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Badenstedt Wochenmarkt steht vor dem endgültigen Aus
Hannover Aus den Stadtteilen Badenstedt Wochenmarkt steht vor dem endgültigen Aus
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00:15 23.10.2016
Was soll werden? Auch die Damenrunde im Eiscafé macht sich Gedanken über die Zukunft des Wochenmarkts. Quelle: Mario Moers
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Badenstedt

Für viele Badenstedter und deren Vertreter im Bezirksrat ist das Ende des Wochenmarkts ein Unding. „Wir sind noch nicht am Ende“, hat Rainer Göbel, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bezirksrat, jüngst kämpferisch angekündigt. „Wir werden alles dransetzen, das Thema Wochenmarkt anzugehen. Wir müssen uns konzeptionell etwas überlegen“, sagt Göbel. Statt über einen Schließungsantrag der Verwaltung abzustimmen, zog die SPD den Antrag im Bezirksrat in die Fraktion. Es besteht Diskussionsbedarf über die Zukunft eines Markts, der zuletzt weder Kunden noch Händler überzeugen konnte.

„Markt? Was für ein Markt – etwa die zwei Buden da?“ Die Badenstedterin Claudia Kracke kann sich einen zynischen Kommentar nicht verkneifen. Früher ging sie dort gern einkaufen. „Als der Markt noch mittwochs im Reihpiepenfelde stand, war dort richtig was los“, erinnert sie sich. Das war vor 15 Jahren. Danach zog der Markt an den Markt – und es ging bergab. Nicht bloß ehemalige Stammkunden wie Kracke und ihre Freundinnen haben diese Entwicklung beobachtet. „Der 2001 errichtete Markt konnte leider nur am Anfang die Erwartungen an einen regen Marktbetrieb erfüllen“, heißt es im Schließungsantrag der Stadt im Wortlaut. „Es war zu wenig Platz für die Stände, die davor zwei Seitenstraßen gefüllt haben“, kritisiert Kracke den Standortwechsel.

Auch eine Damenrunde im Eiscafé Degrassi macht sich Gedanken. „Ohne den Markt gibt es hier nur noch die Eisdiele. Dann wäre der Platz tot“, befürchtet eine von ihnen. Besonders für die Älteren sei der Markt ein wichtiger Treffpunkt gewesen. Vor allem Eiermann Ulli habe stets ein freundliches Wort übrig gehabt. „Die Alteingesessenen standen dort Schlange, auch wenn es etwas teurer war“, erzählt Pia Aschoff. Gäbe es wieder einen gut bestückten Markt, würden sie alle dort einkaufen, sind sich die Frauen im Eiscafé sicher. Seniorin Ingrid Kurz ist da skeptischer. „Frischen Fisch habe ich früher am Markt gekauft. Heute würde ich den nur noch im Supermarkt kaufen.“ Das Angebot sei einfach reichhaltiger, meint die Rentnerin aus Empelde. Zum Wochenmarkt fährt sie dennoch, jedoch nach Linden oder auf den Stephansplatz.

Man habe sich bemüht, den schwächelnden Markt wiederzubeleben, erklärte eine Sprecherin der Stadt in der September-Sitzung des Bezirksrats. Eine Werbekampagne wurde geschaltet, um neue Händler zu gewinnen, auf dem Platz wurde ein großes Banner aufgehängt. Auf Vorschlag der Marktbeschicker verlegte man den Wochenmarkt von Mittwoch auf Sonnabend. „Nach einer Probephase von 15 Monaten zeigte sich deutlich, dass mit der Terminverlegung keine Verbesserung erreicht werden konnte“, lautet das Resümee der Verwaltung. Aus der Internet-Liste hannoverscher Wochenmärkte wurde Badenstedt bereits gelöscht.

Der Widerstand des Bezirksrats scheint die letzte Hoffnung für den gescheiterten Markt. Gefragt sind kreative Konzepte. Siegfried Seidel, Einzelvertreter der Linkspartei, schlägt einen ökologischen Markt vor. Rene Rosenzweig, stellvertretender Bezirksbürgermeister der Grünen, hält einen Bauernmarkt für geeigneter. Beide Vorschläge zielen darauf ab, das Angebot deutlicher von dem konkurrierender Märkte und von dem der Supermärkte abzugrenzen. Der Wochenmarkt könnte so an Profil gewinnen. Der Standort wurde bisher nicht infrage gestellt. Und möglicherweise kommen die Politiker ja auch noch darauf, die Bürger in die Diskussion über den Markt einzubinden.

Von Mario Moers

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