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Bezirksrat bestätigt SPD-Bürgermeister Bernd Rödel

Bemerode/Kirchrode/Wülferode Bezirksrat bestätigt SPD-Bürgermeister Bernd Rödel

Ausgerechnet der SPD-Ortsverein von Ministerpräsident Stephan Weil setzt in den nächsten fünf Jahren auf ein rot-rot-grünes Bündnis: Im Stadtbezirk Kirchrode-Beme­rode-Wülferode haben sich Sozial­demokraten, Grüne und Linke zusammengeschlossen – und die CDU schaut als stärkste Fraktion in die Röhre.

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Der neue Bezirksrat: (von links) Petra Stittgen Hans-Georg Hellmann, Gerd Kuscher, Tobias Marvin Zimmermann, Saskia Petermann, Georg Ferdinand Nauheimer (alle CDU), Bernd Rödel (SPD), Gerhard Schröder-Hohensee (CDU), Hülya Iri, Michael Quast, Daniela Barke (alle SPD), Norman Ranke (FDP), Bärbel Ehrlich (SPD), Niels Rosenwinkel (FDP), Annette Volland (Grüne), Fritz-Joachim Konietzny (SPD), Uwe Rücker (Grüne), Maximilian Wahl (Linke) und Regine Kramarek (Grüne).

Quelle: Christian Link

Hannover. Die Christdemokraten konnten sich in der konstituierenden Bezirksratssitzung weder bei der Wahl zum Bürgermeister, noch bei der Wahl zu dessen Stellvertreter durchsetzen. Damit ist Kirchrode-Bemerode-Wülferode der einzige Bezirk Hannovers, in dem die stärkste Partei nicht auch den Bürgermeister stellt.

Die Wiederwahl von Amtsinhaber Bernd Rödel (SPD) war angesichts der bestehenden Mehrheitsverhältnisse zu erwarten. Nach der jüngsten Kommunalwahl befanden sich Rot-Grün und Schwarz-Gelb zwar mit jeweils neun Stimmen in einer Pattsituation. SPD und Grüne verbündeten sich jedoch mit dem 19. Mandatsträger, dem 19-jährigen Maximilian Wahl (Linke). Vorher saß an dieser Stelle der parteilose Einzelvertreter Jens Albrecht, der 2011 zwar Rödel ins Amt verhalf, sich aber als ehemaliges CDU-Mitglied nie so ganz auf die rot-grüne Seite schlug. „Rot-rot-grün ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit“, kommentierte Albrecht die Unterzeichnung eines Koalitionsvertrags, die einen Tag vor der konstituierenden Sitzung im Bemeroder Rathaus stattfand.

Ungeachtet seiner schlechten Chancen forderte der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Gerd Kuscher den Amtsinhaber bei der Bürgermeisterwahl heraus. „Ich lebe seit 1985 in Bemerode. In dieser Zeit habe ich drei CDU-Bürgermeister kennengelernt, die das Amt offen und kompetent ausgeführt haben“, sagte der 68-jährige Hochschulprofessor bei seiner Vorstellung und fügte hinzu: „Ich bin nicht parteihörig, sondern für die Bürger da.“

Auf Antrag der CDU wurde geheim gewählt. Wahrscheinlich hofften die Christdemokraten auf Abweichler aus den Reihen der Sozialdemokraten, was angesichts des parteiinternen Streits um die SPD-Ratskandidatur für den Stadtbezirk keine ganz unberechtigte Hoffnung war. Doch SPD-Bezirksratsneuling Hülya Iri präsentierte sich linientreu, nachdem sie zuvor in ihrem Ortsverein wegen ihrer Kampfkandidatur gegen den stellvertretenden Ratsfraktionschef Michael Klie für viel Wirbel gesorgt hatte und deswegen auch mit Rödel aneinandergeraten war. „Ich werde für Herrn Rödel stimmen“, kündigte sie vor der Wahl an und hielt offenbar auch Wort. Zumindest legt das das Abstimmungsergebnis nahe, denn Rödel erhielt wie erwartet zehn Stimmen. Für Kuscher votierten neun Wahlberechtigte. „Für die Bürger werde ich mein Amt weiter so ausüben, wie ich das in den vergangenen fünf Jahren gemacht habe. Ich werde ein Bürgermeister für alle sein“, versprach Rödel nach der Wahl.

Das rot-rot-grüne Bündnis ging mit der CDU jedoch gleich danach auf Konfrontationskurs. Bei der Wahl zum stellvertretenden Bezirksbürgermeister verpasste die Bezirksratsmehrheit der bisherigen CDU-Amtsinhaberin den Laufpass. Wie schon 2014 hieß das Duell: Petra Stittgen (CDU) gegen Regine Kramarek (Grüne). Als vor zwei Jahren eine Nachfolgerin für die scheidende Amtsinhaberin Bettina Lemke (Grüne) gesucht wurde, konnte sich Stittgen überraschend durchsetzen. Diesmal triumphierte jedoch Kramarek. In geheimer Wahl erhielt die grüne Rats- und Bezirksratsfrau zehn von 19 Stimmen. Für Stittgen votierten nur neun Mandatsträger.

Vorhang fällt für neun Mandatsträger

Flüchtlingskrise, Logistikhalle, Büntekamp und Kronsberg-Süd – hinter dem Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode liegen ereignisreiche fünf Jahre. „Wir haben viele Entscheidungen treffen müssen, die uns nicht leicht gefallen sind“, sagte Bezirksbürgermeister Bernd Rödel bei der 43. und letzten Bezirksratssitzung für die vergangene Wahlperiode. Bei allen Differenzen lobte er die gute Zusammenarbeit im Gremium: „Bei den wichtigsten Abstimmungen haben wir aber immer zusammengestanden – das ist nicht selbstverständlich.“
Rödel dankte den Kommunalpolitikern dafür, dass sie viel Freizeit für die ehrenamtliche Arbeit im Bezirksrat geopfert haben. Das sei nicht immer angenehm gewesen. „Einige haben Schmähbriefe bekommen, sind angegangen worden und von Schmierfinken belästigt worden – das ist schlimm“, sagte Rödel.
Neun Bezirksratsmitglieder werden sich in der nächsten Legislaturperiode mit all dem allerdings nicht mehr befassen: Bei der CDU verlassen Sybille Heesen, Helga Kuscher, Georg Meinecke und Bettina Großekathöfer das Gremium. Die Grünen verabschieden Monika Bergmann und den bisherigen Fraktionsvorsitzenden Jörg Krüger. Dem Gremium werden auch Thomas Franzkewitsch (FDP) und Jens Albrecht (parteilos) nicht mehr angehören.
Bei der SPD scheidet nach 20 Jahren im Bezirksrat Knut Böhme aus, der die SPD 2011 in den Wahlkampf führte, aber dann doch den Posten des Bezirksbürgermeisters an Bernd Rödel abtreten musste. „Jeder hier weiß, dass ich dir viel zu verdanken habe“, sagte Rödel und bedankte sich bei Böhme, der 2009 mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet wurde, auch im Namen der Bürger: „Du hast viel für den Stadtbezirk geleistet.“ Als beratendes Mitglied verlässt der ehemalige SPD-Ratsherr Michael Klie den Bezirksrat, der regelmäßig bei den Sitzungen anwesend war und wichtige Hinweise aus der Ratsversammlung geben konnte.
Zur Verabschiedung erhielten die ehemaligen Bezirksratsmitglieder den obligatorischen Händedruck, einen Blumenstrauß und Karten fürs Varieté. „Wenn Sie das Theater im Bezirksrat vermissen, dann denken Sie an uns und gehen ins GOP“, sagte Bezirksbürgermeister Bernd Rödel. Klie scherzte daraufhin: „Und wenn ich das nächste Mal Theater brauche, komme ich einfach als Besucher in den Bezirksrat zurück.“

Von Christian Link

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Bemerode in Zahlen
  • Stadtbezirk : Kirchrode-Bemerode-Wülferode, 6. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 29.728
  • Einwohner je Stadtteil: Bemerode (17.908 Ew.), Kirchrode (10.941 Ew.), Wülferode (879 Ew.)
  • Bevölkerungsdichte : 1.246 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30539/30559
  • Markantes aus der Geschichte: Der Ort wurde 1204 erstmals unter dem Namen Bemungerode erwähnt. Durch die Erschließung der Siedlung Am Kronsberg zur EXPO 2000 ist Bemerode stark gewachsen.
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