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Bemerode Investor bevorzugt Reihenhäuser
Hannover Aus den Stadtteilen Bemerode Investor bevorzugt Reihenhäuser
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14:50 03.02.2016
Eine der letzten freien Flächen am Aronstabweg, dem kleinen Weg neben den Stadtbahngleisen an der Bemeroder Straße, wird jetzt bebaut. Fotos: Link (2)
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Hannover

Keine Mietwohnungen mit B-Schein, sondern Reihenhäuser mit Preisbindung: Sozialer Wohnungsbau sieht im Seelhorster Garten etwas anders aus als in anderen Stadtvierteln. Ursprünglich waren in dem neuen Quartier zwischen Bemerode und der Seelhorst „80 preiswerte Wohnungen im Geschosswohnungsbau“ vorgesehen. Diese Pläne wurden aber schon nach wenigen Jahren wieder über den Haufen geworden. Nun lässt die Stadt eine weitere Planänderung folgen: Eine der letzten freien Flächen am Aronstabweg, einer kleinen Parallelstraße zur Bemeroder Straße zwischen Goldrutenweg und Döhrbruch, soll mit zehn zweistöckigen Reihenhäusern bebaut werden - obwohl hier bereits Baurecht für ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus besteht.

Die Reihenhäuser passen zwar nicht zu dem laut Stadtverwaltung „erheblichen Bedarf an zusätzlichen Wohnungen“ in Hannover, wo bis 2030 etwa 19 200 zusätzliche Wohnungen benötigt werden. Dafür werden sie sich aber gut ins Straßenbild des Seelhorster Gartens einfügen. Hier setzen die Stadtentwickler weiterhin auf Qualität anstatt auf Quantität sowie auf ein einheitliches Erscheinungsbild des Wohnquartiers. Stadt und Investor verstehen die Neubauten „als Ergänzung zu der schon vorhandenen Reihenhauszeile östlich des Goldrutenweges“. Das gilt sowohl für das Erscheinungsbild in Form von rotbunten Klinkerfassaden und begrünten Flachdächern sowie für die Ausmaße der Neubauten.

Konkrete Baupläne für die zehn Reihenhäuser liegen noch nicht vor. Laut den Investorenplänen hat jedes neue Einfamilienhaus eine durchschnittliche Grundfläche von 85,5 Quadratmetern, die beiden Eckhäuser sollen jedoch etwas größer als die Mittelhäuser werden. Auf dieser Grundfläche sind jeweils zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss erlaubt. Zudem erhält jedes Reihenhaus ein Carport mit Abfallbehältern, wie sie auch in der direkten Nachbarschaft zu finden sind. Insgesamt sollen 1170 Quadratmeter Grundstücksfläche überbaut oder versiegelt werden. Die acht Mittelhäuser will der Investor als verhältnismäßig günstige „Starterhäuser“ mit Kaufpreisbindung anbieten.

„Damit wird insbesondere jungen Familien mit Kindern der Einstieg zur Eigentumsbildung ermöglicht“, heißt es im Bebauungsplan, der heute in der Ratsversammlung beschlossen wird. Nachdem alle zuständigen Gremien die neuen Investorenpläne bisher einstimmig absegneten, ist auch im Rat kein Widerstand zu erwarten.

Der Bauherr ist das Unternehmen von Nordeck Grundstücksverwaltung aus der Südstadt. Der Bebauungsplan basiert auf einem Entwurf des Architekturbüros generalPlan, das im Stadtteil Mitte ansässig ist. Die Architekten haben unter anderem das Johanniter-Quartier im Seelhorster Garten, das Projekt Wohnen am Maigoldweg in Kirchrode und die Kronsberg-Ateliers entworfen.

Das derzeit bestehende Baurecht sieht für den gesamten Aronstabweg eigentlich ein Mischgebiet und Häuser mit bis zu vier Vollgeschossen vor. „Ein Mischgebiet ist hier nicht mehr das Planungsziel - und auch nicht mehr erreichbar“, sagte Stadtplaner Matthias Fabich bei der Vorstellung der Pläne im Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode. Bisher gebe es hier nur Wohnhäuser. Auch die bestehenden Reihenhäuser (Aronstabweg 3 bis 8a) stehen auf einer Mischgebietfläche, die nun auch offiziell umgewidmet werden soll.

Der Seelhorster Garten wurde im Vorfeld der Expo 2000 als „hochwertiges Wohngebiet“ geplant. Ein Jahr vor der Weltausstellung wurde mit dem Bau der ersten Häuser auf der ehemaligen Nutzgartenfläche des Bahlsen-Konzerns begonnen.

Damals sahen die Pläne noch 1000 Wohneinheiten in Ein-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern vor. Wegen der schleppenden Vermarktung wurde das Baurecht 2006 geändert und auf 400 Wohneinheiten reduziert. „Bis voraussichtlich 2018 soll auch auf den wenigen noch verbliebenen Grundstücken die Bebauung abgeschlossen sein“, schreibt die Stadtverwaltung.

Von Christian Link

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