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Wasserschaden: Kita bleibt ein Jahr geschlossen

Anderten Wasserschaden: Kita bleibt ein Jahr geschlossen

Sechs Wochen sollten die Reperaturarbeiten nach einem Wasserschaden in der Kindertagesstätte St. Martin in Anderten dauern. Jetzt, ein Jahr später, kann die Kita endlich wieder eröffnet werden. In der Zwischenzeit wurden die Kinder auf andere Einrichtungen verteilt. Nun erhebt die Elternschaft schwere Vorwürfe.

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In der Kindertagesstätte St. Martin herrscht mittlerweile wieder Betrieb.

Quelle: Heidrich

Hannover. Nach etwa einem Jahr ist für 80 Kinder, ihre Eltern und Erziehungskräfte der evangelisch-lutherischen Kita St. Martin ein Provisorium zu Ende gegangen, das ursprünglich nur sechs Wochen dauern sollte. Dass die Beseitigung eines Wasserschadens, der das Gebäude an der Lindenstraße in Anderten zwischenzeitlich unbenutzbar gemacht hatte, sich über die Gebühr in die Länge zog, liegt zum einen an baulichen Gegebenheiten, zum anderen an einem kircheninternen Streit darüber, wer die Kosten zu tragen hat. „Wir empfinden den Umgang mit uns als Kunden als unverschämt“, heißt es in einer Stellungnahme der Elternschaft.

Unwetter bringt neuen Wasserschaden

Das Gebäude in Anderten gehört der Kirchengemeinde St. Martin; Betreiber der Kita ist der Stadtkirchenverband. Der Wasserschaden ereignete sich im August vergangenen Jahres und dehnte sich über etwa zwei Drittel der Bodenplatte der Kita aus.

„Wir mussten Teile des Estrichs entfernen lassen. Dabei ist ein zweiter Bauschaden entdeckt worden, von dem wir vorher nichts wussten“, sagt Joachim Stever, Sprecher des Stadkirchenverbandes. Leider sei dann auch noch während der heftigen Regengüsse in diesem Sommer erneut Wasser in das Gebäude gedrungen. Die Trockenlegung habe dazu geführt, dass der zuletzt genannte Einzugstermin 1. August noch einmal um sechs Tage verschoben werden musste und damit nach dem Ende der Sommerferien lag.

Eltern beklagen langen Stillstand

„Über Monate war in der Kita keinerlei Bautätigkeit festzustellen“, beklagen die Eltern. Stever bestätigt das: „Es musste geklärt werden, wer die Sanierungskosten trägt.“ Diese belaufen sich auf rund 250 000 Euro. Da sich die Verhandlungen zwischen Eigner und Betreiber schwierig gestalteten, ist der Stadtkirchenverband nach Angaben seines Sprechers schließlich in Vorleistung getreten, um den Gang der Dinge nicht noch weiter zu verzögern. Inzwischen zeichne sich ab, dass die Versicherung übernimmt.

Folge des Wasserschadens war auch, dass sich Schimmelsporen in der Raumluft befanden und der gesamte Kita-Betrieb ausgelagert werden musste. Die Eltern hätten die Anmietung eines Ausweichgebäudes bevorzugt. Dies sei aus Kostengründen verworfen worden. Stattdessen wurden die Kinder auf andere Kitas des Stadtkirchenverbandes verteilt, die teilweise im benachbarten Misburg lagen, obwohl dies zusätzliche Fahrtzeit und -kosten für die Eltern bedeutete. Eine wenigstens anteilige Rückerstattung des Geldes für Geringverdienende sei abgelehnt worden. „Uns macht fassungslos, mit welcher Inkompetenz dieses Bauprojekt scheinbar angegangen wurde“, lautet das Resümee der Eltern.

Vergurktes Projekt

Wie man mit den Folgen eines Wasserschadens in einem Kita-Gebäude nicht umgehen sollte, haben Stadtkirchenverband und Kirchengemeinde in Anderten beispielhaft vorgeführt.

Dass die Bauschäden sich zwischendurch als größer erwiesen als zunächst angenommen und dass dann noch Regenwasser die Kita erneut flutete, kann man noch als Pech bezeichnen. Warum sich aber die Gemeinde als Gebäudebesitzer und der Verband über die Kostenübernahme zankten und damit die Sanierung zeitlich verschleppten, verstehen wohl nur Insider. Schließlich repräsentieren beide die Kirche, wobei im Haus Gottes in Zeiten knapper Kassen wohl beim Geld die Freundschaft aufhört. Außerdem handelt es sich anscheinend tatsächlich um einen Versicherungsschaden, was man auch früher hätte klären und damit den Streit vermeiden können.

So wurde das Projekt Kita-Sanierung vergurkt, und den Eltern wurden durch Verteilung der Kinder auf andere Tagesstätten zusätzliche Belastungen zugemutet, die man ihnen besser erspart hätte. Sie mussten das hinnehmen. Betreuungsplätze für Kinder in Hannover sind rar und begehrt; Ausweichmöglichkeiten mithin schwer zu beschaffen. Was bleibt, ist einerseits Frust und andererseits die dringende Forderung, dass sich eine derart unschöne Episode nicht wiederholt – weder in Anderten noch in einer anderen Kita.

Ein Kommentar von Bernd Haase

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  • Stadtbezirk : Misburg-Anderten, 5. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 32.300
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  • Postleitzahl : 30559, 30627, 30629, 30655
  • Geschichte: Das Dorf Anderten wurde 1974 nach Hannover eingemeindet.
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