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Anwohner haben eigene Ideen für Straßenumbenennung

Badenstedt Anwohner haben eigene Ideen für Straßenumbenennung

Nachdem sich die Stadt und der Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt wegen der NS-Vergangenheit der Namenspatronin Agnes Miegel endlich auf eine Umbenennung der Straße in Badenstedt verständigt haben, droht nun ein Streit mit den Anwohnern.

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Im Agnes-Miegel-Haus in Bad Nenndorf wird die ostpreußische Dichterin noch gewürdigt. Vielerorts werden nach ihr benannte Orte jedoch umgewidmet.

Quelle: Caroline Seidel (dpa)

Badenstedt. Die meisten von ihnen wollen nicht im Henriette-Suffrian-Weg wohnen. Der von Stadtverwaltung und Historikerkommission bevorzugte Name kommt bei den Bürgern nicht gut an. „Er ist viel zu lang und muss mit Sicherheit bei jeder mündlichen Nennung erst umständlich buchstabiert werden“, kritisiert Anwohner Reinke Eisenberg.

Unter den rund drei Dutzend Anwohnern des Miegelwegs wurde in den vergangenen Wochen äußerst angeregt über die Umbenennung diskutiert. „Die vorgeschlagenen Optionen fanden bei den Bewohnern verhältnismäßig wenig Anklang - am beliebtesten scheinen wenn, dann noch Anna Kistner und Wilhelm Kramer zu sein“, heißt es in einem Anwohnerschreiben, das auch an Stadtverwaltung und Bezirksrat gesendet wurde. Um einen möglichst kurzen Straßennamen zu bekommen, wünschen sich viele Nachbarn außerdem, dass nur der Nachname des Namenspatrons verwendet wird - also nicht Wilhelm-Kramer-Weg, sondern nur Kramerweg.

Am liebsten wäre den Bewohnern aber ein ganz anderer Name. Die beliebtesten Vorschläge lauten nach Angaben der Anwohner wie folgt: Michlerweg, Scillaweg und Igelweg.

Michlerweg: Die gebürtige Schlesierin Martha Michler (1912-1995) gründete den Tante-Emma-Laden „Martha Michler“ an der Ecke Petermannstraße/Körtingsdorf. Mittlerweile wird das Familienunternehmen in dritter Generation weitergeführt. Die Geschäftsgründerin ist vielen Bewohnern im Viertel noch persönlich bekannt, als Persönlichkeit aber auch nicht unumstritten.

Scillaweg: „Bis vor Kurzem blühte hier tatsächlich an sehr vielen Stellen diese schöne blaue Blume, die ja auch am Lindener Berg durch ein eigenes Fest geehrt wird“, heißt es im Schreiben an die Stadt. Zudem mögen die Anwohner den Klang des Wortes und auch die Tatsache, dass die Benennung der Straße nach einer Blume unverfänglich und unpolitisch wäre.

Igelweg: Vermutlich war der Vorschlag zur Umbenennung von Miegelweg in Igelweg ursprünglich nicht ganz ernst gemeint. Inzwischen hat er aber mehrere Unterstützer gefunden. Warum auch nicht? Es gibt noch keinen Igelweg in Hannover. „Besonders die Kinder mögen den Vorschlag, der ja auch zur Spielplatzumgebung passt und zudem klanglich einen gewissen Humor im Umgang mit der Umbenennung erkennen lässt“, heißt es im Schreiben der Anwohner.

Das letzte Wort bei der Umbenennung des Miegelwegs hat der Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt. Bei der heutigen Sitzung steht das Thema allerdings nicht auf der Tagesordnung.

Von Christian Link

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Badenstedt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, 11. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 31.600
  • Einwohner je Stadtteil: Badenstedt (11.434 Ew.), Ahlem (9.586 Ew.) und Davenstedt (10.606)
  • Bevölkerungsdichte : 3.211 Einwohner/km²
  • Postleitzahl : 30453, 30455
  • Geschichte: Als Ortsteil von Linden wurde Badenstedt im Jahr 1920 nach Hannover eingemeindet.
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