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Bemerode Flüchtlingsheim nimmt bald Betrieb auf
Hannover Aus den Stadtteilen Bemerode Flüchtlingsheim nimmt bald Betrieb auf
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00:15 02.02.2016
Quelle: dpa/Symbolfoto
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Hannover

„Wir beginnen vielleicht schon Anfang Februar - aber das wäre ein ehrgeiziges Datum“, sagt Achim Maschke, Leiter des Heimverbunds der Landeshauptstadt Hannover. Maschke hatte das Projekt und sein Team in der vergangenen Sitzung des Bezirksrats Kirchrode-Bemerode-Wülferode vorgestellt.

Die Stadt hat den „Winkelbungalow“ an der Ecke zur Heymesstraße zum Jahreswechsel vom vorherigen Eigentümer übernommen. Dieser hatte das Wohnhaus bereits für die zukünftige Nutzung als Wohnheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge umbauen und mehrere Zwischenwände einziehen lassen. „Da gab es große Wohnbereiche, die wir nicht brauchen“, sagt Maschke, „wir benötigen viele kleine Zimmer“. In dem Wohnhaus sollen insgesamt 16 Jugendliche unterkommen. Sie werden laut Maschke rund um die Uhr betreut, mindestens ein Sozialarbeiter werde immer anwesend sein. Sobald die Unterkunft in Betrieb geht, will der Heimverbund die Nachbarn ausführlich informieren und auch zu einem Besuch einladen.

Laut Maschke gab es zum Jahresende 2015 in Hannover etwa 500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Bei ihnen handelt es sich vor allem um junge Männer im Alter von 15 bis 17 Jahren. Nur etwa 16 Prozent seien junge Frauen. „Die Mädchen kommen in der Regel ganz gezielt nach Hannover und haben hier Bekannte oder Verwandte“, erklärt Maschke.

Für die unbegleiteten Jugendlichen stehen insgesamt sieben Wohngruppen und zwei Inobhutnahmestellen bereit. „Im Grunde gibt es zu wenig Einrichtungen“, sagt der Heimverbund-Leiter. Etwa 30 Jugendliche müssten deswegen sogar im Deutschen Pavillon untergebracht werden. „Das ist eigentlich nicht erlaubt, es ist einfach eine Zwischenlösung.“

Laut Vivien Kurtz, Sachgebietsleiterin für Notaufnahmen beim Heimverbund, stammen die Jugendlichen in den städtischen Wohngruppen insbesondere aus Afghanistan, Irak und Syrien. „Die Ankommenden sind erst mal glücklich, dass sie überhaupt einen Ort haben, an dem sie unterkommen können“, berichtet Kurtz. Die Sozialarbeiter würden in diesen Fällen zu allererst Grundversorgung und Krisenintervention leisten. „Wenn jemand unbegleitet ohne Erziehungsberechtigten kommt, ist das für denjenigen eine große Herausforderung“, sagt Kurtz.

Von Christian Link

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