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Bemerode Muss die Stadtbahnlinie 6 häufiger fahren?
Hannover Aus den Stadtteilen Bemerode Muss die Stadtbahnlinie 6 häufiger fahren?
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00:15 30.07.2017
Ab Dezember werden auf der Linie 6 auch nachmittags Drei-Wagen-Züge eingesetzt. Weitere Maßnahmen sind hingegen nicht geplant. Quelle: Archiv
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Hannover

Immer wieder erkundigen sich die Grünen im Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode nach der Möglichkeit, den Takt der Stadtbahnlinie 6 zu verdichten. Doch auch in der jüngsten Sitzung im Juni erhielt die Fraktion von der Üstra eine Abfuhr: Zwar sei ab Dezember 2017 geplant, auch nachmittags Drei-Wagen-Züge einzusetzen. „Darüber hinaus sind keine weiteren Verdichtungsmaßnahmen erforderlich“, heißt es aber weiter in der Antwort der Üstra.

Auslastung höchstens 55 Prozent

Bezirksrat tagt am 16. August zusätzlich

Nicht nur die Auslastung der Stadtbahnlinie 6, auch andere Themen blieben jüngst im Bezirksrat ungeklärt. Stadt und Infra äußerten sich nicht wie gefordert zur Baustellensituation im Bezirk. Auch die Pläne für Wülferode konnten in der Sitzung nicht wie angekündigt vorgestellt werden – dafür war jedoch streikende Technik verantwortlich. Bei der Zusatzsitzung des Gremiums am 16. August um 18.30  Uhr im Ratssaal Bemerode, Brabeckstraße 137, soll es dann Antworten geben, mindestens zu den Baustellen und Wülferode. Und auch ein Vertreter der Üstra wolle im Bezirksrat Rede und Antwort stehen, kündigte Bezirksmanager Darius Pilarski an. Ob das allerdings schon in der kommenden oder erst in einer späteren Sitzung geschieht, ist noch nicht bekannt.

jst

Für die Grünen ist das völlig unverständlich. Schon in der vorvergangenen Bezirksratssitzung im Mai hatte die Fraktion eine Anfrage dazu an die Verwaltung gestellt – und sich darin auf die Aussage von Bernt Hüsken, Teamleiter des ÖPNV-Angebotsmanagements der Region Hannover, bezogen. Dieser hatte im vergangenen Jahr bei einer Infoveranstaltung zum Baugebiet Kronsberg-Süd gesagt, dass die Linie 6 in der Spitzenstunde nur zu 55  Prozent ausgelastet sei. Somit sei keine erhöhte Taktung nötig – trotz der rund 8000 zu erwartenden Neubürger.

„Wer nicht vom Fach ist, versteht hier: Die Bahn ist selbst zu Spitzenzeiten nur halb voll, kein Problem“, sagte Grünen-Fraktionschefin Annette Volland. „Aber wer mitfährt, erlebt das seit Langem anders.“ Die ermittelten 55  Prozent zeigen allerdings den Durchschnittswert der sechs Fahrten einer Stunde – mitunter kann es also auch zu höheren Werten kommen, wie aus der nachgereichten Antwort der Region hervorgeht. Als voll gilt eine Bahn bei einem Mittelwert von 65 Prozent in einer Stunde beziehungsweise bei 80 Prozent in 20 Minuten. Die Antwort auf die Frage, zu welcher Uhrzeit die Spitzenstunde eigentlich liege, bleibt die Region schuldig.

Linie 16 nur bei Veranstaltungen

Einen neuen Vorschlag machten die Grünen dann in der jüngsten Sitzung: Die Veranstaltungslinie 16, die wie zuletzt zur Ideenexpo zwischen Messe/Ost und Königsworther Platz fährt, solle regulär angeboten werden. „Wieso ist das dauerhaft und regulär nicht möglich, manchmal aber doch?“, fragte Volland. Eine wirkliche Antwort erhielt die Grünen-Politikerin nicht. „Die Linie 16 ist eine Veranstaltungslinie, die bedarfsgerecht bei Veranstaltungen eingesetzt wird“, teilte die Üstra lediglich mit. Der Einsatz von Drei-Wagen-Zügen reiche aus, um die Auslastung von 65 Prozent pro Stunde nicht zu überschreiten. „Die Üstra schafft es einfach nicht, auf die Fragen zu antworten“, sagte Volland genervt. Immerhin einen kleinen Lichtblick gab es dann doch noch: Stadtbezirksmanager Darius Pilarski kündigte an, dass ein Vertreter der Üstra an einer der kommenden Bezirksratssitzungen teilnehmen wolle. Die Grünen hoffen nun auf genauere Antworten.

jst

Genauer, bitte!

Die Grünen sagen: Die Bahnen der Linie 6 sind zu voll. Die Üstra widerspricht. Das ist in Ordnung, doch die Belege dafür sind unvollständig. Denn dass die Stadtbahnen innerhalb der Spitzenstunde im Durchschnitt nur halbvoll sind, freut den Fahrgast, dessen Fahrt unter dem Mittelwert liegt. Wer zehn Minuten später fährt und möglicherweise keinen Sitzplatz mehr bekommt, hat dagegen das Nachsehen. Um nun also prüfen zu können, ob eine verdichtete Taktung wirklich nötig ist, braucht es konkrete Zahlen zu jeder Fahrt – und keinen Durchschnittswert aus sechs Fahrten. Unklar ist auch, zu welcher Uhrzeit die Spitzenstunde der Linie 6 überhaupt liegt. Weiterhin fragt sich die Grünen-Fraktion – zu Recht –, warum die Veranstaltungslinie 16 eigentlich manchmal fahren kann und manchmal nicht. Die Antworten liefert die Üstra hoffentlich bald.

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