Er erwarte von den Strafverfolgungsbehörden, dass die verantwortlichen Vorstände und Aufsichtsräte etwa der Hypo Real Estate und der Depfa jetzt vernommen werden. Die Justiz müsse auch dafür sorgen, dass privates Vermögen von Bankvorständen gesichert wird, um eine spätere Durchsetzung möglicher Schadensersatzansprüche zu erleichtern. Dazu sei die Anordnung von Reisebeschränkungen und Meldepflichten sinnvoll.
Im Fall der Hypo Real Estate ermittelt die Staatsanwaltschaft in Bayern bereits seit Herbst 2008. Die betroffenen Manager sind weiter auf freiem Fuß, teils im Ausland. Einige frühere HRE-Chefs haben inzwischen ihrerseits die Justiz eingeschaltet – um noch Gehaltsnachzahlungen durchzusetzen. So soll der frühere Vorstandschef der HRE, Georg Funke, eine Nachzahlung in Höhe von 151.172,03 Euro geltend gemacht haben. Funke war Anfang Oktober 2008 zurückgetreten und im Dezember nachträglich fristlos entlassen worden. Auch gegen diese Kündigung klagt Funke.
Wulff sagte, in der Branche sei offenbar der volle Ernst der Fehlentwicklungen noch immer nicht verstanden worden. Dies gelte auch in strafrechtlicher Hinsicht. Bei kurzfristigen Liquiditätsbeschaffungen für langfristige Verpflichtungen seien Vermögensschäden gigantischen Ausmaßes bewusst in Kauf genommen wurden. „Solches Zockertum ist kein bloßes ökonomisches Versagen, sondern wirft die Frage nach Verantwortung und Haftung auf“, sagte der CDU-Politiker, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei ist.
In Berlin beraten unterdessen Fachleute der Großen Koalition über einen neuen gesetzlichen Rahmen zur Festsetzung von Managergehältern. Das Gesetz soll Anfang Juli beschlossen werden. Eine Entscheidung fällt am Mittwoch in einer Spitzenrunde von CDU, CSU und SPD. Wie vorab verlautet, plant die schwarz-rote Arbeitsgruppe keine Gehaltsobergrenze; dies könnte auch verfassungswidrig sein. Die Aufsichtsräte sollen aber gesetzlich dazu verpflichtet werden, die Vorstandsbezüge im angemessenen Verhältnis zur Leistung und zur üblichen Vergütung festzusetzen.
Manager sollen zudem Aktienoptionen, die Teil ihres Gehalts sind, künftig erst nach vier Jahren einlösen können. Damit soll ein nicht nur an kurzfristigen Kursbewegungen orientiertes Umdenken gefördert werden. Die SPD fordert darüber hinaus, dass Unternehmen Gehälter von mehr als einer Million Euro nicht als Kosten von der Steuer absetzen können; dieser Punkt blieb strittig.
In Berlin beraten unterdessen Fachleute der Großen Koalition über einen neuen gesetzlichen Rahmen zur Festsetzung von Managergehältern. Das Gesetz soll Anfang Juli beschlossen werden. Eine Entscheidung fällt am Mittwoch in einer Spitzenrunde von CDU, CSU und SPD. Wie vorab verlautet, plant die schwarz-rote Arbeitsgruppe keine Gehaltsobergrenze; dies könnte auch verfassungswidrig sein. Die Aufsichtsräte sollen aber gesetzlich dazu verpflichtet werden, die Vorstandsbezüge im angemessenen Verhältnis zur Leistung und zur üblichen Vergütung festzusetzen. Manager sollen zudem Aktienoptionen, die Teil ihres Gehalts sind, künftig erst nach vier Jahren einlösen können.
Damit soll ein nicht nur an kurzfristigen Kursbewegungen orientiertes Umdenken gefördert werden. Die SPD fordert darüber hinaus, dass Unternehmen Gehälter von mehr als einer Million Euro nicht als Kosten von der Steuer absetzen können; dieser Punkt blieb strittig.
von Matthias Koch
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Kommentare
Ursachen beseitigen! losse – 03.03.09
Ungebremste Gier nach Mehr und Immer-mehr hat zu diesen Auswüchsen geführt. Dies beschränkt sich nicht nur auf die Großen, sondern auch „Wir“ sind Profiteure dieses Systems. Warum hinterfragt niemand die ungerechte Verteilung der Güter oder die verbrecherisch unterbezahlte Zuarbeit aus Drittländern? Ohne „Uns“ wäre dies nicht möglich gewesen. Oder kann sich jemand vorstellen, sich künftig auf das zum Leben Notwenige zu beschränken und die überflüssigen Geldmittel global zu teilen? Diese scheinbare Krise wächst sich aus zu einem Bruch, einer Abrechnung mit der Vergangenheit und hat die Chance eines Neubeginns. Suchen wir daher nicht die Sündenböcke ausschließlich bei „denen da oben“, sondern beziehen uns selbst mit ein.Oh je... Dr. Hans Olg – 02.03.09
Da empfehle ich einfach die Erstattung von Strafanzeigen gegen die besagten Herren und die so furchtbar vermissten Verfahren kommen in Gang - los Jake, tue etwas für die Bereinigung dieses Landes...Wenn das die zuständige StA nicht tut, bitte Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen wegen Rechtsbeugung/Strafvereitelung beim Bundesanwalt beim BGH in Karlsruhe stellen.
Ganz schlicht Jake – 02.03.09
Ich glaube, Dr. O hat meinen "Einwurf" "schlichtweg" nicht verstanden.Ich hatte doch betont, daß von "Amts wegen" sich nichts tun wird - sind denn nicht die "höheren" Postenträger der Justiz nicht auch in "Parteigänger"...
...die werden "ihre Freunde" schon "in Ruhe" lassen, und genau darum ist das Gerede von Wulff doch für die Katz, oder läßt der seine "Parteifreunde" neuerdings "im Regen" stehen?
Anfangsverdacht dürfte es genug geben. Es "kümmert" sich nur Keiner wirklich darum - warum auch, es wird dabei bleiben, daß Gewinne privatisiert und und Verluste sozialisiert werden. Diese "Täter" lachen sich doch über die ach so unabhängige Judikative halb tot...oder?
Schlicht falsch Dr. Hans Olg – 02.03.09
Die Ausführungen von Herrn Wulff und ihre sind schlicht falsch. Um jemanden vernehmen zu können, muss zunächst einmal ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, nachdem die StA von Amts wegen die infrage kommenden Tatbestände geprüft hat. Da es bisher keine eröffneten Verfahren gibt, existiert kein Anfangsverdacht, ergo ist niemand zu vernehmen. Diese Abläufe sollten Herrn Rechtsanwalt Wuff bekannt sein.Populismus Jake – 02.03.09
Ja, grundsätzlich hat er ja Recht.Aber haben die Staatsanwälte überhaupt den Mut , dies zu tun?
Ich bezweifle das, müßte sie dann nicht sofort das CDU-Mitglied Dr.Peiner, (zukünftiger Ex-)Aufsichtsrat der HSH-Bank sofort "vernehmen", der hat doch nicht nur diese Bank an die Wand fahren lassen, hat er nicht auch anderswo riesige "Löcher hinterlassen", wenn ich mich recht erinnere?
Und wieviel Politiker (insbesondere der CDU) sitzen eigentlich in den Bank-Aufsichtsräten?
Ich glaube nicht, daß Herr Wulff angesichts dieser Fakten seine Aussagen wirklich ernst meint, aber warum sollten wir auch dem Ministerpräsidenten Glauben schenken, ist er doch auch mit "Wahllügen" an die Regierung gekommen, oder wie sieht es mit der schulischen Unterrichtsversorgung tatsächlich aus (die CDU hält sich da ja auch lieber an Chuchill-Statistiken als an die Wirklichkeit..), oder?
Wulff wufft Dr. Hans Olg – 02.03.09
Ich denke nicht, dass die Justiz irgendwelche Nachhilfe von Herrn Rechtsanwalt/Ministerpräsident benötigt, die kommen schon ohne Einflußnahme der Exekutive zurecht. Dies ist allenfalls der untauglich Versuch, davon abzulenken, dass die Politik in den letzten Jahren vesäumt hat, Bankgeschäften in einen rechtlichen Rahmen zu geben, der solche Entwicklungen effektiv erschwert bis verhindert hätten. Strafrechtlich ist da bisher wenig zu holen, dass weiss auch der Herr Rechtsanwalt Wulff, wenn er mal jenseits des Populismus nachdenken würde.