In Ingrid Petersens Zeitschriftenregal steckt der Zeitgeist der Vorstadt. Zu kaufen sind die Publikationen „Die schönsten Gartengehölze“, „Mein schönes Land“, „Landidee“, „Liebes Land“ und das Sonderheft „Die bunte Welt der Kürbisse“. So ist das im Sommer in Hannovers Speckgürtel, wo hinzieht, wer nah an der Stadt sein und doch am Sonnabend seinen Rasen mähen müssen will. Im Herbst gehen die Leute dann wieder mehr aufs Basteln. Früher war mal Stricken „in“. „Aber das ist wieder rum“, sagt Ingrid Petersen.
Frau Petersen hat heute viel zu tun, es ist der Anfang des Schuljahres, und die Sonne scheint. Das ist die Zeit, in der sie in ihrem Zeitschriftenladen an der Bundesstraße 3 in Hemmingen-Arnum „für die kommenden zwei Monate mitverdienen“ muss. Ein paar Kilometer weiter, in Hemmingen-Westerfeld, zwischen all den schicken Blumen- und Autoläden, gibt es seit ein paar Jahren einen großen real-Markt. Da gibt es auch Schreibwaren, und er hat einen großen Parkplatz, sodass man nicht todesmutig über die Bundesstraße hechten muss, wie einem das bei Frau Petersen passieren kann. So sind die Zeiten eben, die Petersens wollen sich da nicht beklagen.
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