklingen haben sich mit einem Brandbrief an Landtags- und Kommunalpolitiker gewandt.

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Brennpunkt: Die Eltern der Johannes-Kepler-Realschule in Ricklingen haben Landtags- und Kommunalpolitiker um Hilfe gebeten.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Nach der Grundschule Mühlenberg und der Peter-Ustinov-Schule fordert damit bereits die dritte Schule aus dem Stadtbezirk Ricklingen wegen eklatanter Missstände Hilfe. Die derzeitige Situation sei „untragbar“, heißt es in dem Schreiben.

Hohe Gewaltbereitschaft

Neben einem überproportional hohen Anteil an Kindern mit Sprachdefiziten - in jeder Klasse nahezu ein Drittel der Schüler - klagen die Eltern über eine hohe Gewaltbereitschaft. Es gebe Handgreiflichkeiten unter Schülern, Zerstörungswut. Lehrer seien fast täglich verbalen Angriffen ausgesetzt, auch körperliche Angriffe ihnen gegenüber seien im vergangenen Schuljahr vorgekommen, heißt es. Lehrern würden Schläge angedroht, einer Klassenlehrerin sei ins Gesicht gespuckt worden, sagt Elternratsvorsitzende Silke Weighardt. Die Eltern der Realschule fordern für hannoversche Schulen eine Begrenzung der Zahl der Schüler, die keine deutschen Sprachkenntnisse haben. Es könne nicht sein, dass die Johannes-Kepler-Realschule einen extrem erhöhten Anteil aufnehme - darunter auch Schüler, die nicht einmal in ihrer Herkunftssprache alphabetisiert seien -, andere dagegen wenige oder gar keine Schüler. Der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund an der Johannes-Kepler-Realschule liege bei rund 90 Prozent

Erst vor knapp zwei Wochen war ein Beschwerdebrief von Eltern der Grundschule Hägewiesen aus dem Sahlkamp bekannt geworden. Die Eltern dort hatten nicht nur die zu hohe Anzahl von Kindern mit geringen Deutschkenntnissen beklagt. Es habe teilweise monatelangen Ausfall in Nebenfächern gegeben, um die Lehrpläne in den Fächern Deutsch und Mathe wenigstens ansatzweise zu erfüllen. Dazu komme, dass bereits in den Kitas des Stadtteils der Sprachförderunterricht, der den Einrichtungen eigentlich zustehe, wegen Personalmangels nur zu einem Bruchteil erteilt werde. Die Grundschule Hägewiesen ist auch Thema der nächsten Bezirksratssitzung am 23. August. Die CDU fordert in einem Antrag wegen der „erschreckenden Liste der Missstände“ eine Bildungsoffensive an der Grundschule mit mehr Lehrern und Sozialarbeitern, mehr Sprachförderstunden sowie einer effektiven Gewaltprävention. Die drei Ricklinger Schulen und die Grundschule Hägewiesen gehören zu insgesamt neun vom Land ausgewählten Brennpunktschulen in Hannover, mit denen das Land derzeit Gespräche über zusätzliche Sozialarbeiter führt. Beabsichtigt sei, jeweils die Schulen eines gesamten Stadtteils zu fördern, heißt es von der Landesschulbehörde. Die ausgewählten hannoverschen Schulen stammen alle aus den Bezirken Ricklingen und Sahlkamp/Vahrenheide.

Landesweit stellt das Kultusministerium 20 neue Sozialarbeiterstellen für Schulen in Brennpunkten bereit. Experten wie der hannoversche Erziehungswissenschaftler Manfred Bönsch halten das jedoch für einen Tropfen auf den heißen Stein.

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