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Wie wild darf ein Kleingarten sein?

Badenstedt Wie wild darf ein Kleingarten sein?

In der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ahlem-Badenstedt-Davenstedt forderten Anwohner, wild gewachsene Nadelbäume in der Kleingartenkolonie Drosselgasse zu fällen und gegen die vermeintliche Verwahrlosung vorzugehen.

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Die Bäume im Kleingarten der Drosselgasse.

Quelle: Moers

Badenstedt. Ob ein Garten wild ist oder verwildert, das liegt bekanntlich im Auge des Gartenfreunds. Unstrittig ist dagegen, dass Kleingärtner und Eigentümer sich an ihre Auflagen halten müssen. In der Badenstedter Drosselgasse sei beides nur unzureichend der Fall. Darüber ärgern sich einige Anwohner. In der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ahlem-Badenstedt-Davenstedt forderten sie Politik und Stadtverwaltung auf, wild gewachsene Nadelbäume zu fällen und gegen die vermeintliche Gartenverwahrlosung in der Drosselgasse vorzugehen.

„Man muss die Leute vom Amt endlich mal wach machen, damit sie ihren Aufgaben gerecht werden“, ärgert sich Reinhard Hesselink. Dem Bewohner der Drosselgasse sind besonders die hohen Nadelbäume hinter seinem Haus seit Jahren ein Dorn im Auge. Am Nachmittag nehmen sie ihm das Tageslicht und die Nadeln verteilen sich in den umliegenden Gärten. „Laut Pachtvertrag hätten die Bäume dort nie wachsen dürfen“, erklärt Hesselink. Außerdem stören er und andere Nachbarn sich an dem aus ihrer Sicht „verwahrlosten“ Zustand einiger Gärten. Tatsächlich findet sich in dem wild bewachsenen Grünstreifen zwischen der Lärmschutzwand und den Gärten eine ansehnliche Menge Müll. Je nach Nutzung wirken einige Gärten gepflegter als andere. Entsprechend unterschiedlicher Meinung sind die Nutzer und Anlieger. „In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Auf der einen Seite haben wir den Schatten, auf der anderen Seite denke ich an den Lebensraum, der dort für die Tiere entstanden ist“, findet Drosselgassen-Bewohner Nils R.. Seine Tochter schaue gern aus ihrem Fenster auf die Bäume.

Insgesamt befinden sich entlang eines kleinen Trampelpfads zwischen der Drosselgasse und dem Bahndamm der Güterumgehungsstrecke 15 kleine Gärten. Ursprünglich als „Gemüseland“ zu den 1922 gebauten Häusern gehörend, werden sie bereits seit Jahrzehnten von der Stadt verpachtet.

Aus Sicht der Verwaltung sind die Anschuldigungen der Kleingärtner übertrieben. Bei einer Kontrolle Ende April seien lediglich drei zu hohe Hecken bemängelt worden. „Die betroffenen Pächter wurden entsprechend angeschrieben“, so Stadtsprecher Dennis Dix. Die umstrittenen Nadelbäume könnten nicht gefällt werden, weil sie aufgrund ihres Stammumfangs unter die Baumschutzsatzung fallen. Die Bäume seien auch nicht krank, wie ein Anlieger in einer Beschwerde an die Stadt behauptet hätte.

Mit solchen Antworten wollen sich die Beschwerdeführer jedoch nicht abspeisen lassen. „Die Kontrollen sollten öfter erfolgen, dann würden Verwahrlosung und Baumaßnahmen in den Gärten auffallen“, schreiben sie in einem Brief an die Verwaltung. Zuletzt riefen sie mehrfach die Polizei, nachdem ein Pächter „erhebliche Feuer“ entfacht hatte. „Bei einem Ortstermin konnten keine Spuren eines Feuers festgestellt werden“, kommentiert der Stadtsprecher. Eine angekokelte Hecke spricht eine andere Sprache. Die Beschwerdeführer hoffen nun, dass sich der Bezirksrat ihrem Anliegen annimmt.

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Badenstedt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, 11. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 31.600
  • Einwohner je Stadtteil: Badenstedt (11.434 Ew.), Ahlem (9.586 Ew.) und Davenstedt (10.606)
  • Bevölkerungsdichte : 3.211 Einwohner/km²
  • Postleitzahl : 30453, 30455
  • Geschichte: Als Ortsteil von Linden wurde Badenstedt im Jahr 1920 nach Hannover eingemeindet.
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