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Bemerode Ein Land im Wörterkaufrausch
Hannover Aus den Stadtteilen Bemerode Ein Land im Wörterkaufrausch
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14:52 03.02.2016
Musiktheater der Kronsberg-Chöre nach dem Kinderbuch "Die große Wörterfabrik". Quelle: Behrens
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Hannover

Es gibt ein Land, in dem Menschen fast gar nicht reden. Denn alle Wörter müssen erst gekauft und geschluckt werden, bevor man sie aussprechen kann. In dieser seltsamen Welt spielt das Kinderbuch „Die große Wörterfabrik“, das 23 Kindern im Alter von 6 bis 17 Jahren als Basis für ein Musiktheaterstück gedient hat. „Die Arbeit ging grob ein halbes Jahr“, sagt Stefanie Paul.

Sie hat sich gelohnt. Unter der Leitung der 29-Jährigen haben die Nachwuchsdarsteller das Musiktheater am vergangen Wochenende im Stadtteilzentrum Krokus und im Freizeitheim Vahrenwald aufgeführt. Der gesprochene Text stammt aus dem Buch und ist ganz im Geiste des Werks eher knapp gehalten. Einen Erzähler gibt es, seinen Text teilen sich vier Kinder. Der kleine Paul (gespielt von Erik) braucht dringend Wörter, um der hübschen Marie, dargestellt von Elmira, sein Herz zu öffnen. Denn schließlich ist er unsterblich verliebt. Doch für alles, was er ihr gerne sagen möchte, bräuchte er ein Vermögen.

Auf der Bühne entwickelt sich eine poetische Geschichte, über den Wert der Liebe und der Sprache, voll intensiver Bildstimmung. Einmal singen die Kinder im Chor, ein anderes Mal fallen Wörter wie am Fließband produziert herab, per Projektion auf die Bühnenleinwand geworfen. Daneben läuft eine Choreographie aus Tanz und Bewegung ab.

Die Musikstücke hat Chorleiterin Paul teilweise eigens für das Stück geschrieben. Sonst betreut sie die Nachwuchsdarsteller als Teil des Kinder- und Jugendchors der Kronsberg-Chöre.

Während der Proben kamen Kinder dazu, andere gingen, am Ende standen von den 23 noch 17 auf der Bühne. Die Altersbandbreite ist recht hoch. „Das war ja gerade das Projekt und die Herausforderung“, sagt die Musikpädagogin. Alle haben etwas eingebracht. „So ergibt sich etwas Tolles, das ist nicht einfach, aber es hat gut funktioniert“, sagt sich die Chorleiterin.

„Das hat sehr viel Spaß gemacht“, freut sich Leonie. Die Siebenjährige hatte beim ersten Auftritt im Krokus noch etwas Lampenfieber, der zweite Auftritt war entspannter. Natürlich möchte sie weiter dabeibleiben, sagt sie.

Hauptdarstellerin Elmira hat ebenfalls ihren Spaß. „Ich habe schon öfter Theater gespielt“, sagt die Sechsjährige stolz. Mama Helen Ileri hat die Vorhänge für die Bühnendekoration genäht. „Ganz hervorragend, alle Kinder“ lobt die 47-Jährige. Viele Eltern haben mitgebastelt. „Die Rahmen hat mein Mann gebaut“, sagt Andrea Blunck. Ihr Sohn Erik möchte auf jeden Fall wieder Theater spielen. „Ich bleib dabei“, sagt der Siebenjährige. Jetzt geht es erst mal zurück in die Chorarbeit. „Mal sehen, was wir sonst so machen“, sagt Susann Müller, Jugendleiterin der Kronsberg-Chöre.

Von Benjamin Behrens

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