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Ausgebranntes Clubheim von Dieben geplündert

Badenstedter SC Ausgebranntes Clubheim von Dieben geplündert

Im Juni ist das Clubheim des Badenstedter SC völlig abgebrannt – jetzt wurde das Vereinsheim auch noch geplündert. Der Schock sitzt noch immer tief. Aber der Verein erfährt auch viel Unterstützung.

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Das Vereinsheim des Badenstedter SC in der Petermannstraße ist Ende Juni völlig ausgebrannt.

Quelle: Mario Moers

Hannover. Der Geruch kalter Kohle liegt noch immer in der Luft über dem Fußballplatz in der Petermannstraße. Betritt man das völlig ausgebrannte Vereinsheim, steigt er scharf in die Nase. „Es ist nichts übrig geblieben“, berichtet Oguz Sanchez-Galera, der Vorsitzende, niedergeschlagen. In dem Saal, wo das Feuer in der Nacht auf den 26. Juni nach Ermittlungen des Polizei-Brandexperten seinen Ausgang nahm, ist nur noch ein zerstörter Metallschrank auszumachen. „Hier lagerten über 90 Akten, die gesamten Vereinsunterlagen“, erzählt Sanchez-Galera. In der dicken Ascheschicht auf dem Boden sind die verkokelten Fetzen von Spielerpässen zu erkennen.

Das Clubheim des Badenstedter SC ist im Juni nicht nur völlig ausgebrannt, sondern auch geplündert worden. Der Verein erhält nach dem Brand viel Unterstützung.

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Zuerst das Feuer und nun auch noch ein Einbruch. In der vergangenen Woche haben Metalldiebe die ausgebrannte Vereinsheimruine des Badenstedter SC (BSC) durchkämmt. Neben Kupferrohren wurden auch Wasserhähne demontiert - die einzigen Gegenstände, die dem geplagten Sportverein noch übrig geblieben waren. Drei Wochen nach dem verheerenden Feuer herrscht bei den Sportfreunden Angst und Unsicherheit. „Meine größte Angst ist, dass uns die Mitglieder davonlaufen, wenn der Wiederaufbau zu lange dauert“, erklärt Sanchez-Galera seine Befürchtung. Im Stadtteil mobilisiert sich derweil breite Unterstützung.

Ein Feuer hat das Vereinsheim des Badenstedter SC zerstört.

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CDU fordert unbürokratische Hilfe

Sabine Dudda, die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Ahlemer Bezirksrat, forderte bereits in der Woche nach dem Brand unbürokratische Soforthilfe. In einem Brief an Oberbürgermeister Stefan Schostok schlug sie vor, Sanitärcontainer und Zeltdörfer aus der bald geräumten Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Marktkauf kurzerhand auf den Sportplatz umzuquartieren.

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„Es ist wichtig, dass jetzt sofort etwas passiert. Die Wiederherstellung des ordentlichen Trainings- und Spielbetriebs muss eines unser wichtigsten Ziele sein“, so Dudda. In der vergangenen Woche verschaffte sie sich gemeinsam mit der stellvertretenden Regionspräsidentin Michaela Michalowitz und CDU-Ratskandidat Michael Wiechert vor Ort einen Überblick über das Ausmaß des Schadens. Auch die SPD-Fraktion und Bezirksbürgermeisterin Brigitte Schlienkamp haben inzwischen Unterstützung zugesichert. „Sollte der Verein darüber hinaus finanzielle Hilfe brauchen, kann der Bezirksrat im Rahmen seiner Möglichkeiten nach einem dann vorliegenden Antrag des BSC darüber entscheiden“, so Schlienkamp in Erwartung einer noch ausstehenden offiziellen Anfrage des Sportvereins. Ein konkretes Hilfsangebot hat der TV Badenstedt angeboten. Der Verein stellt den Sportfreunden seinen großen Besprechungsraum, etwa für Vereinsversammlungen, zu Verfügung.

Großes Benefizturnier im August

„Unser oberstes Ziel ist es, den Spielbetrieb auch in der anstehenden Saison aufrechtzuhalten“, kündigt Sanchez-Galera den Wiederaufbau an. In einem persönlichen Telefonat sagte Oberbürgermeister Schostok dem Verein zu, übergangsweise die Umkleiden der benachbarten Gebrüder-Körting-Grundschule zu nutzen. „Alle weiteren Möglichkeiten werden geprüft und es wird eine schnelle Lösung angestrebt“, erklärt Stadtsprecher Udo Möller.

Am Sonnabend, 6. August, findet auf dem Vereinsgelände ein großes Benefizturnier mit anschließendem Konzert und Party statt. Unter anderem werden die Schlagersängerin und ehemalige Miss Niedersachsen Isabel Krämer sowie bekannte DJ´s auftreten. „Help on Fire“, lautet das Motto der Party.

TV Badenstedt kämpft mit Vandalismus

Auch der TV Badenstedt leidet zunehmend unter Vandalismus. Etwa seit sechs Wochen häufen sich die Fälle, in denen Steine auf das Spielfeld geworfen, Zäune durchtrennt und sogar Fenster eingeworfen werden. „Hier sind ein paar Leute unterwegs, die nichts Gutes im Schilde führen“, ärgert sich Vereinsvorstand Werner Schlienkamp. Nachdem in der vergangenen Woche erneut Steine flogen, hat der Verein Anzeige gestellt. Ob zwischen dem Brand und den Zwischenfällen möglicherweise ein Zusammenhang besteht, ist derzeit unklar. Auch die Frage der möglichen Brandstiftung ist bislang nicht geklärt. „Die Kollegen sind noch mit Befragungen beschäftigt. Die Ermittlungen dauern an“, kommentiert Polizeisprecher Sören Zimbal die Untersuchungen.

Dart-Spieler wandern ab

Mit dem Brand verloren nicht nur die Fußballer ihr Quartier. Auch bei den Dartspielern herrscht Unsicherheit. In dem Saal des Vereinsheims trainierten fünf Dartmannschaften mit insgesamt rund 40 Spielern. Das Team „DC Treffnix“ spielt in der Target E-Dart Bundesliga des Deutschen Dart Verbands. Derzeit denken zwei Mannschaften über einen Wechsel zur SG Limmer nach. Ein anderes Team plant nach Letter zu gehen, eine weitere Mannschaft hat sich bereits aufgelöst. „Wir müssen uns jetzt was suchen, sonst können wir nächste Saison nicht antreten“, sagt Dartspieler Ronny Engel. Er verlor selber einen Krökeltisch, den er dem Verein zu Verfügung gestellt hatte. „Wenn hier aber wieder aufgebaut ist, gehen wir alle geschlossen zurück“, kündigt er an.

Von Mario Moers

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Badenstedt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, 11. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 31.600
  • Einwohner je Stadtteil: Badenstedt (11.434 Ew.), Ahlem (9.586 Ew.) und Davenstedt (10.606)
  • Bevölkerungsdichte : 3.211 Einwohner/km²
  • Postleitzahl : 30453, 30455
  • Geschichte: Als Ortsteil von Linden wurde Badenstedt im Jahr 1920 nach Hannover eingemeindet.
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