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Anderten Größte DLRG-Ortsgruppe feiert 50-jähriges Bestehen
Hannover Aus den Stadtteilen Anderten Größte DLRG-Ortsgruppe feiert 50-jähriges Bestehen
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16:00 20.10.2017
Baywatch am Altwarmbüchener See: Bis 1999 war die DLRG Anderten nur mit Ruderbooten ausgestattet. Und mit Muskelkraft.
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Hannover

Fast jeden Dienstag kommt Karl-Heinz Weber zum Training der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ins Anderter Hallenbad. 1500 Meter schwimmt der 83-Jährige pro Trainingseinheit - und das seit 1967. Mit Karl-Heinz Weber beginnt auch vor 50 Jahren die Geschichte der DLRG-Ortsgruppe Anderten. „Die Jugend hier war schon gut organisiert. Es gab viele Vereine. Doch wir wurden sehr gut aufgenommen“, erinnert sich der Gründungsvater. Das neue Hallenbad und eine Schule in unmittelbarer Nähe waren im Oktober 1967 beste Voraussetzungen für einen guten Start.

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Die DLRG-Ortsgruppe Anderten feiert am Sonntag, 22. Oktober, ab 12 Uhr im Hallenbad im Eisteichweg 9 ihr 50-jähriges Bestehen. Eingeladen sind Groß und Klein, um bei der großen Poolparty mitzuschwimmen, Rettungsboote und Einsatzfahrzeuge anzuschauen und diverse Mitmachaktionen zu erleben.

„1968 übernahm ich dann den Vorsitz, und es begann eine super Gemeinschaft“, sagt Karl-Heinz Weber. Eine Gemeinschaft, die über die Jahre enorm wuchs: Mit 300 Mitgliedern ist die DLRG in Anderten heute die größte Ortsgruppe in Hannover.

Das erste Motorrettungsboot

Die gemeinnützige Wasserrettungs- und Nothilfeorganisation arbeitet grundsätzlich ehrenamtlich, mit freiwilligen Helfern. Hauptziel der DLRG ist es, Menschen vor dem Ertrinkungstod zu bewahren. Das gelang auch unter den wachsamen Augen der Rettungsschwimmer aus Anderten nicht immer. „Im Altwarmbüchener See, wo wir regelmäßig im Einsatz waren, sind uns auch Leute ertrunken. Die Jugendlichen haben dort manchmal viel getrunken und sind abends noch mal schwimmen gegangen“, erzählt Weber.

Bis 1999 war die DLRG in Anderten nur mit Ruderbooten ausgestattet. Danach kam „Kalle“. Das neue Motorrettungsboot wurde liebevoll nach Gründungsmitglied Karl-Heinz Weber benannt. Später wurde die Flotte um die „Ondertunun“ ergänzt. „Ondertunun“, das ist der ursprüngliche Name des Stadtteils Anderten, so wie er im Jahr 985 n. Chr. erstmals erwähnt wurde. Menschenleben retten - das macht die DLRG seit ihrer Gründung 1913 in Leipzig aus. Vor allem aber geht es um die Liebe zum Schwimmen. Auch hier in Anderten.

"Helfen können, wenn jemand das braucht"

Pia Klein von Wisenberg ist erst 13 Jahre alt, aber schon seit fünf Jahren Mitglied. „Schwimmen macht mir einfach Spaß“, sagt die Schülerin, die seit drei Monaten die Seepferdchenklasse betreut. „Ich will Kindern vermitteln, dass Schwimmen Spaß machen kann“, sagt sie. Mit der Ortsgruppe besucht Pia außerdem Wettkämpfe und macht ihren Juniorretter, ein Rettungsschwimmabzeichen für Jugendliche. Dafür muss sie drei Meter tief tauchen, einen fünf Kilogramm schweren Ring aus dem Wasser holen und mit Kleidung schwimmen. „Die Klamotten saugen sich mit Wasser voll und werden so schwer, vor allem die Jeanshosen“, erzählt Pia. Unter Wasser muss sie sich in kürzester Zeit ausziehen, um in Not geratenen Schwimmern helfen zu können. „Meine Motivation ist zu wissen, dass ich helfen kann, wenn jemand das braucht“, sagt sie.

Junge Menschen aufzufangen und ihnen etwas beizubringen, das war auch vor 50 Jahren Karl-Heinz Webers Gedanke. „In der Jugend liegt die Hoffnung“, sagt er. 21 Jahre lang leitete er die Ortsgruppe und erlebte Höhen und Tiefen. „Als das Hallenbad in den Achtzigern fast schließen musste, war das sehr schwer für uns“, erinnert er sich. „Dank des TSV Anderten konnten wir aber dort wieder trainieren. Das war gleichzeitig auch ein Höhepunkt“, sagt Weber. Der Sportverein TSV Anderten leitet seitdem das Hallenbad.

Auch nach 50 Jahren erlebt der 83-Jährige noch Überraschendes. „Wir haben im Sommer zwei Syrer gerettet und ihnen danach das Schwimmen beigebracht“, sagt Weber. „Diese Entwicklung, das ist es, was die Arbeit der Ortsgruppe Anderten ausmacht.“

Von Andrea Brack

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