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Badenstedt Musik gegen Mobbing
Hannover Aus den Stadtteilen Badenstedt Musik gegen Mobbing
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02:15 23.04.2016
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Hannover

Klatschen, Trampeln, Klopfen: Das Polizeiorchester Niedersachsen zeigt Viertklässlern der Friedrich-Ebert-Schule auf spielerische Weise, wie sie mit ihrem Körper Musik und Rhythmus erzeugen können. „Na-me -ne“, rufen die Kinder dazu im Takt.

Um die Geschichte des fiktiven Mädchens Namene geht es in den seit 2014 angebotenen Workshops im Rahmen der Schulpräventionsarbeit des Orchesters, das 35-mal im Jahr an Grundschulen gastiert. Die Geschichte von Namene - komponiert und erdacht von dem jungen Komponisten Thimo Kraas - ist das tragende Element der Workshops, die das Orchester in Schulen anbietet. Und die geht so: Namene ist in Deutschland geboren, ihre Eltern stammen aus Afrika. Sie wird aufgrund ihrer Hautfarbe von einigen Mitschülern geärgert, und als sie auf dem Pausenhof geschubst wird und sich dabei verletzt, machen ihre Mitschüler Handyfotos, die hinterher im Internet auftauchen.

Um Musik dreht sich alles im zweiten Teil des Workshops - hier werden die Instrumente des Orchesters vorgestellt, die fast alle - von dem Fagott bis zur E-Gitarre - von den Kindern richtig erraten werden. Besonders Spaß machen die kurzen Melodien, mit denen die Polizisten jedes Instrument vorstellen. „Pippi Langstrumpf“ und „Ach Du lieber Augustin“, aber auch „Peter und der Wolf“ gehören zum Repertoire der Berufsmusiker. Am Ende der zweistündigen Aktion zeigt das Polizeiorchester mit vollem Einsatz noch einmal, wie eine Big Band klingt, wenn sie richtig loslegt.

„Wir wollen Kinder mit der Musik und der Geschichte Namenes über Mobbing, aber auch über die Nutzung von Whatsapp und anderen sozialen Netzwerken aufklären“, erläutert Organisator Detlef Krenz. Wie wichtig diese Präventionsarbeit bereits an Grundschulen ist, bestätigt Lehrerin Maja Heidelberg-Deckner: „Ich finde diese Workshops großartig und sehr sinnvoll.“ An der Schule habe es gerade einen Fall gegeben, bei dem ein Schüler wie Namene mit Bildern im Internet bloßgestellt wurde. „Da war es sehr schwierig, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen - sie fanden das überhaupt nicht so schlimm“, erzählt Heidelberg-Deckner.

Die Geschichte von Namene geht gut aus, denn sie und ihre Familie gehen auf besondere Weise mit dem Konflikt um: Bei einem Familienfest lernen die Mitschüler mit dem afrikanischen Tanz etwas über Namenes Kultur kennen - und die Musik verbindet wieder alle miteinander.

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