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Ahlem Stadt streicht Flüchtlingsheime im Westen
Hannover Aus den Stadtteilen Ahlem Stadt streicht Flüchtlingsheime im Westen
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00:15 05.10.2016
Anwohner protestieren vergeblich gegen die Bebauung des Parkplatzes Kneippweg in Ricklingen. Quelle: Christian Link
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Hannover

Die Stadt sortiert ihr Versorgungskonzept für Flüchtlinge und Asylbewerber neu - mit Auswirkungen auch für den Westen. Geschlossen werden in Ahlem-Badenstedt-Davenstedt die Unterkünfte an der Hermann-Ehlers-Allee, im Schulzentrum Ahlem und an der Badenstedter Straße. Das Wohnheim am Kneippweg in Ricklingen aber wird kommen.

Zwar plant die Stadt am Kneippweg kleiner als ursprünglich, dennoch wird die schwierige Parkplatzsituation für das Ricklinger Aegir-Freibad, Restaurant und Anwohner nicht einfacher. Die beiden anderen vorgesehenen Ricklinger Standorte an Deveser Straße (Wettbergen) und Friedländer Weg (Oberricklingen) sind gestrichen. Eine gute Lösung, findet Bezirksbürgermeister Andreas Markurth. „Verfehlte Planung“, sagt Aegir-Vorsitzender Gerd Weßling.

Stadt braucht weniger Unterkünfte

Hätte es sich Weßling aussuchen dürfen, das nunmehr einzig verbliebene von drei Neubauprojekten in Ricklingen wäre am Friedländer Weg realisiert worden. Dort wäre die Versorgung der Bewohner sogar noch besser als am Kneippweg, findet der Aegir-Chef. Weil Edeka in der Nähe ist. Die Stadt braucht angesichts sinkender Flüchtlingszahlen aber deutlich weniger Unterkünfte als bislang vorgesehen. Langfristig sollen 5000 Plätze geschaffen werden; derzeit leben in der Landeshauptstadt rund 4300 Flüchtlinge. In Ricklingen wird damit nur noch eine Unterkunft neu errichtet.

Das einstige Areal von Brot-Henze in Wettbergen wurde von der Standortliste gestrichen, weil derzeit noch Eigentumsfragen zu klären sind. Die Fläche wird aber dauerhaft auf Vorrat gehalten, falls sich die Situation doch noch einmal deutlich verändert. Der Standort Friedländer Weg ist vollkommen raus aus der Planung. Auch deshalb, weil die unmittelbare Nachbarschaft zum Schnellweg kein guter Ort zum Wohnen ist. Anderenorts habe es für solche Fälle auch Lösungen gegeben, findet Weßling. Auch Lärmschutz sei eine Möglichkeit. Für ihn zähle, dass eine Entscheidung für den Friedländer Weg alle Probleme beseitigt hätte, die es am Kneippweg gebe. „Dort zerstört die Stadt wichtige Infrastruktur.“

Anwohner klagen über Chaos

Das neue Wohnheim wird ab diesem Herbst - voraussichtlich noch ab Oktober - auf der Parkplatzanlage Kneippweg gebaut. Hunderte Stellflächen gibt es dort, die an vielen Tagen im Jahr ungenutzt sind. Im Sommer aber werde jeder Platz dringend gebraucht, betont Weßling. Vor allem Familien verbrächten ganze Tage im Freibad und kämen mit Sack und Pack im Auto an. Schon jetzt klagen Anwohner immer wieder über chaotische Verhältnisse, weil Badbesucher Abstellflächen auch am Michaelisfriedhof und in Seitenstraßen suchten. Es wird weniger schlimm kommen als gedacht: Nicht mehr bis zu 150, sondern 80 bis100 Menschen werden im Wohnheim untergebracht. Die Stadt errichtet einen Wohnblock weniger. „Damit können zwei bis drei Parkplatzreihen mehr erhalten bleiben“, schätzt Markurth. Zudem soll der Parkplatz künftig nur noch Pkws vorbehalten bleiben. Pferdeanhänger und Wohnwagen, jetzt dauerhaft abgestellt, sollen verbannt werden. Markurth sieht darin einen wichtigen Kompromiss. Die anderen beiden Standorte kämen nicht infrage. Auch wegen höherer Baukosten, etwa für Lärmschutz. Der Kneippweg sei die richtige Lösung.

Die im neuen Konzept der Stadt noch vorgesehenen Neubauten werden benötigt, damit die Stadt Notunterkünfte sowie ungeeignete Heime schließen kann.

Von Marcel Schwarzenberger

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