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Badenstedt Neuer Name für Miegelweg gesucht
Hannover Aus den Stadtteilen Badenstedt Neuer Name für Miegelweg gesucht
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02:15 05.05.2016
Der Miegelweg wird bald umbenannt. Quelle: Archiv
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Badenstedt

„Es gibt derzeit eine Vielzahl von Namensvorschlägen“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. „Noch lässt sich daraus allerdings kein eindeutiges Votum für einen bestimmten Namen ableiten“. Laut Verwaltung wurden etwa folgende Namen ins Spiel gebracht: Henriette-Suffrian-Weg, Wilhelm-Kramer-Weg, Elisabet-Ney-Weg, Ilse-Losa-Weg und Anna-Kistner-Weg.

Nachdem die Vorschlagsfrist am 22. April abgelaufen ist, ist nun der Stadtbezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt am Zug. Das Gremium hat bezüglich der Auswahl von Straßennamen das letzte Wort. „Die Stadt geht davon aus, dass im Sommer dieses Jahres eine Entscheidung getroffen wird“, sagt Demos. Nach dem Bezirksratsbeschluss werden die Anwohner eine offizielle Mitteilung über ihre neue Anschrift erhalten. „Sollte dann innerhalb eines Monats keine Klage beim Verwaltungsgericht einreicht werden, könnte bereits im Herbst mit der Aufstellung der neuen Straßenschilder begonnen werden.“

Von Christian Link

Dichterin mit NS-Ideologie: Laut dem Gutachten des Beirats zur „Wissenschaftlichen Betrachtung von namensgebenden Persönlichkeiten“ ist Agnes Miegel aufgrund ihrer Rolle während der Zeit des Nationalsozialismus nicht als Namenspatin für eine hannoversche Straße geeignet. Die Historiker bewerten die Dichterin als eine „kontinuierlich arbeitende Stütze des NS-Regimes im publizistischen Betrieb der Diktatur seit 1933“. Sie habe aktiv den Nationalsozialismus vertreten und die Verherrlichung Hitlers literarisch gestaltet. „Miegel hat damit im Bereich der Kultur das NS-Regime als Unrechtssystem, auch mit Blick auf den Antisemitismus, maßgeblich gefördert“, urteilen die Experten.

Suffrian ist Favoritin: Der Historiker-beirat schlägt Henriette Suffrian als neue Namenspatronin für den bisherigen Miegelweg vor. Die gebürtige Hannoveranerin (1901 bis 1981) saß zwischen 1946 und 1968 in fünf Legislaturperioden in der Ratsversammlung. Die kinderlose Krankenpflegerin lebte mit ihrem Mann in Linden. Sie setzte sich besonders für die Gesundheits- und Sozialpolitik ein. Die Kleingärtner verliehen ihr den Spitznamen „Kleingärtner-Mutter“.

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