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Ahlem Eltern sorgen sich um Schul- und Kitaplätze
Hannover Aus den Stadtteilen Ahlem Eltern sorgen sich um Schul- und Kitaplätze
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14:00 31.10.2017
An Ahlemer Kindertagesstätten - im Bild die Kita Ahlemer Holz - fehlen Plätze. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Nach seiner Auskunft gibt es im Stadtbezirk 1363 Kinder im grundschulpflichtigen Alter. Die Zahl der Mädchen und Jungen, die in Flüchtlingsunterkünften leben, falle dabei kaum ins Gewicht, erklärte der Experte. Demnach sind dort 19 Grundschulkinder mit Flüchtlingsstatus untergebracht. Es gebe in den Heimen aber auch Kinder mit anerkannter Aufenthaltserlaubnis, diese hätten in der Statistik einen Obdachlosenstatus. Unterm Strich komme man in den Unterkünften so auf 57 Kinder im grundschulpflichtigen Alter, bilanzierte Ziegler. „Im Verhältnis zu der Gesamtsumme von 1363 Schülern relativiert sich diese Zahl, denke ich.“

Für das Schuljahr 2017/2018 habe man rein rechnerisch ausreichend Plätze, stellte Ziegler fest. „Allerdings verteilt sich die Belegung ungleichmäßig auf die Standorte.“ Das spiegelt die Raumsituation wider - an drei der vier Grundschulen des Stadtbezirks ergänzen Container die Klassenräume. Lediglich in der Gebrüder-Körting-Schule „sind kurz- bis mittelfristig, auch unter Berücksichtigung neuer Baugebiete keine Raumprobleme zu erwarten“, heißt es im aktuellen Schulentwicklungsplan der Stadt.

Den Vorschlag von CDU-Fraktionschefin Sabine Dudda, auf den Platzbedarf mit der Öffnung der Einzugsgebiete zu reagieren, lehte Ziegler ab. „Schulplanerisch ist eine Öffnung in den nächsten zwei Jahren nicht angedacht; wir schlagen vor, das mit anderen Mitteln zu überbrücken.“ Zudem gingen derzeit noch Schüler aus Letter-Süd und Velber in die Grundschule Ahlem - diese werde mit dem Bau zweier Grundschulen in Seelze aber entlastet. Einen Schulneubau im Stadtbezirk werde es dagegen nicht geben, sagte Ziegler.

Im Bezirkrat stieß das auf Kritik. „In drei bis vier Jahren haben wir hier die gleichen Probleme wie jetzt mit den Kita-Plätzen“, betonte Julia Grammel von der Linkspartei. Laut Dudda fehlen „mehrere Hundert“ Kita-Plätze. „Wir wollen keine Container, wir wollen eine zusätzliche Grundschule wie in anderen Stadtbezirken auch“, stellte Bezirksbürgermeister Rainer Göbel (SPD) klar.

In der Einwohnerfragestunde machten Eltern und Lehrer ihrem Ärger Luft. „Seit Jahren ist das Thema auf der Agenda - und nichts passiert“, empörte sich Christiane Kröger, Leiterin der Friedrich-Ebert-Schule.

Die Geduld ist am Ende

Kaum eine Sitzung des Bezirksrats Ahlem-Badenstedt-Davenstedt vergeht, ohne dass die Problematik in Grundschulen und Kitas zur Sprache kommt. Das ist nicht verwunderlich. An den Schulen herrscht drastischer Platzmangel, die Schülerzahlen steigen stetig, seit Jahren müssen Container als provisorische Unterrichtsräume herhalten. In dieser Situation trägt die Stadt nicht dazu bei, das Vertrauen von Eltern und Lehrern zurückzugewinnen. Wenn ein Schulplaner im Bezirksrat erklärt, dass „rein rechnerisch“ ausreichend Schulplätze im Stadtbezirk zur Verfügung stehen, fühlen sich die Betroffenen zu Recht düpiert.

Es könnte helfen, zumindest die Schulbezirksgrenzen neu zu ziehen, um Standorte zu entlasten, an denen die Platznot besonders groß ist. Schon vor zweieinhalb Jahren hatte die Stadt vorgeschlagen, die Einzugsgebiete der Schulen entsprechend zu verändern. Nun ist dieses Thema offenbar wieder vom Tisch. Warum, erklärt die Verwaltung nicht. Stattdessen verweist sie einfach weiter auf Container und auf künftige Schulneubauten im benachbarten Seelze – und setzt auf die Geduld der Eltern aus Ahlem, Badenstedt und Davenstedt. Doch die dürfte längst zu Ende sein.

Ein Kommentar von Juliane Kaune

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