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Ahlem „Asphalt-Nase“ soll Raser ausbremsen
Hannover Aus den Stadtteilen Ahlem „Asphalt-Nase“ soll Raser ausbremsen
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00:15 02.10.2016
Magdalena Ballmüller (Mitte) vom Fachbereich Tiefbau präsentiert im Bezirksrat die modifizierten Pläne für die Straße an der Gartenbauschule. Quelle: Moers
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Hannover

Im Streit um eine Verkehrsberuhigung des Neubaugebiets „An der Gartenbauschule“ in Ahlem haben Anlieger einen Teilerfolg erzielt. Mit dem Bau einer „Asphalt-Nase“ auf der gleichnamigen Straße will der zuständige Bauherr, die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG), die Fahrbahn so weit verengen, dass Raser gezwungen sind, auf die Bremse zu treten. In der August-Sitzung des Bezirksrats hatten sich einige Anwohner beschwert, dass zu schnelle Autofahrer in dem Neubaugebiet Kinder und andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Als Grund wurde die breite Auslegung der im Bau befindlichen Anliegerstraße angesehen.

"Man muss die Kirche im Dorf lassen"

Auf Vermittlung des Bezirksrats nahmen Vertreter der HRG und eine Planerin des Fachbereichs Tiefbau in der vergangenen Woche zu dem vermeintlichen Problem Stellung. Ziel war es, gemeinsam mit den Anliegern eine sichere und verträgliche Lösung zu finden, bevor der Endausbau der Straße beginnt. Huckelige Bodenwellen, eine verengte Fahrbahn und die Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone in dem gesamten Neubaugebiet: Die Forderungen einiger Anlieger an die HRG gehen weit, einigen Nachbarn zu weit. „Man muss die Kirche auch mal im Dorf lassen“, meldete sich in der jüngsten Bezirksratssitzung ein Anwohner zu Wort, der die Ängste seiner Nachbarn nicht teilt. Aus seiner Sicht gibt es keine Probleme mit zu schnellen Nachbarn. Seinen Namen möchte er lieber nicht in der Zeitung lesen, aus Furcht, zum „Hass-Objekt der gesamten Nachbarschaft“ zu werden. Auch in der jüngsten Sitzung des Gremiums war eine größere Gruppe erschienen, die sich engagiert für die Verkehrsberuhigung einsetzte.

"Nase" als Teilerfolg

„Zwischen dem Anna-Turgonska- und dem Henriette-Gottschalk-Anger wird rechts eine Nase zur Verengung der Straße gebaut“, erklärte Magdalena Ballmüller vom Fachbereich Tiefbau die angepassten Pläne von Stadt und HRG. Die anwesenden Nachbarn betrachten die „Nase“ allerdings lediglich als Teilerfolg. „Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass sie so flexibel sind“, bedankte sich Inga Derenthal als Sprecherin einiger Anwohner in die Runde. Anderen ging das Zugeständnis nicht weit genug. Bezirksratsherr Wilhelm Vogt von den Grünen forderte wenigstens eine zweite „Nase“. Linken-Vertreter Siegfried Seidel verwies auf den Vorrang der Sicherheit, der im Straßenverkehr gelten müsse. Ralf Diekmann vom zuständigen Planungsbüro Wessels-Grünefeld und Diekmann lehnte weitere Eingriffe mit dem Verweis auf die zusätzlichen Kosten von 10.000 bis 15.000 Euro pro „Nase“ ab. Auch eine Beschilderung als verkehrsberuhigte Zone ist laut Magdalena Ballmüller nicht vorgesehen.

Von Mario Moers

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