Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Bemerode Stadt entschuldigt sich für Planungsfehler
Hannover Aus den Stadtteilen Bemerode Stadt entschuldigt sich für Planungsfehler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 23.04.2016
„Leerstände im Stadtbezirk sind geprüft worden“: Michael Heesch. Quelle: Link
Anzeige
Bemerode

Der Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode bleibt ein Publikumsmagnet. Zum dritten Mal in Folge haben mehr als hundert Bürger die öffentliche Sitzung des Gremiums besucht. Diesmal erhofften sich die Anwohner endlich umfassende Antworten zur Flüchtlingsunterbringung am Bemeroder Anger. Michael Heesch, Fachbereichsleiter für Planen und Stadtentwicklung, konnte den Wissensdurst der Bemeroder zwar stillen, sorgte bei einigen aber trotzdem für Enttäuschung.

Viele Bürger zeigten sich angesichts der Baupläne für das geplante Flüchtlingsheim am Bemeroder Anger verärgert. Sie kritisierten die Anlage als zu groß für das Wohngebiet. Laut ersten Plänen sollte der Gebäudekomplex von bis zu 120 Menschen bewohnt werden.

Heesch konnte den Standortgegnern jedoch Zugeständnisse machen und stellte eine „Umplanung“ in Aussicht. „Die Zahl der dort unterzubringenden Menschen und die Größe der Anlage werden reduziert“, sagte Heesch. Gleichzeitig bekräftigte er jedoch die Position der Stadt: „Dieser Standort bleibt für uns unverzichtbar.“

Heesch kündigte an, dass der Bemeroder Anger nach drei Jahren Nutzungsdauer als Notunterkunft für Flüchtlinge wieder zur Grünfläche werden soll. „Ich bin zuversichtlich, dass wir dann einen anderen Standort finden, wo wir die Modulanlage aufbauen können“, sagte er. Nach der Nutzung würden die Fundamente entfernt und wieder neue Bäume gepflanzt.

Mehrere andere Kritikpunkte am Standort Bemeroder Anger ließ Heesch aber nicht gelten. „Das ist nicht die erste Einrichtung, die im Schatten einer Lärmschutzwand steht“, entgegnete der Stadtplaner einem Bürger. Auch andere Nachteile seien nicht gravierend. „Man muss gewisse Standortschwächen bewältigen können. Für die Unterbringung von Menschen nehmen wir als Stadt Hannover auch große Lasten auf.“

Der Chefstadtplaner entschuldigte sich zudem für den Ärger um die sogenannte Flüchtlingsvilla an der Heymes-straße. Eigentlich darf die soziale Einrichtung zur Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen laut Baurecht dort gar nicht betrieben werden. „Ich räume ein, dass Sie mir Fehlplanung vorwerfen können“, sagte Heesch. Sein Fachbereich habe die Rechtslage einfach anders eingeschätzt. „Wir prüfen sehr sorgfältig, aber es kann auch mal was daneben gehen“, bat Heesch um Verständnis.

Anders als in der vorherigen Sitzung, bei der die Verwaltung viele Antworten schuldig geblieben war, musste Heesch nur bei einer einzigen Frage passen. Warum die geplante Flüchtlingsunterkunft am Bemeroder Anger noch nicht auf der Internetseite der Stadt Hannover zu finden ist, konnte auch er bei der Veranstaltung nicht beantworten. Mittlerweile ist der Standort aber online einsehbar.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gegen die Pläne für das Flüchtlingsheim am Bemeroder Anger wollen sich die Anwohner wehren - auch mit rechtlichen Mitteln. Das Großprojekt passe nicht in das Einfamilienhausviertel südlich des Südschnellwegs, meinen sie.

09.04.2016

Der Nachbar eines Flüchtlingsheims in Bemerode bringt die Stadt Hannover in Bedrängnis. Die vermutlich 1,6 Millionen teure "Flüchtlingsvilla" darf gar nicht als Unterkunft genutzt werden, da an diesem Standort ein allgemeines Wohngebiet ausgewiesen ist. Ein Nachbar hat nun einen Eilantrag gestellt.

24.03.2016

Turbulente Sitzung im Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode: Nach Baumfällungen anlässlich des geplanten Baus eines Flüchtlingsheims fordern die Anwohner vergeblich Auskunft von der Stadt.

20.03.2016
Anzeige