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Bemerode Künstler Urban stellt "Erotische Augenduschen" aus
Hannover Aus den Stadtteilen Bemerode Künstler Urban stellt "Erotische Augenduschen" aus
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00:15 15.07.2017
Professor Klaus Urban bereitet eine Ausstellung im SofaLoft vor, veröffentlicht Kinderbücher und plant einen Gedichtband. Hier präsentiert er seine Serie verfremdeter Aktfotografien. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Die Ausstellung „Erotische Augenduschen“ im SofaLoft, Jordanstraße 26, ist bis zum 29. Juli geöffnet.

Der Blick von Professor Klaus Urban wandert. Da ist der kleine Hund, der zwischen seinen und den Stuhlbeinen herumwuselt, der gepflegte Garten in Bemerode, die eindrucksvolle Bücherwand. Der 73-Jährige scheint zu suchen, vielleicht den nächsten Satz, die passende Formulierung, eine neue Idee? Er schaut auf eines seiner großen Bilder, verfremdete Aktbilder einer duschenden Frau, fotografiert, mit Filtern bearbeitet. „Sie steht hinter einer Art Milchglasscheibe“, sagt Urban, ein Kunstgriff, der ihn fasziniert und nun zur Eröffnung der Ausstellung „Erotische Augenduschen“ im SofaLoft führt. Mehr als zwei Dutzend Bilder stellt er aus. Es sind spannende Kontraste, denn erotisch aufgeladene, körperliche Momente treffen auf eine kalte, glatte Materialoberfläche. Und doch ist es nur eine weitere Facette des künstlerischen Schaffens Urbans, der schon nach weiteren Ideen zu suchen scheint.

„Einfach nie genügend Zeit“

„Ich hab schon immer geschrieben und gezeichnet. Ich habe Lieder veröffentlicht und musste mich oft gegen eine Kunstform entscheiden – es war einfach nie genügend Zeit, alles auszuprobieren“, sagt Urban. Entsprechend lang ist eine Liste seiner Publikationen: Bücher, CDs von Live-Programmen und wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Thema Kreativität. Gerade ist ein Kinderbuch im Eigenverlag erschienen – „eine alte Idee aus dem Jahr 1988“. Damals hatten Kinder der Grundschule Bonner Straße die Flure der Lehrschwimmhalle des ehemaligen Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Universität mit Wandbildern gestaltet. Urban verfasste kleine Gedichte zu den Bildern wie: „Maria sitzt stumm am Wasserrand / und weiß nicht, was sie will / bevor sie irgendetwas tut / da sitzt sie lieber still.“ Dazu entwickelte Urban Melodien, mit der sich die Zeilen auch singen lassen. Fast im gleichen Atemzug erzählt der emeritierte Professor vom Projekt „7 Geschichten gegen das Vergessen“, Fotos und Texte zu den Rosebusch Verlassenschaften. Urban hatte für eine Veranstaltung an der Gedenkstätte Ahlem sieben kleine Porträts verfasst, die von den Übergriffen auf Juden im Nationalsozialismus berichten. Er verband die Erzählungen mit kunstvollen Bildern aus den Industriehinterlassenschaften – ein künstlerisch-kritischer Kommentar zum Schicksal von Millionen von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen.

Urban plant, schreibt und genießt

Urban plant, schreibt und genießt das 50. Bühnenjubiläum und beobachtet kurz ganz gespannt seine Hündin Lotte. Noch immer berät er Kinder, die als Hochbegabte an der Schule Probleme haben. Schon in den Sechzigerjahren forschte er im Bereich Sonderpädagogische Psychologie und beschäftigt sich mit den Problemen von Hochbegabten. „Kreativität wird in herkömmlichen Intelligenztests nicht abgefragt“, sagt Urban. Also entwickelte er einen neuen Test dafür, wurde Mitglied in zahlreichen internationalen Forschungskreisen wie dem World Council for Gifted and Talented Children, der ihn später auch mit dem „International Creativity Award“ auszeichnet. „Hochbegabung ist kein Luxusproblem. Wenn wir nicht lernen, solche Kinder zu unterstützen, verschwenden wir Potenzial“, sagt Urban. „Alle Kinder haben ein Recht auf pädagogische Förderung.“ Auch darum hat er schon 1985 den ersten bundesweiten Schreibwettbewerb für junge Leute initiiert. Mehr als 2500 Schüler nahmen teil, Schriftsteller wie Walter Jens saßen in der Jury. „Ich wollte schon immer Talente entdecken und wecken“, sagt Urban – und lädt darum nun regelmäßig zu Dichterwettbewerben und Schreib-Workshops. Dann schaut er wieder zu seinem Hund. Vermutlich ist es Zeit für einen Spaziergang. Und eine kleine Pause.

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