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Ahlem Mehr Kita-Plätze und weniger Schul-Container
Hannover Aus den Stadtteilen Ahlem Mehr Kita-Plätze und weniger Schul-Container
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00:15 25.04.2017
„Aktuell fehlen 19 Plätze“: Eltern setzen sich dafür ein, dass es in der Kita Am Ahlemer Holz mehr Krippenplätze gibt. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Mehr Krippenplätze für die Kita Ahlemer Holz haben Eltern jetzt mit Nachdruck gefordert. „Aktuell fehlen 19 Plätze – und das Problem ist nicht erst seit gestern bekannt“, kritisierte ein Vater im Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt. Die Väter und Mütter waren gekommen, um ihrem Ärger Luft zu machen. Der Saal im Ahlemer Bürgergemeinschaftshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt, und das Interesse war groß. Denn in der Sitzung ging es auch um die Versorgungsquoten im Stadtbezirk und die Schulplanung.

Mobile Räume geplant

Sie stießen bei der Verwaltung auf Verständnis für ihre Sorgen. Die Stadt sehe das Problem und sei sich auch der Dringlichkeit bewusst, versuchte Bezirksmanagerin Anja Sufin zu beschwichtigen. „Es wird zurzeit geprüft, ob mobile Raumeinheiten aufgestellt werden können“, erklärte sie. Wann genau es so weit sein soll, stehe aber noch nicht fest. Sufins Hinweis auf das Familienservice-Büro der Stadt, das eventuell andernorts Plätze anzubieten habe, konnte die Eltern nicht beruhigen. „Ich habe da schon angerufen, die können mir auch nicht helfen“, betonte eine Mutter. „Wir möchten unsere Kinder ja auch dort lassen und nicht in eine andere Einrichtung geben.“

Eine Anfrage der SPD-Fraktion zur Betreuungssituation im Stadtbezirk hatte erbracht, dass die Versorgungsquote für Krippen bei 33,6 Prozent und für Kindergärten bei 82,6 Prozent liegt. Die Stadt will eine Versorgung von 102 Prozent für Kindergärten und von 65 Prozent für Krippen erreichen. „65 Prozent sind hier ausreichend, da nicht alle Eltern ihr Kind in eine Krippe geben“, meinte die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Sabine Nolte-Vogt (Grüne).

Ihre Fraktion hatte eine Anfrage gestellt, in der es um den geplanten Neubau der Kita In der Steinbreite in Davenstedt geht. „Der Bebauungsplan ist in Kraft getreten, die Planung und Umsetzung des Neubaus In der Steinbreite ist mittelfristig vorgesehen“, berichtete Adem Öktem von der Stadt dazu. Eine weitere Anfrage der Grünen betraf die Planung für die Grundschulen im Stadtbezirk. Die Fraktion wollte wissen, welche Schülerzahlen in fünf Jahren zu erwarten sind – und wie die Stadt darauf reagieren will. Die Verwaltung verwies auf die vorhandenen Mobilbauten. „Diese schulplanerische Maßnahme stellt ein effektives und geeignetes Mittel dar, um auf den kurz- bis mittelfristigen Raumfehlbedarf an den Grundschulen in Ahlem-Badenstedt-Davenstedt zu reagieren“, heißt es wörtlich. Das sehen die Eltern anders. „Wir wollen nicht, dass unsere Kinder auf Dauer in Containern unterrichtet werden“, rief ein empörter Besucher in der Einwohnerfragestunde.

Neue Schulbezirksgrenzen?

Die Stadt überlegt auch, die Grenzen des Schulbezirks zu erweitern, um die Gebrüder-Körting-Schule in Badenstedt einbeziehen zu können. Laut Statistik werden allein in der Grundschule Ahlem und der Gebrüder-Körting-Schule bis 2021 gut 30 Kinder mehr eingeschult; darum muss jeweils eine zusätzliche Klasse eingerichtet werden. Die Badenstedter Friedrich-Ebert-Schule bekäme mit etwa 20 Kindern ebenfalls eine Klasse mehr. Nur die Grundschule In der Steinbreite, die dreizügig geplant war und schon lange vierzügig ist, wird sich laut Statistik im Schuljahr 2021/22 mit 284 Schülern wieder der ursprünglichen Schülerzahl annähern.

Von Sonja Steiner

Ein altes und neues Problem

Es ist nicht das erste Mal, dass Eltern im Stadtbezirk Ahlem-Badenstedt-Davenstedt sich um die Situation in den dortigen Grundschulen sorgen (Seite 3). Seit Jahren gehören Containeranlagen auf den Schulhöfen zum Erscheinungsbild – weil bei steigenden Schülerzahlen nicht genug Platz in den Gebäuden zur Verfügung steht. Schon vor zwei Jahren hatte die Stadt vorgeschlagen, die Einzugsgebiete der Schulen zu verändern, um die Lage zu entspannen. Offenbar ist die Planung noch nicht weit gediehen. Auch dieses Mal gab es als Antwort auf den Protest der Eltern zunächst einmal nur den schnellen Verweis auf weitere Modulbauten. Inzwischen klagen nicht mehr nur die Eltern von Schulkindern. In Ahlem haben jüngst Väter und Mütter ihren Unmut deutlich gemacht und mehr Krippenplätze gefordert. Die Stadt gibt zu, dass Krippen- und Kitaplätze im Stadtbezirk fehlen. Spätestens hier zeigt sich, dass es um ein grundsätzliches Problem geht: Wenn die Stadt Neubaugebiete ausweist und immer mehr junge Familien in die vergleichsweise bezahlbaren Wohnungen und Eigenheime im Stadtbezirk ziehen, muss auch die Infrastruktur Schritt halten.

Ein Kommentar von Juliane Kaune

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