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Die Vision vom Sportzentrum West

Eigene Handballhalle Die Vision vom Sportzentrum West

Erst vor kurzem feierten die Handball-Damen des HSG Badenstedt ihren Aufstieg in die zweite Liga. Jetzt wünscht sich Spartenleiter Bernd Schröder eine eigene Halle – und wird vom Stadtsportbund unterstützt.

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Rita Girschikofsky, die Leiterin des Stadtsportbunds, unterstützt den Wunsch des TVB, eine eigene Handballhalle zu bauen.

Quelle: Moers

Hannover. Dritter Platz nach drei Spieltagen. Die Leistung der Handballerinnen der HSG Badenstedt bleibt auch nach dem Aufstieg in die zweite Liga herausragend. Mit dem anhaltenden Erfolg stellt sich nicht nur im Stadtbezirk die Frage nach der Zukunft der Spielgemeinschaft des TV Badenstedt (TVB) und des Badenstedter SC (BSC). Schon im kommenden Frühjahr soll die Handballsparte in eine Unternehmergesellschaft unter dem Dach des TVB ausgelagert werden. Derzeit trainieren und spielen die HSG-Handballer in der Turnhalle der benachbarten IGS. Die erfüllt jedoch nur bedingt die Anforderungen des Deutschen Handballbunds an eine professionelle Sportstätte. „Wenn ich einen Wunsch frei hätte für den Handball, würde eine eigene Halle ganz oben stehen“, benannte Spartenleiter Bernd Schröder deshalb jüngst auf der 125-Jahr-Feier einen Herzenswunsch des TVB-Vorstands. Auch außerhalb des Vereins hat die Vision einer neuen Mehrzweck- oder Handballhalle bereits gewichtige Unterstützer gefunden - und einen Gegner. Ausgerechnet der Partner in der Spielgemeinschaft, der BSC, sieht mit den Plänen seine Existenz bedroht. Denn die Voraussetzung zur Realisierung der Halle wäre eine Fusion beider Vereine. Das im Sommer abgebrannte Vereinsheim des BSC würde dann aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wieder aufgebaut.

Ein Feuer hat das Vereinsheim des Badenstedter SC zerstört.

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„Hinter vorgehaltener Hand heißt es, wir verlieren unseren Platz“, bringt Nicola Herwig die größte Angst des BSC auf den Punkt. Die zweite Vorsitzende befürchtet nicht nur, dass die Stadt bei einer Fusion auf den Wiederaufbau des Vereinsheims verzichten könnte. Vorstellbar wäre sogar der Verkauf des im Besitz der Stadt befindlichen BSC-Geländes. In einer knapp formulierten, aber deutlichen E-Mail an den TVB-Vorstand erklärte die Vereinsspitze des BSC dem Fusionsvorstoß deshalb eine klare Absage. Endgültig vom Tisch ist der Fall allerdings noch lange nicht. Schließlich ist der ausgebrannte BSC immer noch ohne Vereinsheim und bleibt damit auf die Unterstützung der Stadt angewiesen.

Stadtsportbund unterstützt Vorhaben

Rita Girschikofsky, Vorsitzende des Stadtsportbundes und Präsidentin des Niedersächsischen Leichtathletikverbands, bekundet in ihrer Rede zum TVB-Jubiläum ihre Sympathie für eine Fusion und die Handballhalle. „In der heutigen Zeit sollten die Vereine zusammenwachsen“, so Girschikofsky. Vorausgesetzt der BSC wäre mit einer Fusion einverstanden, sind zwei Szenarien denkbar. Der Sportplatz in Körtingsdorf könnte kostengünstig mit Umkleiden und Sanitäranlagen ausgestattet werden und - ohne eigenes Vereinsheim - weiter zum Fußballspielen dienen. Oder aber, die Fußballer des BSC ziehen auf das Gelände des TVB um. Dort ist genug Platz vorhanden, um neben einer Sporthalle auch zwei zusätzliche Fußballplätze anzulegen. Der alte Platz könnte dann von der Stadt etwa an einen Investor zur Wohnbebauung verkauft werden. Ein Baustein für die noch völlig offene Finanzierung der Handballhalle könnte demnach der Gewinn aus dem Verkauf sein. Mit dem Verzicht auf den Wiederaufbau des BSC-Vereinsheims stünde außerdem die Entschädigung der Versicherung zur Verfügung.

Vision vom Sportzentrum West

Im Verbund mit einer Tennishalle und dem Vereinsheim entstünde auf dem TVB-Gelände eine Art Sportzentrum West. Eine Vorstellung, die auch von der größten Fraktion im Bezirksrat unterstützt wird. „Ich hatte diese Vision, dass man nicht bloß das Vereinsheim wieder aufbaut, sondern überlegt, gemeinsam etwas für den Stadtteil zu machen“, erklärt SPD-Bezirksrätin Kerstin Klebe-Politze. Oberbürgermeister Stefan Schostok, der noch vor wenigen Wochen dem ausgebrannten BSC Unterstützung zugesagt hatte, zeigt ebenfalls Interesse an dem Vorschlag. „Man könnte hier Potenzial heben“, so Schostok. Diplomatisch schiebt er hinterher: „Es muss aber von beiden ausgehen.“

Nirgends in der Region wird derzeit stärkerer Frauen-Handball gespielt als in Badenstedt. Gleichzeitig leidet der Stadtteil nicht erst seit dem Erfolg der Handballerinnen an einem akuten Hallenproblem. „Wir haben grundsätzlich zu wenige Hallen im Stadtbezirk“, konstatiert Werner Schlienkamp, der Vorsitzende des 800 Mitglieder starken TVB. In den Wintermonaten müssen einige Mannschaften anderswo in der Stadt trainieren. Gleichzeitig sei auch der Handball-Bundesligist TSV Burgdorf auf der Suche nach einer Trainingsstätte, so TVB-Spartenleiter Bernd Schröder. „Da wäre es gut, dem Handball eine Heimstätte zu schaffen“, findet er.

Von Mario Moers

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Badenstedt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, 11. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 31.600
  • Einwohner je Stadtteil: Badenstedt (11.434 Ew.), Ahlem (9.586 Ew.) und Davenstedt (10.606)
  • Bevölkerungsdichte : 3.211 Einwohner/km²
  • Postleitzahl : 30453, 30455
  • Geschichte: Als Ortsteil von Linden wurde Badenstedt im Jahr 1920 nach Hannover eingemeindet.
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