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Badenstedt Grundschule plant Erweiterung gegen Raumnot
Hannover Aus den Stadtteilen Badenstedt Grundschule plant Erweiterung gegen Raumnot
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00:15 03.12.2016
Bau-Visionen: Schulleiterin Christiane Kröger (re.), Elternrat Sebastian Loscher (Zweiter v. li.) sowie die Studenten Zina Blume, Viktoria Sauer und Quang Minh Huynh. Quelle: Mario Moers
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Hannover

Unterricht auf dem Schulflur, Container auf dem Pausenhof und keine Aussicht auf Besserung - bereits vor einem Jahr wandte sich die Friedrich-Ebert-Grundschule mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit. „Wir laufen über“, befürchtete Schulleiterin Christiane Kröger damals. Nun ist es so weit: der Altbau platzt aus allen Nähten. Darum hatten der Schulelternrat und die Rektorin jetzt Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski, Vertreter der Politik und der Schulverwaltung sowie interessierte Eltern zu einer Diskussionsrunde in die Turnhalle eingeladen. Ihre Forderung: eine Zukunftsinitiative für die Grundschule anstoßen. Ihr Lösungsvorschlag: den Altbau um einen Anbau erweitern.

„Das muss man gesehen haben, diese Enge, wenn sich die Kinder fast stapeln.“ Wenn Schulleiterin Christiane Kröger den Platzmangel an ihrer Schule beschreibt, sieht man ihr an, dass sie es ernst meint. Seit zwei Jahren kämpft sie, gemeinsam mit dem Schulelternrat, in intensiven Gesprächen mit der Schulverwaltung für eine Entlastung. „Die Kommunikation ist gut, aber herausgekommen ist bislang nichts“, ärgert sich Stefan Loscher aus dem Elternratsvorstand. Daher beschlossen die Beteiligten, die Sache selbst in die Hand zu nehmen: Sie beauftragten neun Studenten der Uni-Fakultät für Architektur und Landschaft mit dem Entwurf einer Erweiterung. Die durchaus praxistauglichen Ergebnisse wurden im Rahmen der Diskussionsveranstaltung präsentiert. Sie sollen Politik und Verwaltung als Inspirationsquelle dienen. Umgesetzt werden sie allerdings nicht - zum Bedauern einer großen Zahl der anwesenden Eltern und Lehrer. Gleichwohl drängten die Vertreter der Schule die Vertreter der Politik weiter zu einer Lösung.

Als einen „super Impuls, den ich gerne aufgreife“, bezeichnete Bildungsdezernentin Rzyski die Anregungen der Studierenden. Die Friedrich-Ebert-Grundschule verfüge tatsächlich über ausreichend Fläche, um über eine Erweiterung nachzudenken. Zu einer verbindlichen Aussage ließ sich Rzyski dagegen nicht überreden. „Bisher ist nichts etatisiert. Wenn gebaut werden soll, muss es dazu vorher den politischen Willen geben“, verwies die Dezernentin an die Politik. Bei allen Anstrengungen werde es die Stadt nicht schaffen, alle Schulen im Stadtgebiet in den kommenden fünf Jahren ganztagsfähig zu machen, stellte sie klar.

Probleme, wie sie die Badenstedter Grundschule hat, gibt es an vielen Schulen der Stadt. Ganztag und Inklusion erfordern ein neues Raumangebot, das häufiger fehlt als dass es vorhanden ist. Rene Rosenzweig, zum Zeitpunkt der Veranstaltung noch stellvertretender Bezirksbürgermeister der Grünen, verwies auf die zusätzliche Raumnot an den Grundschulen in Davenstedt und Ahlem. „Wir brauchen eine Schule, die durch ihre Erweiterung den Dampf aus dem Kessel nimmt“, sagte Rosenzweig.

Einige Eltern kritisierten die Situation scharf. „Ich kann mich nicht damit abfinden, dass der Unterricht auf dem Flur stattfindet“, wandte sich Ymri Shabani, Vater eines Schülers, an die Vertreter aus Politik und Verwaltung. Schulelternrat Loscher regte die Einrichtung eines Arbeitskreises an. Dort sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, das Anliegen auf die Tagesordnung der zuständigen Gremien zu bringen.

Von Mario Moers

Platznot und Prioritäten

Das Engagement ist beispielhaft. Weil die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung das drängende Raumproblem auf die lange Bank schieben, lassen Kollegium und Elternschaft der Friedrich-Ebert-Schule die nötige Erweiterung mal eben selbst planen. Natürlich sind die Studentenentwürfe noch keine realistische Grundlage, um tatsächlich mit einem Anbau beginnen zu können. Und vor allem fehlt noch das Geld, um diesen bezahlen zu können. Doch der Einsatz der Schul- und Elternvertreter zeigt: An ihnen kommt man nicht so einfach vorbei. Wer das Raumproblem an der Grundschule vertagen will, muss damit rechnen, dass die Lehrer zusammen mit Müttern und Vätern immer weiter Druck machen. Zu Recht. Sie beklagen die Platznot seit Langem und müssen bisher damit leben.
Dass auch an anderen Grundschulen Enge herrscht, ist eine Tatsache. Bildungsdezernentin Maria Rzyski will denn auch noch keine Zusagen für die Badenstedter machen. Doch sie und die Vertreter der Politik werden kaum länger um konkrete Entscheidungen herumkommen. Nötig ist eine Prioritätenliste, die genau festlegt, an welcher Schule welche Maßnahmen nötig sind – und wann es so weit sein soll.

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