Es dauerte nur fünf Minuten, machte einen Riesenspaß – und am Ende waren alle pitschnass. Hunderte junger Leute folgten Anfang Juli einem „Facebook“-Aufruf und veranstalteten auf dem Bahnhofsvorplatz in Hannover auf geheimes Kommando hin eine sommerliche Wasserschlacht, eine „Mega Monster Wasserschlacht“, rechtzeitig zu Ferienbeginn. Hauptattraktion waren zwei sichelförmige Wasserschächte, aus denen Fontänen aufsteigen, wachsen und sinken. Auch wenn die Polizei den Springbrunnen nach ein paar Minuten aus Sicherheitsgründen abstellte, was bestimmt vernünftig war, war die Aktion eine überquellende Liebeserklärung an den innerstädtischen Platz.
Der im Expo-Jahr 2000 neu gestaltete Ernst-August-Platz hat den Charme einer Piazza, wie man sie aus südlichen Ländern kennt. Wer sich „unterm Schwanz“ des Ernst-August-Reiterstandbildes verabredet oder auf den Caféterrassen vor dem historischen Bahnhofsgebäude Platz nimmt, befindet sich wie auf einer Bühne. Hier spaziert Hannover vorbei: die Dame im Chanel-Kostüm, der Rocker mit tätowierten Oberarmen, der Messegast im Maßanzug, der Taxifahrer, der sich eine Bratwurst holt. Und fast immer hüpfen Kinder über die ebenerdig entspringenden Wasserfontänen, die die Hannoversche Allgemeine Zeitung gestiftet hat, um „Herzen und Sinne“ zu erfreuen, wie auf einer Metallplakette steht.
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