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Ahlem 92 Mietparteien müssen aus ihren Wohnungen ausziehen
Hannover Aus den Stadtteilen Ahlem 92 Mietparteien müssen aus ihren Wohnungen ausziehen
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21:00 07.04.2017
Wird als Erstes abgerissen: Mit dem Wohnblock Richard-Lattorf-Straße 24 und 26 beginnt das Neubauprojekt. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Von dem Abriss betroffen sind Häuser in der Richard-Lattorf-Straße, der Petit-Couronne-Straße und der Hans-Paulmann-Straße. „Diese Häuser entsprechen überhaupt nicht mehr dem heutigen Standard“, begründete KSG-Geschäftsführer Karl Heinz Range die Notwendigkeit der Neubauten. „Auch sind die Grundrisse nicht mehr zeitgemäß und es fehlt an einer barrierearmen Ausstattung.“ Range stellte das Bauvorhaben bei einer Informationsveranstaltung in der Grundschule Ahlem gemeinsam mit KSG-Immobilienmanager Siegfried Volker und dem Bremer Architekten Stefan Feldschnieders vor. Zu der Veranstaltung waren etwa 35 der betroffenen Mieter erschienen.

Individuelle Lösungen geplant

Wo jetzt noch zweigeschossige Häuser stehen, sollen vom kommenden Jahr an in fünf Bauabschnitten bis zu viergeschossige Gebäude errichtet werden. Damit werde zusätzlicher Wohnraum geschaffen, betonte Volker. Die KSG hat bereits in Wiesenau/Langenhagen ein ähnliches Projekt umgesetzt und damit laut Range gute Erfahrungen gemacht. Der Geschäftsführer versuchte, den Mietern ihre Sorgen zu nehmen. „Wir unterstützen Sie bei der Suche nach einer neuen Wohnung – und Sie haben natürlich das Erstrecht, wenn Sie in die neu gebauten Wohnungen einziehen möchten“, sagte er. Es sei ihm klar, dass ein Umzug mit „gewissen Härten“ verbunden sei, aber „die KSG lässt Sie nicht im Regen stehen“, versprach Range. Lösungen müssten jedoch immer individuell besprochen werden.

Die Mieter in den betroffenen Straßen sind überwiegend im Seniorenalter. „Gerade alten Menschen fällt es schwer, noch mal umzuziehen, wenn sie schon so lange in einer Wohnung gewohnt haben“, gab eine Frau zu bedenken, die sich um ihre gehbehinderte Nachbarin kümmert. Range zeigte Verständnis. Die Erfahrungen in Wiesenau aber hätten gezeigt, dass in den neuen Wohnungen auch neue Freundschaften entstanden seien.

Die Wohnungen sollten vor allem bezahlbar bleiben, versprach der Geschäftsführer. Zurzeit liegt die durchschnittliche Miete der von der KSG vermieteten Wohnungen bei 5,60 Euro pro Quadratmeter. Um die Mietpreise weiterhin niedrig zu halten, plant Architekt Feldschnieders auch kleine Wohnungen, die durch einen geschickten Zuschnitt von zwei Personen bewohnt werden können. „Es gibt bei allen Wohnungen einen durchgängigen Wohn- und Essbereich“, erklärte er. Daran schließen sich die Zimmer an. „Dieses Modulverfahren ermöglicht es, auf die individuellen Wünsche der Mieter einzugehen“, erläuterte der Architekt seinen preisgekrönten Entwurf. Dieser sieht Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern vor. „Es entsteht ein offenes Gebäudekonzept, das im Inneren einen Grünraum bieten wird, der allen Mietern für Erholung und gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung steht.“ 25 Prozent der Wohnungen werden öffentlich gefördert und kommen somit für Mieter mit einem Wohnberechtigungsschein infrage.

Problematisch sei vor allem die erste Bauphase, räumte Range auf Anfrage eines Mieters ein. Dieser hatte sich besorgt darüber gezeigt, wo er und seine Nachbarn in der Zwischenzeit wohnen sollten. Begonnen wird in der Richard-Lattorf-Straße 24 und 26. „Es sind zwölf Wohnungen betroffen, 20 neue werden gebaut“, erklärte Range. Im Frühjahr 2018 werde mit dem Abriss begonnen, genau ein Jahr später soll der erste Bauabschnitt fertig sein.

Die KSG (ehemals Kreissiedlungsgesellschaft) ist ein Wohnungsunternehmen der Region Hannover; weitere Gesellschafter sind die Städte und Gemeinden der Region sowie die Sparkasse Hannover. Die KSG vermietet rund 7800 Wohnungen in der Region.

Von Sonja Steiner


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