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Badenstedt IGS-Schüler erleben unvergessliche Afrika-Reise
Hannover Aus den Stadtteilen Badenstedt IGS-Schüler erleben unvergessliche Afrika-Reise
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02:15 12.03.2016
Die Schüler freuen sich nach dem Aufstieg zu einer rund 1700 Meter hohen Plattform über die Aussicht.
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Hannover

Badenstedt. Wie Weltenbummler wirken die neun Jugendlichen eigentlich nicht. Auch von den Reisestrapazen ist ihnen nichts mehr anzumerken. Dabei haben die Schüler der IGS Badenstedt eine gewaltige Entfernung zurückgelegt: Erst ein Interkontinentalflug von Hannover über Amsterdam ins rund 7000 Kilometer entfernte Tansania in Ostafrika - und dort vom Flughafen Kilimandscharo International mit einem Kleinbus sieben Stunden Fahrt nach Lushoto - eine Stadt inmitten der Usambara-Berge. „Wir waren mit zwölf Personen in einem Bus für sechs Fahrgäste“, beschreibt Lehrer Tim Burchardt die Umstände des Flughafentransfers.

Dem IGS-Lehrer haben die 15-jährigen Jugendlichen dieses freiwillige Abenteuer zu verdanken. Zwei Wochen lang waren die neun Schüler aus der Afrika-AG in den Zeugnisferien Ende Januar mit Burchardt und zwei weiteren Lehrern zu Besuch in der Prince-Claus-Secondary-School in Lushoto. Doch die Mühen der Anreise haben sich gelohnt: Unterkunft in einer Farm etwa einen Kilometer von der Schule entfernt, täglicher Fußmarsch vorbei an Lehmhütten, Erkundungstour durch den Regenwald, Aufstieg zu einer etwa 1700 Meter hohen Aussichtsplattform. „Wir haben auch eine Kaffeeplantage angepflanzt und sind großen Spinnen und Schlangen begegnet“, sagt der 15-jährige Dominik.

Ihm und seinen Mitschülern sind die frischen Eindrücke noch sehr gut anzumerken. Die Reise war eine Premiere: Zum ersten Mal überhaupt hat eine IGS-Abordnung eine der beiden afrikanischen Partnerschulen besucht. Vor zwei Jahren noch musste die Premiere der Afrika-AG verschoben werden. „Wir haben auch eine Partnerschule in Ghana. Alles war schon gebucht, aber wegen der Ebola-Epidemie mussten wir stornieren“, sagt Burchardt.

Der 44-jährige Lehrer ist auch der Initiator der Afrika-Projekte: Er hat die Kontakte nach Tansania über einen Bekannten mit aufgebaut. „Es ist für die Schüler eine tolle Gelegenheit, ihren Horizont zu erweitern“, beschreibt er seine Motivation. Gemeinsam mit Schulleiter Thomas Bürkner, Kollegin Esther Kröger und den AG-Schülern hat er danach Spendenläufe, Partys und andere Aktionen organisiert, um mit den Erlösen die Reise zu finanzieren. „Es gab auch Fördergelder und viele kleine Spenden. Die Schüler mussten nur einen kleinen Eigenanteil bezahlen, dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Burchardt. Er war mit seinen beiden Kollegen schon im vergangenen Oktober in Tansania, um alle Vorbereitungen zu treffen. Auf dem Programm standen auch pädagogische Projekte wie der Bau der Kaffeeplantage und das Gestalten einer Mauer mit einem afrikanischen Künstler.

Für die Kinder war der Aufenthalt ein unvergessliches Erlebnis: ein Kulturschock? So weit wollen sie nicht gehen. „Okay, es ist eine ärmliche Gegend, weniger komfortabel als bei uns, aber wir haben uns sehr wohl gefühlt“, sagt die 15-jährige Dilara. Es sei auch nicht schwergefallen, sich zu verständigen: Etwas Englisch und einige Grundbegriffe Swahili - die Nationalsprache - seien ausreichend gewesen.

Mit der Rückkehr nach Hannover ist die Tansania-Aktion für die IGS-Afrika-AG aber längst noch nicht abgeschlossen: Im nächsten Jahr soll wieder eine Delegation von Schülern dorthin fahren, auch ein Gegenbesuch ist geplant. „Wir wollen außerdem in Kürze einen Container mit einem Volleyballnetz und Englischbüchern nach Lushoto verschiffen“, sagt Initiator Burchardt.

Von Ingo Rodriguez

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