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Klaus Dickneite bleibt Bezirksbürgermeister

Misburg-Anderten Klaus Dickneite bleibt Bezirksbürgermeister

Im Stadtbezirksrat Misburg-Anderten hat sich für die neue Wahlperiode ein Viererbündnis aus SPD, Grünen, Linken und Piraten formiert. In geheimer Abstimmung wählte es sowohl Klaus Dickneite (SPD) zum Bezirksbürgermeister als auch Uta Engelhardt (Grüne) zu dessen Stellvertreterin.

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In ihren Ämtern bestätigt: Bezirksbürgermeister Klaus Dickneite und dessen Stellvertreterin Ute Engelhardt.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Das Quartett aus SPD, Grünen, Linken und Piraten verfügt über elf der insgesamt 19 Mandate. Der Bezirksbürgermeister und seine Stellvertreterin wurden beide durch die elf Stimmen der Koalition in ihren Ämtern bestätigt.

Bei der Kommunalwahl im September hatten SPD und Grüne ihre Mehrheit verloren. Die Sozialdemokraten bringen es wie die CDU auf sieben Bezirksratsmitglieder, die Grünen auf zwei, Linke, Piraten und FDP auf je eines. Während sich Hans-Herbert Ullrich (Linke) und Jennifer Seifert (Piraten) zu einer Fraktion zusammengeschlossen haben, agiert Insa Bockentin-Müller (FDP) als Einzelkämpferin.

Die Kampfabstimmungen bei den Bürgermeisterwahlen waren notwendig geworden, weil die CDU in beiden Durchgängen ihren 28-jährigen Fraktionsvorsitzenden Patrick Hoare ins Rennen geschickt und eine geheime Wahl beantragt hatte. Nachdem der Christdemokrat gegen den 69-jährigen Dickneite unterlegen war, reklamierte Mike Weidemann wenigstens den Stellvertreterposten für seinen Parteikollegen. „Es ist guter Brauch, dass die zweitstärkste Fraktion dieses Amt besetzt“, sagte er. Gegen Uta Engelhardt, die zuvor ausdrücklich um die Stimmen der sieben Frauen im Bezirksrat geworben hatte, war Hoare jedoch erneut chancenlos und wurde lediglich von CDU und FDP unterstützt. Vornehmlich an Personalfragen war die Zusammenarbeit zwischen SPD und CDU gescheitert, die die bei Weitem stabilste Mehrheit im Bezirksrat bedeutet hätte. Stattdessen gibt es nun das Viererbündnis, für das der Misburger SPD-Vorsitzende Robert Schmitz von der CDU gleich ein gewisses Maß an Folgsamkeit anmahnte: „Die CDU wird an den auch von ihr selbst geäußerten hohen inhaltlichen Übereinstimmungen mit den Sozialdemokraten zu messen sein.“ Man hoffe auf eine konstruktive Wahlperiode.

In der Tat steht in der vorliegenden, 18 Punkte umfassenden Koalitionsvereinbarung zwischen SPD, Grünen, Linken und Piraten einiges, was auch die CDU im Wahlkampf gefordert hatte. Das Misburger Bad soll nicht saniert, sondern barrierefrei und mit einer Sauna neu gebaut werden. Barrierefreiheit fordert das Bündnis auch für Straßen, die saniert werden. Erhalten und aufgewertet werden soll das Bürgerhaus Misburg. Dabei soll der Gastrobereich für Gruppen geöffnet sowie eine Werkstatt und ein freier Internetzugang über WLAN eingerichtet werden. Ebenfalls tabu bleibt das Misburger Rathaus, hier fordert das Bündnis dessen Fortbestand und ein Nutzungskonzept.

Verhindern wollen SPD, Grüne, Linke und Piraten den Bau von Windrädern am Kronsberg sowie die Verfüllung des Misburger Hafenbeckens. Ein ewiges Thema ist der Schwerlastverkehr, der insbesondere durch Anderten fährt. Die Umgehungsstraße müsse endlich gebaut und die Gollstraße saniert werden, fordert das Viererbündnis.

Auch den Ausbau der Radwege entlang der Hannoverschen und der Buchholzer Straße will das Bündnis vorantreiben. Das baufällige AMK-Haus möchte es durch eine Mehrzweckhalle ersetzt sehen. Unterkünfte für Flüchtlinge, die nicht mehr benötigt werden, sollen für Studenten und Obdachlose oder auch als Frauenhäuser genutzt werden.

Und auch einen schon einmal verfolgten Plan wollen die Fraktionen erneut aufgreifen: die Anlage eines Friedwaldes für Urnen-Bestattungen im Misburger Wald.

Frühere Fraktionschefs scheiden aus

Bei der 47. und letzten Sitzung des Bezirksrats Bothfeld-Vahrenheide in der vergangenen Wahlperiode hieß es Abschied nehmen. Neun Mitglieder verließen das Gremium und wurden mit Blumenstrauß verabschiedet. „Es war ein ganz großes Engagement und viel Arbeitseinsatz vorhanden, um den Stadtbezirk voranzubringen“, lobte Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg die ehrenamtlichen Politiker aus dem Stadtbezirk. „Für ein durchschnittliches Bezirksratsmitglied müssten das 350 Termine in den vergangenen fünf Jahren gewesen sein“, sagte Grunenberg. Er selbst liege bei ungefähr 1000 Terminen. „Das ist aber nichts besonderes, das ist bei allen Bezirksbürgermeistern ähnlich.“

Den größten Umbruch gibt es bei der CDU. Gleich fünf Fraktionsmitglieder werden dem Gremium nicht mehr angehören: Kevin Kratzsch, Brigitte Warnecke, Sabine Kapitza, Burkhard Schmidt und Gerhard Waldmann. Waldmann gehörte zwischen 1991 und 2016 viermal dem Bezirksrat an. „Es waren gute Jahre, ich habe das sehr gerne macht“, verabschiedete sich der CDU-Politiker. Die SPD-Fraktion verlassen Meral Huch, Regina Hogrefe und der bisherige Vorsitzende Florian Spiegelhauer.
Bei den Grünen scheidet Dominik Stanke aus. Bei der FDP räumt Alexander Diefenbach seinen Platz. Er war für den verstorbenen Bezirksratsherrn Thomas Fischer nachgerückt.

cli

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Anderten in Zahlen
  • Stadtbezirk : Misburg-Anderten, 5. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 32.300
  • Einwohner je Stadtteil: Anderten (ca. 7.600 Ew.), Misburg-Nord (ca. 21.900 Ew.) und Misburg-Süd (ca. 2.600)
  • Postleitzahl : 30559, 30627, 30629, 30655
  • Geschichte: Das Dorf Anderten wurde 1974 nach Hannover eingemeindet.
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