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Badenstedt Der Traum vom altersgerechten Stadtteil
Hannover Aus den Stadtteilen Badenstedt Der Traum vom altersgerechten Stadtteil
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16:46 09.03.2016
Hannover

Gibt es in Badenstedt alternative Wohnformen für Senioren, die Angst haben, im Alter zu vereinsamen? Wie können Nachbarschaftsprojekte älteren Menschen helfen, den eigenen Stadtteil altersgerecht zu gestalten? Die Rentnerin Ellen Bartsch-Thyrolf interessiert es, wie es in ihrem Stadtteil um die Angebote für ihre Altersgruppe bestellt ist. „Wohngruppen, wie sie die GBH etwa in Körtingsdorf gebaut hat, gibt es meiner Meinung nach viel zu wenig“, findet sie. Seit etwa einem Jahr besucht die Seniorin regelmäßig die Treffen der „AG Quartiersentwicklung“ im Pflegeheim Badenstedt. „Meine Motivation ist es, mich für altersgerechtes Wohnen und mehr Aktivitäten für Senioren einzusetzen“, erklärt die Teilnehmerin der ersten Stunde, die dabei auch an ihre eigene Zukunft denkt. „Mit zunehmendem Alter sucht man auch selber nach Möglichkeiten“, erklärt sie.

Den Stadtteil Badenstedt auf das Alter einzustellen, ist ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeitsgemeinschaft. Gleichzeitig versucht die Gruppe, schon jetzt mit eigenen Angeboten und Aktivitäten das soziale Leben im Stadtteil zu bereichern - allerdings mit kleinen Startschwierigkeiten.

Günther Latzel kennt die Themen, die seinen Stadtbezirk beschäftigen und er kennt die Menschen in Badenstedt. Der rüstige AG-Teilnehmer war selbst viele Jahre Vorsitzender des Kleingärtnervereins Davenstedter Holz, ist Mitglied im Sportverein und Vertreter im Seniorenbeirat. Nach dem Treffen mit der AG geht es für ihn gleich weiter zu einer Sitzung des Bürgervereins. 2014 beteiligte er sich, wie die meisten des guten Dutzends AG Teilnehmer, an einer Ideenwerkstatt zum Thema „Zuhause in Badenstedt - Heute und Morgen“. Bei dem Projekt des Diakonischen Werkes Hannover und des Kommunalen Seniorenservice wurden Vorschläge zur Neugestaltung der sozialen oder verkehrlichen Infrastrukturen zusammengetragen. Ein Projekt das daraus hervorging, ist die AG Quartiersentwicklung, die sich einmal im Monat im Kulturraum des Pflegeheims trifft. In der ersten Sitzung im neuen Jahr wird eine neue Kooperation mit der IGS Badenstedt besprochen.

Um den Austausch der Generationen zu fördern, will man gemeinsam mit einer Schüler-AG eine Veranstaltungsreihe etablieren. Schüler könnten etwa den Senioren bei Problemen mit der modernen Technik helfen. Vor einer Woche fand der erste Besuch in der Schule statt. Jetzt wird überlegt, wie sich das Konzept ausbauen lässt.

Diskutiert werden auch Möglichkeiten, sich in der Flüchtlingshilfe zu engagieren. „Der Seniorenbeirat hat dazu doch ein Theaterstück produziert, könnte man das auch in Badenstedt zeigen?“, fragt die Leiterin der Gruppe Hedda Beißner Seniorenbeirat Latzel. Die Quartierkoordinatorin der offenen Altenarbeit des Diakonischen Werkes plant die Sitzungen, zu denen es jedes mal eine Tagesordnung und ein Protokoll gibt. Das Ambiente bei Kaffee und Plätzchen ist dennoch entspannt.

„Es ist leider schwierig, Leute zu aktivieren, die sich ihr Leben lang nie eingebracht haben“, bedauert Günther Latzel, dass die Resonanz auf ihre AG bislang eher gering geblieben ist. „Es läuft etwas schwer an“, bestätigt Beißner. Gleichwohl will man das Hauptziel, die Nachbarschaftshilfe auszubauen, engagiert weiter verfolgen.

Rund 27 Prozent der Bewohner im Stadtbezirk sind derzeit zwischen 45 und 64 Jahre alt. Damit sind die zukünftigen Senioren statistisch betrachtet die größte geschlossene Altersgruppe. Die Themen, mit der sich die AG heute beschäftigt, betreffen schon bald eine Menge Menschen.

Das nächste Treffen der „AG Quartiersentwicklung“ ist am Dienstag, 8. März um 16 Uhr im Pflegeheim Badenstedt, Eichenfeldstraße 20. Neue Teilnehmer sind zu den offenen Treffen jederzeit willkommen.

Von Mario Moers

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