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Nach Luftangriff

Berlin plant für Kundus-Opfer drei Millionen Euro ein

Von Stefan Koch

Die Bundesregierung will die Opfer des Luftangriffs bei Kundus schnell entschädigen. Wie am Montag in Regierungskreisen zu erfahren war, rechnet die Bundeswehr mit einer Gesamtsumme von etwa drei Millionen Euro. Ein Gerichtsverfahren soll nach Möglichkeit vermieden werden.
Afghanische Polizisten stehen vor dem zerstörten Tanklastzug.

Afghanische Polizisten stehen vor dem zerstörten Tanklastzug.

© ddp

Offiziell wollte niemand im Verteidigungsministerium zur Höhe der geplanten Entschädigung Stellung nehmen. Dies sei Verhandlungssache, hieß es.

Ein Sprecher stellte Gespräche mit dem afghanischstämmigen Opfer-Anwalt Karim Popal in Aussicht. Das Ministerium hatte Popal am Morgen per Fax kontaktiert. Der aus Bremen stammende Anwalt hat nach eigenen Angaben 78 Vollmachten von Hinterbliebenen des Luftschlags. Am morgigen Mittwoch will er nach Afghanistan reisen, um mit seinen Mandanten zu sprechen. Im Ministerium heißt es, man wolle binnen weniger Wochen „eine konkrete Lösung finden“. So sei die Frage zu klären, ob Hinterbliebene und Verletzte direkt entschädigt werden oder ob das Geld in einen Fonds eingezahlt wird. Ziel sei in jedem Fall eine außergerichtliche Lösung.

Bei dem vom deutschen Oberst Georg Klein angeordneten Luftangriff auf zwei von Taliban gekaperte Tanklastwagen wurden am 4. September unterschiedlichen Quellen zufolge zwischen 17 und 142 Menschen getötet oder verwundet. Die genaue Zahl der Toten ist bis heute offen. Auch ließ sich nicht ermitteln, wie viele davon bewaffnet waren und zu den Taliban zählten. Ein Untersuchungsausschuss soll die Umstände des Luftschlags prüfen – ebenso wie die Frage, welche Informationen die Bundesregierung über den Angriff hatte und zu welchem Zeitpunkt diese Informationen vorlagen.

Die SPD begrüßte die Ankündigung einer Entschädigung, sieht aber noch Klärungsbedarf zu den Hintergründen des Vorfalls. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles betonte am Montag nach einer Präsidiumssitzung vor Journalisten in Berlin, es gebe immer noch viele offene Fragen: „Wir wollen endlich wissen: Wer sind die Opfer?“

Unterdessen dämpfte die Bundesregierung die Debatte um eine mögliche Aufstockung der deutschen Truppen in Afghanistan. Mit Blick auf CSU-Chef Horst Seehofer, der dazu rät, keine weiteren Soldaten nach Afghanistan zu schicken, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm, es bleibe dabei, dass Deutschland erst nach der Afghanistan-Konferenz Ende Januar entscheiden werde: „Die einheitliche Linie ist, dass wir vor London dazu keine Festlegung treffen.“

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  • Entschädigung irrsinn – 09.12.09
    Wer sagt uns eigentlich, dass dieser Anwalt nicht auch von den Taliban gesteuert wird? Wieviel Geld steckt er sich davon in die Tasche? Ich habe ihn Sonntag im Fersehen genau beobachtet dem traue ich nicht von hier bis zur nächsten Ecke mit so etwas verhandelt also unsere Bundesregierung. Überprüft diesen Typen lieber mal ganz genau und findet heraus wieviel Dreck er am Stecken hat. Bezahlt doch auch noch die Tanklastwagen die sind ja jemanden gestohlen worden. Da kommt dann vielleicht auch noch ein afganischer Winkeladvokat der von deutschen Steuergeldern hier Jura studieren durfte und verklagt uns auf Schadenersatz.
  • OMGRTFMASTFU . – 08.12.09
    In den Kommentarspalten findet sich ja regelmäßig Schwachsinn, aber so massiv geballte Dummheit wie in den vorhergehenden Beiträgen sieht man wirklich selten.

    Herzlichen Glückwunsch an alle beteiligten Kurzdenker.
  • Chef Zuteilung an wen ? – 08.12.09
    wie wird bei der Zuteilung der Gelder eigentlich differenziert zwischen Taliban und der Zivilbevölkerung.

    Das würde mich wirklich mal interessieren.
  • Die beste Lösung: Raus aus Afghanistan. Ha711 – 08.12.09
    Vermutlich zahlen wir nun auch noch für etliche Talibane drauf. Wenn es so weiter geht, sind wir auch für materielle Schäden zuständig, die im Krieg nun mal nicht vermeidbar sind.

    Es gibt nur eine Lösung des Problems: Raus mit unseren Soldaten aus dem fremden Land. Wir haben dort nichts verloren. Das Gerede von der Verteidigung am Hindukusch ist unwahrhaftig. Hier im Inland müssen wir jedem Verdacht gegenüber islamistischen Umtrieben nachgehen und uns auch nicht pingelig anstellen, wenn wir Moscheen kontrollieren und Telefonate in Verdachtsfällen abhören. Lieber ein bisschen weniger Datenschutz, dafür aber mehr Sicherheit, Leute von der FDP!
  • Kopfschütteln Talby – 08.12.09
    Angenommen, die Bundesmarine versenkt ein Schlauchboot vor der somalischen Küste, weil Piraten versuchen, eine Fregatte der Marine zu entern: wird die Bundesregierung dann auch eine Entschädigung an die Angehörigen zahlen?

    Wie stellt sich die deutsche Regierung eigentlich Auslandseinsätze vor, wenn jedesmal, wenn gehandelt wird, Geld zur Wiedergutmachung fließen muß?
  • entschädigung irgendwer – 08.12.09
    tjaaaaaaa! der dumme und allseits einsichtige michel hat den amis die richtige plattform zum zurückschlagen gegeben. sonst hat das tolle parlament mit all seinen "belesenen" angehörigen immer lauthals nach "menschenrechten geschrien" und alles überprüfen lassen. ,it erhobenem zeigefinger.jetzt spielt der für die "lufthoheit" zuständige amerikaner den ball zurück, denn die deutschen paralamentartiere kannen offenbar die befehlsketten und zuständigkeiten besser als alle soldaten der welt. blödes pack. sollen sie doch ihren a..... hinhalten, diese humanfaselnden besserwiosser. ich sage: jeder der sich in solchen fällen und bei solchen anlässen der gefahr aussetzt ist selbst verantwortlich. so oder so. die entschädigung ist kontraproduktiv für die arbeit und das ansehen unserer soldaten und letztlöich der deutschen an sich.
  • Entschädigung eem wie – 08.12.09
    Hallo, langsam frage ich mich wo ich eigentlich lebe.
    Zivilisten, wieviel davon gehörten den Talibanen an, danach fragt ja keiner. Deutschland ist ja wie immer so blöd und schmeißt mit dem Euro um sich. Wir haben es ja und sind ja auch Ausländer feindlich.
    Deswegen geht es ja auch den Audländern in Deutschland so schlecht

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