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Neue Wohnungen entlang der Güterbahn?

Badenstedt Neue Wohnungen entlang der Güterbahn?

Der Plan der Stadt, auf dem Marktkauf-Gelände ein Wohnquartier auszuweisen, stößt auf scharfe Kritik. Der Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt ist sich einig, dass der Standort wegen der Lautstärkebelastung völlig ungeeignet ist.

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Unbeliebte Fläche: Die Nachnutzung des ehemaligen Marktkauf-Geländes scheint eine komplizierte Angelegenheit zu werden.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Ist es Menschen zumutbar, entlang der Güterumgehungsbahn zu wohnen? Als Folge des akuten Wohnraummangels will die Stadt das Grundstück des ehemaligen Marktkaufs an der Carlo-Schmid-Allee in Badenstedt als Wohngebiet ausweisen. Vor Ort sind sich die Mitglieder des Bezirksrats Ahlem-Badenstedt-Davenstedt einig, dass der Standort aufgrund der enormen Lautstärkebelastung für den Wohnungsbau völlig ungeeignet ist.

„Fehler, die in der Vergangenheit gemacht worden sind, als Wohnungsbau in direkter Nähe der Güteranlagen zugelassen wurde, sollten nicht wiederholt werden“, unterstrich der Vorsitzende der SPD-Fraktion Rainer Göbel die vom gesamten Bezirksrat geteilte Ablehnung der Bebauungsplan-Änderung. „Wir erleben hier ständig Leute, die vortragen, wie belastend das Leben an der Güterbahn für sie ist“, pflichtete ihm Wilhelm Vogt von den Grünen bei.

Seit dem Bekanntwerden der anstehenden Brückensanierungen im vergangenen Jahr besuchen beinahe monatlich Anlieger aus den entsprechenden Wohnvierteln in Badenstedt und Davenstedt die Bezirksratssitzungen. Eine bereits vor Jahren gegründete Bürgerinitiative gegen den Schienenlärm wurde wiederbelebt. Die Idee, mit der Fläche hinter dem Einkaufscenter am Soltekamp ein zusätzliches Wohnquartier auszuweisen, hält daher kaum jemand im Stadtbezirk für eine gute Idee.

Stadtplaner Hans-Heiner Schlesier verteidigte den Vorstoß mit dem Hinweis auf den knappen Wohnraum in Hannover. „Gerade in diesem Stadtbezirk gibt es kaum freie Flächen. Die Neubaugebiete der letzten Jahrzehnte sind inzwischen voll. Daher sollte man den Vorschlag nicht vollständig ablehnen“, parierte Schlesier die von diversen Änderungsanträgen flankierte Kritik. So wurde der Stadt als Alternative etwa die Bebauung des weitgehend leer stehenden Karrees zwischen Steinbreite, Rebhuhnfeld und Auerhahnhof in Davenstedt vorgeschlagen. Anstelle des Einzelhandelszentrums könnten viereinhalb-geschossige Wohnhäuser gebaut werden. Als weitere Ausgleichsgrundstücke brachte die SPD den ehemaligen Schützenplatz in Badenstedt und die Grundstücke der Feuerwachen ins Spiel.

Der Vorschlag, das Marktkauf-Gelände nach der derzeitigen Zwischennutzung als Notunterkunft zum Standort einer neuen Feuerwache zu erklären, stieß allerdings bei der Davestedter Feuerwehr auf wenig Verständnis. Ortsbrandmeister Jens Hirschfeld appellierte an die Politiker, einen entsprechenden Prüfungsantrag zurückzuziehen: „Wir wussten nichts von dem Vorschlag. Wir wollen das absolut vermeiden“, so Hirschfeld. „Ohne die Zustimmung der Ortsbrandmeister wird die Verwaltung in der Sache gar nichts entscheiden“, versicherte ihm SPD-Bezirksratsherr Thomas Alfermann. Die abschließende Entscheidung über die Zukunft des Marktkauf-Geländes liegt nun beim Rat der Stadt. Der Bezirksrat kann lediglich hoffen, dass seine Kritik Gehör findet.

Von Mario Moers

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Badenstedt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, 11. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 31.600
  • Einwohner je Stadtteil: Badenstedt (11.434 Ew.), Ahlem (9.586 Ew.) und Davenstedt (10.606)
  • Bevölkerungsdichte : 3.211 Einwohner/km²
  • Postleitzahl : 30453, 30455
  • Geschichte: Als Ortsteil von Linden wurde Badenstedt im Jahr 1920 nach Hannover eingemeindet.
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